Wann Handschuhe, wann Händedesinfektion und wann Handschuhdesinfektion? Diese Fragestellung zum bewussten Umgang mit Handschuhen zog sich durch die drei hochkarätigen Vorträge des Symposiums. Moderiert wurde das Programm von Dr. Heide Niesalla, Leiterin des HARTMANN Science Centers, dem Kompetenzzentrums der HARTMANN Gruppe für Desinfektion, Hygiene und Infektionsprävention, und von Dr. Christian Jenke, Fachlicher Leiter Fachberatung Desinfektion (Business Unit Klinik) bei der PAUL HARTMANN AG.
Die Herstellerperspektive beleuchtete im ersten Vortrag Dr. Viktoria Kolbe, wissenschaftliche Mitarbeiterin des HARTMANN SCIENCE CENTERS. „Führen Sie Handschuhdesinfektionen durch?“ lautete ihre erste Frage, über die die Teilnehmer per Online-Tool abstimmen konnten. Eine knappe Mehrheit von 54 zu 46 stimmte mit „Ja“ und zeigte damit die Praxisrelevanz des Themas auf. Anschließend erläuterte sie anhand eines Prozessbeispiels in einem Isolationszimmer die Problematik in der Praxis. Gerade bei Prozessen mit häufigem Handschuhwechsel werden Arbeitsabläufe unterbrochen, was zu einer Verlängerung des gesamten Prozesses führt. Zudem sei in manchen Situationen, wie z. B. der Notfallversorgung, ein Wechsel der Handschuhe teilweise gar nicht möglich.
„Viele Häuser sind dann der Meinung, dass eine Handschuhdesinfektion vertretbar sei, und auch die KRINKO empfiehlt diese, allerdings nur in Ausnahmesituationen“, sagte Viktoria Kolbe. „Voraussetzung ist jedoch immer eine krankenhausinterne Risikobewertung durch den Anwender.“


