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Harninkontinenz

Frauen kommen mit neuer Lebenssituation besser zurecht

Mehr als 1 Million Erwachsene in Österreich leiden unter Harninkontinenz. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer – sie bilden mit einem Anteil von bis zu 85 Prozent die deutliche Mehrheit. Das hat vor allem einen Grund: Schwangerschaften und Geburten schwächen ihre Beckenbodenmuskulatur, die als Folge ihre Stützfunktion nicht mehr erfüllen kann.

Bei Frauen führt Niesen, Husten, Laufen oder Hüpfen oft zu einem unkontrollierten Abgang von Urin, auch Stress- oder Belastungsinkontinenz genannt. Frauen sind davon mit bis zu 68 Prozent etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer. Männer hingegen leiden häufiger an einer Dranginkontinenz und müssen ohne erkennbaren Auslöser sehr plötzlich auf die Toilette. In Österreich betrifft dies mit 58 Prozent beinahe dreimal so viele Männer wie Frauen (21 Prozent).

Männer vermeiden wegen Inkontinenz häufiger Aktivitäten als Frauen

 Harninkontinenz scheint neben Reisen, Sport und sozialen Aktivitäten auch das Liebesleben zu beeinträchtigen: 42 % der Männer geben an, Sex zu vermeiden, aber nur 36 % der Frauen.

Betroffene können das Leben nicht mehr richtig genießen

Insgesamt geben 61 Prozent beider Geschlechter in Österreich an, dass die Harninkontinenz ihr tägliches Leben allgemein einschränkt, und bei neun von zehn Betroffenen überwiegen negative Gefühle, wenn sie erste Symptome bei sich feststellen. So gibt etwa ein Drittel der Frauen und Männer an, dass die Diagnose ganz allgemein ihr Selbstbewusstsein beeinträchtigt, und fast die Hälfte der Frauen und Männer fühlt sich alt.

Viele glauben, die Inkontinenz verschwindet wieder

Tritt eine Harninkontinenz auf, denken zunächst beinahe 60 Prozent der österreichischen Frauen und Männer, dass sie vorübergehend ist und von selbst wieder nachlässt. Frauen scheinen sich jedoch schneller mit der Diagnose abzufinden als Männer: Während 48 Prozent der Männer lange Zeit dafür brauchen, sie zu akzeptieren, sind es bei den Frauen 39 Prozent.

Männer reden offener innerhalb der Partnerschaft als Frauen

Die Studie deckt einen interessanten Geschlechterunterschied beim Thema Partnerschaft auf. So haben 48 Prozent der in einer Beziehung lebenden Frauen aller europäischen Befragten noch nie mit ihrem Partner über ihr Dilemma gesprochen, wohingegen sich Männer deutlich offener zeigen (32 Prozent). Als Grund dafür, dass sie das Thema Harninkontinenz noch nie innerhalb der Partnerschaft angesprochen haben, nennen 48 % aller Befragten, dass es ihnen peinlich ist.

Mit Inkontinenz ein normales Leben führen

Eine erfreuliche Nachricht: 82% der Betroffenen lernt nach einer Weile mit ihrer Harninkontinenz umzugehen. Jedoch würde mehr Offenheit im Umgang mit dem Thema sowohl Frauen als auch Männern entscheidend dabei helfen, auch mit Inkontinenz ein normales Leben zu führen. So wünschen sich jeweils knapp drei Viertel der betroffenen Frauen und Männer eine umfassendere Aufklärung.