Wie hat es sich angefühlt, wieder auf dem Berg zu stehen?
Mit meiner Sportphysiotherapeutin ging ich im Januar 2017 das erste Mal wieder snowboarden. Das war sehr emotional und hat mir sehr viel Hoffnung und Mut gegeben, größere Ziele zu erreichen. Wäre ich nach den Worten der Ärzte gegangen, müsste ich heute ein Pflegefall sein. Das wollte ich aber nie wahrhaben. Man muss sich Ziele setzen auf einem solch schweren Weg. Heute sind die Ärzte erstaunt über die Leistungen, die ich in meinem neuen Leben vollbringe. Ich schaffe inzwischen auch wieder eine Strecke von 72 Kilometern auf dem Rennrad.
Sie waren zuvor ein Jahr lang an der Uniklinik in Zürich untergebracht. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Die Zeit war extrem schwer für mich. Ich war in Verbände eingepackt wie eine Mumie. Die Schmerzen waren unerträglich. Das war an manchen Tagen so schwer, dass ich nicht mehr leben wollte. Die Suizidgedanken waren mein absoluter Tiefpunkt. Zum Glück habe ich ein großartiges Umfeld: Meine Familie und Freunde haben mir die größte Kraft gegeben. Außerdem hatte ich auf der Intensivstation ein super Betreuungsteam, das für mich zu einer Familie wurde.
Die Zeit nach dem Unfall brachte sicher große Herausforderungen mit sich.
Ich stand vor einem sehr steilen und steinigen Weg – den ich von Anfang an versucht habe, mit viel Zuversicht und größtmöglicher Lebensfreude anzutreten. Mittlerweile wohne ich wieder alleine. Ich muss mir alles etwas tiefer zurechtlegen, da ich meine Arme nicht komplett ausstrecken kann. Auch im achten Stock zu wohnen wäre nicht möglich, weil mir das Treppensteigen schwer fällt. Die größte Veränderung und Einschränkung ist aber die ungewollte Aufmerksamkeit.



