Frau sitzt am Schreibtisch vor dem Monitor
HILMAS & Connext Vivendi

Datenpflege neu gedacht

Mit einer praktischen Schnittstelle können Daten aus Connext Vivendi direkt in HILMAS übertragen werden. Wie das funktioniert und welche Vorteile es bietet, zeigen Erfahrungen aus Stuttgart.
Connext Vivendi ist eine umfassende Softwarelösung für das Sozial- und Gesundheitswesen und deckt unter anderem Arbeitsbereiche wie Bewohner- und Pflegemanagement ab. Alle für die Inkontinenzversorgung relevanten Daten können mit wenigen Klicks auch direkt in HILMAS übertragen werden. Die Evangelische PflegeHeimat in Stuttgart nutzt die Schnittstelle bereits – und hat damit beste Erfahrungen gemacht.

Tradition trifft Innovation

In Stuttgart blickt man auf über 150 Jahre Geschichte zurück. Was 1874 als Dienstbotenheimat zur Betreuung alter Mägde gegründet und nach dem 2. Weltkrieg als Evangelische Frauenheimat firmierte, war bis vor kurzem – seit 1974 werden auch Männer betreut – die Evangelische Altenheimat. Am 1. Juli 2026 wurde aus der Evangelischen Altenheimat die Evangelische PflegeHeimat und aktuell werden an 16 Standorten im Umkreis von 60 Kilometern rund um Stuttgart 1050 Bewohner stationär sowie rund 450 Menschen im Betreuten Wohnen versorgt.

Wer nun aber denkt, das in Stuttgart-Zuffenhausen beheimatete Unternehmen sei in irgendeiner Weise altmodisch, der täuscht sich, denn in Sachen Digitalisierung ist es innovativ weit vorne mit dabei. Bereits seit 2005 wird SAP für das gesamte Rechnungswesen eingesetzt, inklusive digitalem Rechnungseingang – ein früher Schritt, der zeigt, wie lange digitale Prozesse hier schon Alltag sind.

Team vom Evangelische PflegeHeimat

Digitale Prozesse für mehr Pflegequalität

Peter Oberdörfer und Claudia Kemker

„Wir wollten damals möglichst viel über ein System abwickeln und hatten die Idee, darüber auch die Pflegedokumentation zu erledigen“, erinnert sich Peter Oberdörfer, der seit 2006 im Unternehmen tätig ist und seit 2023 als Vorstand unter anderem für Rechnungswesen und IT verantwortlich ist.

„Aber wir haben schnell gemerkt, dass das nichts wird, und entschieden uns dann 2015 für den Einsatz von Connext Vivendi.“ Dort werden heute alle Module genutzt, von der Bewohnerverwaltung über die Pflegedokumentation bis zur Personaleinsatzplanung.

„Alles, was neu dazukommt, muss integrierbar sein oder eine Schnittstelle haben, um jegliche Doppelerfassung zu vermeiden.“ So sind SAP und Connext Vivendi seit 2015 miteinander verbunden, sodass alle Prozesse komplett digital laufen.

Ergänzt wird das Setup um weitere, direkt angebundene Systeme. So wird für die Pflegedokumentation Voize verwendet, mit dem per Spracheingabe am Smartphone dokumentiert werden kann – einschließlich der Wunddokumentation. „In unserer Einrichtung wurde Voize entwickelt“, sagt Peter Oberdörfer.

Herausforderung Inkontinenzmanagement

Nicht nur in Stuttgart spielt das Thema Inkontinenzmanagement eine große Rolle. Rund 95 % der stationären Bewohner leiden an einer Inkontinenz, nicht zuletzt, weil Menschen heute meist erst mit höheren Pflegegraden ins Pflegeheim einziehen. Eine gute Inkontinenzversorgung ist damit eine wichtige Aufgabe für die 1200 Mitarbeitenden und 100 Auszubildenden der Evangelischen PflegeHeimat.

Seit dem Jahr 2020 werden die Bewohner durch HARTMANN als Leistungserbringer mit Inkontinenzprodukten versorgt, und seit dieser Zeit kommt auch HILMAS als Softwarelösung zum Einsatz. Im Gespräch mit dem Key Account Manager von HARTMANN entstanden schon bald erste Ideen, wie sich Connext Vivendi mit HILMAS verbinden ließe, um doppelte Erfassungsarbeit zu vermeiden.

HILMAS Anwendung auf Monitor

Eine Verbindung mit Vorteilen

Wer HILMAS und Connext Vivendi bisher im Einsatz hatte, musste manche Daten doppelt pflegen. Mit der direkten Verbindung der beiden Plattformen wird das jetzt einfacher, denn viele Daten – von Wohnbereichen über Bewohner bis zu Hausärzten – werden automatisch und regelmäßig von Connext Vivendi nach HILMAS übertragen.

Aus der Kopplung ergeben sich für die Anwender viele Vorteile:

  • Alle Daten sind stets aktuell.
  • Unnötiger und doppelter Aufwand bei der Datenpflege entfällt.
  • Durch die Entlastung von administrativen Routineaufgaben haben Mitrarbeitende mehr Zeit am Point of Care und für die Konzentration auf die Kernaufgaben.
  • Alle weiteren Prozesse in HILMAS, wie Versorgung und Bestellungen, bleiben durch die Verbindung unverändert.

