Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit ist die Hautgesundheit gefährdet. Besonders betroffen sind Bewohnerinnen und Bewohner, die
- eine Harn- und/oder Stuhlinkontinenz aufweisen,
- in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder
- Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mitbringen.
Kommt es zu einer Entzündung der Haut im Genitalbereich aufgrund vorliegender Inkontinenz, spricht man von einer Inkontinenz-assoziierten Dermatitis, kurz IAD. Zirka 80 Prozent aller Bewohner stationärer Einrichtungen sind von Inkontinenz betroffen. Eine IAD geht mit Schmerzen einher und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen deutlich ein. Im schlimmsten Fall kann es bis zur Blasenbildung mit serösem Exsudat und teilweise auch zu Erosionen kommen. Deshalb ist es so wichtig, die Haut optimal zu schützen.
Daher bewerten die Prüfer des Medizinischen Dienstes in den Qualitätsprüfungen auch, wie gut Bewohner in ihrer Kontinenz gefördert und bei Kontinenzverlust unterstützt werden. Qualitätsdefizite sind besonders dann schwerwiegend, wenn Risiken für negative Folgen bestehen oder sogar schon eingetreten sind. Ein Defizit mit bereits vorhandenen Folgen liegt zum Beispiel vor, wenn der Bewohner bereits Schädigungen der Haut aufweist.
