Jede Geschichte über bahnbrechende Frauen in der Krankenpflege muss einfach mit Florence Nightingale (1820–1910) beginnen. Im Jahr 1860 legte die Tochter einer einflussreichen britischen Familie den Grundstein für die moderne professionelle Krankenpflege, indem sie die erste Krankenpflegeschule gründete. Ihr Engagement hatte sie jedoch bereits Jahre zuvor unter Beweis gestellt, als sie 1854 der britischen Armee in den Krieg folgte. Im Feldlazarett erlebte sie aus erster Hand die schwerwiegenden Folgen der anhaltenden Missstände: Patienten, die in ihren eigenen Exkrementen lagen, verunreinigtes Trinkwasser, Ärzte in blutbefleckten Mänteln, die von Patient zu Patient gehen. Sie beobachtete, dass immer mehr Patienten an Infektionen starben – weitaus mehr als an Kriegsverletzungen. Die von Nightingale eingeführten Regeln mögen einfach erscheinen, waren aber für ihre Zeit neu und sollten viele Leben retten: Hände waschen, den Raum gründlich lüften, auf Sauberkeit achten. Nach Kriegsende entwickelte Nightingale einen Vorschlag zur Gesundheitsreform, der nicht nur die Hygienestandards erhöhen und damit die Krankenpflege verbessern sollte, sondern auch den Grundstein dafür legen würde, dass die Krankenpflege zu einem angesehenen Beruf wird1).