Der Weg zur Schnittstelle

So startete 2022 das Projekt für den Datenaustausch mit ersten Entwicklungsaufträgen – und der Evangelischen PflegeHeimat als Pilotkunden.

„Zunächst stimmten wir mit dem Datenschutzbeauftragten die Rechtsgrundlagen ab und definierten mit HARTMANN, welche Daten, wie z. B. Krankenkassen oder IK-Nummern, an welcher Stelle benötigt wurden“, erinnert sich Claudia Kemker, die seit 2014 Teamleiterin für den Bereich Abrechnung und Vertragsbearbeitung ist und primär für das Projekt zuständig war, an die ersten Schritte. „Und so definierten wir auch bei uns die Prozesse, welche Mitarbeitenden an welcher Stelle welche Daten hinterlegen.“

Erfolgreicher Pilotstart in Mönchfeld

Wohnstift Mönchfeld Aussenansicht

Der Wohnstift Mönchfeld war das erste Testhaus. „Mit Bernada Lukic hatten wir dort eine kompetente Partnerin mit gutem Standing in der PDL-Runde“, erklärt Claudia Kemker. „Und das hat alles sehr gut geklappt.“

Neue Bewohner werden jetzt nur noch direkt in der jeweiligen Einrichtung in Connext Vivendi erfasst, alle abrechnungsrelevanten Daten werden dann in der Verwaltung zentral ergänzt.

Dazu gehört auch das Setzen des Merkmals „Inko-Rezept“ in Connext Vivendi, das die regelmäßige Synchronisation mit HILMAS auslöst, die bei jeder Anmeldung an HILMAS stattfindet – nicht nur bei Neuanmeldungen, sondern auch bei Arztwechsel, Umzug zwischen Einrichtungen oder wenn ein Bewohner verstirbt.

Vorbereitung mit wenigen Klicks

Für die Synchronisation zwischen Connext Vivendi und HILMAS müssen nur einmalig in beiden Systemen einige wenige Einstellungen vorgenommen werden. Dazu gehört in Connext Vivendi das Abonnement des Services „HILMAS“ und die Erzeugung eines Zugangstokens.

Bei jedem Bewohner, der synchronisiert werden soll, wird zudem ein Merkmal gesetzt und geprüft, ob alle Daten (wie Versichertennummer oder Hausarzt) für die Erstsynchronisation korrekt erfasst sind.

Nun noch den Zugangstoken in HILMAS eintragen und schon kann die Erstsynchronisation starten.

Hand liegt auf Computermaus, daneben eine Tastatur

Für eine große Zeitersparnis

Wenige Wochen nach dem Pilotprojekt im Wohnstift Mönchfeld wurden bereits weitere fünf Einrichtungen mit an Bord geholt, im Dezember 2025 waren dann alle Standorte verbunden. „Wir gingen mit den neuen Infos in die regelmäßig stattfindende PDL-Runde. Und dort wurde schon drauf gewartet“, sagt Claudia Kemker, die dazu auch eine Kurzanleitung verfasste.

Die Kolleginnen seien sehr glücklich über die Vereinfachung der Abläufe, so ihre Erfahrung. Peter Oberdörfer ergänzt: „Die Zeiten der Doppeleingabe sind vorbei. Selbst wenn man nur die 3 bis 4 Minuten für die HILMAS-Eingabe pro neuem Bewohner spart, sind das im Jahr eben doch 100 Arbeitsstunden.“ Zugleich steigt die Datenqualität, da Tippfehler oder vertauschte Namen seltener vorkommen; bei Synchronisationsproblemen warnt zudem ein Popup im System.

Bereit für die Zukunft

Bei der Entwicklung hakte es natürlich das eine oder andere Mal, doch das Team von HARTMANN war immer erreichbar. Ein entscheidender Vorteil der Evangelischen PflegeHeimat ist dabei sicher auch, dass alle Mitarbeitenden digitale Lösungen und stetigen Wandel gewohnt sind und entsprechend mitziehen.

„Wir entwickeln die Lösungen zentral und tragen sie dann nach außen“, sagt Peter Oberdörfer, und Claudia Kemker ergänzt: „Dabei halten wir die Prozesse transparent. Jeder kann jeden vertreten, alle Abläufe sind in allen Häusern gleich.“ Aktuell ist zudem ein neuer Standort in Planung, der ambulante und stationäre Angebote verbindet und besonders auf „junge Pflege“ ausgerichtet ist.

Peter Oberdörfer, Claudia Kemker und Team vom HARTMANN

Synchronisation mit Sicherheit

Bei der ersten Synchronisation zwischen Connext Vivendi und HILMAS sieht der Anwender links die Connext- und rechts die entsprechenden HILMAS-Werte und kann damit überprüfen, ob alle Daten korrekt zugeordnet wurden. Wird kein passender Datensatz gefunden, können Werte manuell ausgewählt oder neu angelegt werden. Bei jedem weiteren Start von HILMAS startet die Synchronisation automatisch.

Treten Abweichungen und Widersprüche auf, erhält der Anwender eine Liste mit Warnungen und Fehlern angezeigt. Er kann dann die Daten in Connext Vivendi korrigieren. Bestehende Daten in HILMAS sind jederzeit sicher und werden niemals mit abweichenden Connext Vivendi-Daten überschrieben.

Frau sitzt vor Monitor, auf dem die HILMAS Anwendung abgebildet ist

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