MoliCare® Skin Feuchtpflegetücher
Bei einer IAD kann es zu schmerzhaften Entzündungen in der Haut kommen. Zu den Risikogruppen gehören etwa Menschen mit Stuhl- oder Harninkontinenz, schuppiger und trockener Haut oder Menschen in einem allgemein schlechten Gesundheitszustand.
Eine IAD lässt sich an diesen Merkmalen erkennen:




Die ständige Feuchtigkeit weicht die Haut auf, was als Mazeration bezeichnet wird. Aufgequollene Haut ist empfindlicher für Verletzungen, etwa durch Reibung, Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze kommen leichter in die Haut und lösen Infektionen aus. Auch ein luftdichter Verschluss der Haut nach außen durch nicht atmungsaktive Inkontinenzhilfsmittel oder Matratzen fördern ein feuchtes Klima.



Auch allzu häufiges Waschen mit Wasser schädigt den individuellen Hautschutzmantel. Die Reibung, zum Beispiel mit einem Lappen, zerstört die Barrierefunktion der Haut zusätzlich.



Urin enthält Ammoniak – und das verändert den pH-Wert der Haut. Er steigt von einem gesunden, leicht sauren Wert von 4,5 bis 5,5 auf Werte im leicht alkalischen Bereich von 6,5 bis 8,5. Damit wird der Säureschutzmantel der Haut angegriffen und das senkt die Abwehrfähigkeit der Haut.



Enzyme aus dem Stuhl schädigen die Haut zusätzlich. Sie spalten zum Beispiel Eiweiße und Fette, die für den Schutz von Haut und Zellen verantwortlich sind. Zudem dringen Enzyme in die Haut ein, schädigen die Zellen und schränken deren Regeneration ein. Ist der Stuhl zusätzlich flüssig, etwa bei einem Infekt oder neuer Sondennahrung, steigt der Anteil der aggressiven Eiweiße durch die beschleunigte Darmpassage.

Ein Dekubitus entsteht aus der Kombination aus (Auflage-)Druck, Reibung und Scherkräften, die auf die Haut einwirken. Dekubiti verursachen viel Leid und Schmerzen bei Pflegebedürftigen. Sie bergen zudem das Risiko für Infektionen. Diese können lokal auftreten, lokal in umliegenden Weichteilen oder generalisierend, was zu einer Sepsis führen kann.
Ein Beispiel in Zahlen: Wirken 30 mmHg Druck auf die Haut über einem knöchernen Vorsprung ein, hat sich dieser Druck in einer Tiefe von ca. einem Zentimeter verdrei- bis verfünffacht – auf 90-150 mmHg. Dann kann der Körper die Durchblutung im Gewebe nicht mehr sicherstellen (Ischämie).
Durch die Stoffwechselprozesse in diesem schlecht durchbluteten Gewebe wird es „sauer“, der pH-Wert sinkt. In der Folge weiten sich die kleinen Blutgefäße (Kapillaren) und die Gefäßwände werden durchlässig für die flüssigen Bestandteile des Bluts – Ödeme (Wassereinlagerungen) entstehen. Schließlich bilden sich Blasen und verschließen Gefäße (Thrombenbildung). In einem fortgeschrittenen Stadium bilden sich Nekrosen (abgestorbenes Gewebe).
Grundsätzlich gilt, dass sich ein Dekubitus an jeder Körperstelle entwickeln kann. Das größte Risiko aber ist gegeben, wenn folgende zwei Dinge zutreffen:
Generell ist es so, dass sich 95 Prozent aller Dekubitalulzera an den klassischen Prädilektionsstellen entwickeln: Sacrum (A), Fersen (B), Trochanter (C), Knöchel (D) und Sitzbein (E). Möglich sind außerdem noch Druckschädigungen durch Medizinprodukte oder bestimmte Hilfsmittel wie zum Beispiel Hörgeräte.
Das European Pressure Ulcer Advisory Panel, kurz EPUAP, definiert die Schweregrade in vier typischen sowie zwei weiteren Klassifikationen.



Nicht wegdrückbare Rötung bei intakter Haut, gewöhnlich über einem knöchernen Vorsprung



Teilverlust der Haut (bis in die Dermis / Lederhaut), sichtbar als flacher, offener Ulkus



Verlust der Haut, Zerstörung aller Hautschichten und des Gewebes bis zu den Faszien, subkutanes Fett kann sichtbar sein, jedoch keine Knochen



Vollständiger Haut- oder Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen, Muskeln



Unbekannte Tiefe, tatsächliche Tiefe ist im Wundbett verdeckt



Unbekannte Tiefe, Schmerzhaftigkeit des Gewebes kann vorausgehen
Beide Hautschäden haben gemeinsame Risikofaktoren: hohes Alter, feuchtes Hautmilieu, eingeschränkte Mobilität, Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus sowie bestehende Entzündungen oder Hautdefekte. Häufig treten IAD und Dekubitus deshalb beim selben Menschen auf – und eine IAD erhöht das Dekubitusrisiko.
Praxistipp Fingertest:
Drücken Sie kurz mit dem Finger auf die Rötung. Bleibt die Stelle rot, besteht Verdacht auf einen Dekubitus der Kategorie I. Wird sie weiß, spricht das gegen einen Dekubitus.

| Merkmal | Dekubitus | IAD |
| Auslöser | Druck und/oder Scherkräfte |
Harn- und/oder Stuhlinkontinenz, dauerhaft feuchtes Hautmilieu |
| Lokalisation | Meist über Knochenvorsprüngen (z. B. Steiß, Ferse) oder unter medizinischen Hilfsmitteln (Gips, Orthese, Hörgerät) |
Perineum, Gesäß, Gesäßfalte; oft auf Oberschenkel und unteren Rücken übergreifend |
| Läsion | Meist eine einzelne, scharf begrenzte Läsion |
Flächig, Ränder diffus und unregelmäßig |
| Tiefe | Oberflächlich bis tief |
Oberflächlich |
| Rötung (Erythem) | Nicht wegdrückbar |
Wegdrückbar |
| Beschwerden | Schmerzen |
Brennen, Jucken, Kribbeln, Schmerzen |
Die richtige Prophylaxe ist entscheidend, um eine IAD und einen Dekubitus zu vermeiden.
Die Intertrigo ist eine rote, nässende Entzündung der Haut. Sie tritt vor allem in Hautfalten, zum Beispiel unter der Brust oder in der Leiste, auf und vor allem bei Übergewicht und starkem Schwitzen.
Es handelt sich oft um eine lineare Verletzung (zum Beispiel Hauteinriss entlang der Brustfalte), die auf beiden Auflageseiten gleich geformt ist und süßlich riecht. Die Wundumgebung ist immer mazeriert.
Sie treten ebenfalls an feuchten Haustellen auf, besonders bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Die Infektion zeigt sich als roter, oft fleckig-runder Ausschlag, der eher scharf abgegrenzt und randbetont ist, das heißt, die Ränder sind auffälliger verändert. Eine Schuppen- oder Pustelbildung an den Rändern ist möglich und die Haut kann einreißen.