HAI Befragung auf Tablet
Mission: Infection Prevention

M: IP® Index 2025

Umfrage unter Führungskräften zum Status Quo des Infektionsschutzes in deutschen Kliniken.
Seit 2021 legt HARTMANN alle zwei Jahre den „Mission: Infection Prevention“ Index (M: IP® Index) vor. In der Erhebung werden Führungskräfte und Hygieneverantwortliche in deutschen Krankenhäusern nach ihren Einstellungen zur Infektionsprävention und dem Status des Infektionsschutzes in ihren Einrichtungen befragt. Die Umfrageergebnisse tragen dazu bei, die Anforderungen an die Hygiene in deutschen Krankenhäusern zu reflektieren und das Hygienemanagement gezielt weiterzuentwickeln.

Nosokomiale Infektionen bleiben eine akute Belastung

Jetzt liegt der M: IP® Index für das Jahr 2025 vor*. Für Thomas Haeni, Vice President HAI** Programm der HARTMANN Gruppe und Mitinitiator der Umfrage zeigen die Ergebnisse vor allem eines: „Wir sehen, dass nosokomiale Infektionen eine akute Belastung für die Kliniken darstellen. Die Relevanz der Infektionsprävention für die Kliniken ist unbestritten, doch bei der Umsetzung zeigen sich deutliche Schwächen.“
MIP Signet

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

blauer Schriftzug mit 76 %
Nosokomiale Infektionen
76 % sehen nosokomiale Infektionen bereits kurzfristig als existenzbedrohend.
blauer Schriftzug mit 26 %
Personalausstattung
Nur 26 % meinen, dass die personelle Ausstattung nach KRINKO-Vorgaben der gelebten Praxis in ihrer Einrichtung entspricht.
blauer Schriftzug mit 57 %
Hygienemanagement
57 % bewerten die Hygienemaßnahmen als optimal umgesetzt, unter Hygieneverantwortlichen stimmen nur 45 % zu.
blauer Schriftzug mit 85 %
Externe Beratungsleistungen
Für 85 % werden Industriepartner immer wichtige, um ihren wachsenden Schulungsbedarf zu decken.
Infografik zur MIP Index Befragung

Aktuelle Handlungsfelder für die Kliniken

Die Umfrageergebnisse zeigen aktuelle Handlungsfelder auf:
1. ITS und OP präventiv stärken
Über 90 % stimmen zu, dass OP und Intensivstationen ein spezielles Hygienemanagement erfordern. Dennoch sieht weniger als ein Drittel die Anforderungen durch entsprechende Schulungen abgedeckt. Konsequenz: Abteilungsspezifische Verfahren und deren Schulung sollten stärker in den Fokus gerückt werden.
2. Personelle Ausstattung effizienter gestalten
Fast zwei Drittel sehen sich beim Hygiene-Fachpersonal nach KRINKO gut aufgestellt – ein Wert, der sich gegenüber 2023 nahezu verdoppelt hat. Gleichwohl bestätigt nur jeder Vierte, dass die formellen Vorgaben auch gelebte Praxis sind. Fazit: Personalstärke allein genügt nicht, um den Infektionsschutz in der Praxis auch richtig umzusetzen.
3. Standards im Hygienemanagement verbessern
Die Bedeutung eines professionellen Hygienemanagements ist mit nahezu 100 % Zustimmung unstrittig. Doch nur gut die Hälfte der Einrichtungen setzt ihr Hygienemanagement in der Praxis optimal um. Bei den Verfahren zum Ausbruchsmanagement ist die Zustimmung sogar um fast 10 Prozentpunkte gesunken. Standardisierte Prozesse (SOPs) sind der Schlüssel für ein effektives Hygienemanagement.
4. Schulungsbedarf
Fachkräftemangel erhöht den Qualifikationsdruck. 85 % sehen Industriepartner als wichtigen Baustein, um den Schulungsbedarf künftig zu decken.

Haben Sie Fragen zum M: IP® Index oder Ihren Handlungsoptionen?

Gerne stehen Ihnen unsere kompetenten Fachberater bei Fragen zur Studie oder Lösungen zur Optimierung zur Verfügung.

Fazit

MIP Datasheet

Der M: IP® Index 2025 zeigt die hohe Relevanz des Infektionsschutzes für Kliniken. Optimierungsbedarf besteht vor allem in der praktischen Umsetzung: beim Ausbruchsmanagement, im Hygienemanagement insgesamt und bei der Weiterbildung.

Thomas Haeni sieht durch die Ergebnisse das von HARTMANN entwickelte „Mission: Infection Prevention“-Programm bestätigt: „Mit unserem M: IP®-Programm unterstützen wir Kliniken dabei, ihre medizinischen und pflegerischen Prozesse effizienter zu gestalten. Dazu gehören Maßnahmenbündel aus Basishygiene, SOPs zur Standardisierung, digitalen Tools für Schulung und Monitoring sowie passgenaue Produkte und Eingriff-Sets.“ Ein webbasiertes Analyse-Tool zeigt zudem auf, wo in der Klinik infektionsbedingte Kostentreiber liegen und wie sich Erlöse steigern lassen.

Erhebung des M: IP® Index

Icon drei kleine Kreise im Dreieck, die an zwei Seiten verbunden sind
Der M: IP® Index
Für den Index werden Führungskräfte und Hygieneverantwortliche in deutschen Krankenhäusern nach ihren Einstellungen zur Infektionsprävention und dem Status des Infektionsschutzes in ihren Einrichtungen befragt. Der Index zeigt auf, wie sich Einstellung und Verhalten beim Thema Infektionsprävention verändern. Ein M: IP®-Index über 100 deutet auf eine positivere Bewertung des Infektionsschutzes in den Einrichtungen hin, während ein Index unter 100 eine ungünstige Lage widerspiegelt. Der M: IP® Index 2021 lag bei 112,8, der M: IP® Index 2023 bei 112,1 und der M: IP®-Index 2025 bei 128,1 – dieser vergleichsweise hohe Anstieg ist auf den Wegfall der coronabedingten Frage aus 2021/2023 nach der „Einschätzung des Infektionsgeschehens“ zurückzuführen. Hohe Zustimmungswerte erhielten zudem die erstmals gestellten Fragen zu den Risiken für nosokomiale Infektionen im OP und auf der ITS.
Icon Bildschirm mit mehreren Personen darin
Die Methodik
Der M: IP® Index basiert auf Interviews mit geschlossenen Fragen (Computer-Assisted-Web-Interviews (CAWI) wie auch Computer-Assisted-Telephone-Interviews (CATI)). Die Fragen/Antworten (stimme nicht zu, stimme teilweise zu, stimme zu) zum Infektionsschutz teilen sich in Einstellungen (Attitudes) und Einschätzungen der gelebten Praxis (Status Quo). Die Berechnung erfolgt aus dem gewichteten geometrischen Mittel der Differenz zwischen zustimmenden und ablehnenden Antworten. Diese berücksichtigt die unterschiedliche Anzahl an Fragen in den verschiedenen Themenblöcken. Die Skala reicht dabei von 0 (stimme überhaupt nicht zu) bis 200 (vollständige Zustimmung).

Quellen:
*M: IP®-Index: Umfrage des Marktforschungsinstituts Psyma + Exevia Health im Auftrag der PAUL HARTMANN AG, 2025
** Healthcare Associated Infections