Tipps zum Monitoring

Die 5 W-Fragen zur Beobachtung der Compliance
Damit die Beobachtung effizient ist, sind bei der Durchführung einige Faktoren zu beachten:
- Die Beobachtung ist die beste Methode, um den IST-Zustand des Hygieneverhaltens zu ermitteln
- Mit der Beobachtung des Compliance-Verhaltens lassen sich Optimierungspotenziale am genauesten erkennen
- Mit einer Erstbeobachtung den Ist-Zustand ermitteln
- Anschließend mindestens
- 1 x jährlich
- vor Interventionen (z. B. Fortbildungsprogrammen)
- in Ausbruchssituationen
- bei größeren personellen Veränderungen
- Nur entsprechend geschultes Personal einsetzen [3]
- Bei mehreren Beobachtern sicherstellen, dass die gleichen Maßstäbe angesetzt werden (gemeinsame Schulung)
- Es besteht die Möglichkeit, das Händehygieneverhalten sowohl offen als auch verdeckt zu beobachten
- Bei der Beobachtung tritt ein „Hawthorne-Effekt“ auf: Die bewusste Anwesenheit der Beobachter führt zu einem positiveren Hygieneverhalten [4]
- Deshalb sind Methoden wie elektronische Erfassung der Händehygiene und Messung des Desinfektionsmittelverbrauchs eine sinnvolle Ergänzung
- Feedback (direkt und /oder per Bildschirm Stationszimmer) ist für die Verbesserung der Compliance essenziell. Die positive Wirkung der Beobachtung basiert u. a. darauf, dass die Rückmeldung konkret zu einzelnen Indikationen und individuell erfolgt [1,2].
- Digitale Assistenten zur Beobachtung und Auswertung der Compliance (Observe App, My Hygiene SOP) sparen Zeit und Ressourcen.
Beispiel: Die Einführung einer mobilen App zur Beobachtung anstelle der manuellen Erfassung per Papier reduzierte den Aufwand von 199 Std. jährlich auf 2,6 Std. jährlich [5] - Viel hilft viel: Mit Apps lassen sich problemlos Tausende Händehygienegelegenheiten erfassen. Die Datenmenge gewährleistet realistische Einblicke und damit einrichtungsspezifische Schlussfolgerungen für nachfolgende Maßnahmen
Händehygiene Monitoring
Die Händehygiene ist die wichtigste Einzelmaßnahme zur Prävention nosokomialer Infektionen [1,2]. Die konsequente Einhaltung der 5 Indikationen zur Händehygiene ist daher ein Schwerpunkt bei der Umsetzung von Programmen und Maßnahmen zur Infektionsprävention. Diese sollen Experten zufolge multimodal angelegt sein und dabei das Händehygieneverhalten regelmäßig auswerten und an das Personal rückmelden sowie den Händedesinfektionsmittelverbrauch erfassen. Die direkte Beobachtung gilt dabei als Goldstandard.
Mit seinem Baustein-Prinzip verfolgt das M: IP-Konzept einen multimodalen Ansatz, der auch digitale Instrumente zur Beobachtung und Auswertung des Händehygieneverhaltens beinhaltet.
Observe App

Der digitale Beobachtungsassistent
App für die digitale Erfassung und Analyse großer Datenmengen zur Händehygiene-Compliance.
Prozess- / SOP-Monitoring
Mit der My Hygiene SOP App bietet das M: IP-Konzept über die Händehygiene hinaus die Möglichkeit, medizinische und pflegerische Tätigkeiten wie z. B. einen Verbandwechsel zu beobachten, zu analysieren und direktes Feedback zu geben.
Der Schwerpunkt liegt bei der My Hygiene SOP App auf den besonders infektionskritischen aseptischen Tätigkeiten. Bei der Prozessbeobachtung stehen vor allem jene Teilschritte im Fokus, die für den Personal- und Patientenschutz essenziell sind wie z. B. das Tragen und Ablegen von (sterilen) Handschuhen, Verbandwechsel und weitere aseptische Arbeitsweisen.

Vorteile des Monitorings mit der My Hygiene SOP
- Einfache Erfassung großer Datenmengen und Erstellung individueller statistischer Auswertungen
- Mehr als 25 auch individualisierbare medizinische und pflegerische Tätigkeiten verfügbar – weitere können erstellt werden
- Detailreiche Auswertung nach Funktionsbereichen, Stationen und Berufsgruppen
- Intuitive Bedienung durch einfache Menüführung
- Mobil und als Webversion auf der HARTMANN Hygiene Plattform nutzbar
- Flexibel ohne Internetzugang einzusetzen
- Ideales Instrument für ein direktes, individuelles Feedback
- Automatische Erstellung optisch ansprechender Tabellen und Übersichten für Präsentationen
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Quellen
1. World Health Organization. (2006). WHO guidelines on hand hygiene in health care (advanced draft): global safety challenge 2005-2006 : clean care is safer care. World Health Organization. https://iris.who.int/handle/10665/69323. Letzter Zugriff 29.04.2024
2. Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens : Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2016 Sep;59(9):1189-220.
3. Aktion Saubere Hände. Anleitung zur Compliance-Beobachtung der Händedesinfektion. Januar 2023. https://www.aktion-sauberehaende.de/krankenhauser/messmethoden/beobachtung-der-compliance.Letzter Zugriff 29.04.2024
4. Srigley JA, Furness CD, Baker GR, Gardam M (2014) Quantification of the Hawthorne effect in hand hygiene compliance monitoring using Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz 9 · 2016 1219 an electronic monitoring system: a retrospective cohort study. BMJ Qual Saf 23(12):974–980
5. Walker JN et al. Hospital hand hygiene compliance improves with increased monitoring and immediate feedback. Am J Infect Control. 2014 Oct;42(10):1074-8