Desinfektionsberatung in der Apotheke

Was sind multiresistente Erreger (MRE) – und wie lassen sich Übertragungen vermeiden?

MRSA, VRE und MRGN verständlich erklärt – plus, warum Basishygiene im Alltag wirkt.

Multiresistente Erreger (MRE) verunsichern viele Kund*innen – zu Recht, denn Resistenzen erschweren die Therapie. Für die Prävention gilt jedoch: Händedesinfektion und Flächendesinfektion unterbrechenInfektionsketten zuverlässig. Lernen Sie mehr dazu in diesem Video, damit Sie Kund*innen sicher und kompetent beraten können.

Wichtig für Ihre Kundenberatung

Multiresistente Erreger – eine Übersicht

MRE sind Bakterien, gegen die viele Antibiotika nicht mehr wirken. Das macht Infektionen mit diesen Erregern besonders schwer behandelbar.

  • Die wichtigsten MRE: MRSA (resistenter Staphylococcus aureus), VRE (resistente Enterokokken) und MRGN (Sammelbegriff für resistente Darmbakterien wie E. coli oder Klebsiella, die normalerweise im Darm vorkommen)
  • Resistenz-Stufen: 3MRGN bedeutet, dass drei Antibiotika-Gruppen nicht mehr wirken, bei 4MRGN sind es sogar vier

Von der harmlosen Besiedlung zur gefährlichen Infektion

MRE sind oft resistente Varianten von Bakterien, die natürlich auf unserer Haut oder im Darm leben – erst wenn sie an die falsche Stelle gelangen, werden sie gefährlich.

  • Wo sie normalerweise leben: Staphylokokken auf der Haut und in der Nase, Enterokokken und andere Bakterien im Darm – dort sind sie harmlos
  • Wann sie gefährlich werden: Wenn die Bakterien in Wunden, Harnwege oder ins Blut gelangen, können sie Infektionen auslösen
  • Das Behandlungsproblem: Bei resistenten Bakterien stehen weniger wirksame Medikamente zur Verfügung
  • Besiedlung ohne Krankheit: Oft tragen Menschen MRE auf sich, ohne krank zu sein – haben aber ein höheres Risiko für Krankenhausinfektionen

Schutzstrategien gegen resistente Erreger

Hygienemaßnahmen bei MRE haben zwei Ziele: Den Träger selbst vor Infektionen schützen und die Weitergabe an andere Menschen verhindern.

  • Wichtigste Maßnahme: Gründliche Hände- und Flächendesinfektion mit alkoholbasierten Desinfektionsmitteln – die umfassende Wirkung von Alkohol hilft gegen sensible und resistente Bakterien
  • Zusätzlicher Schutz: In manchen Fällen ist eine Isolierung der infizierten Person nötig
  • Individuelle Bewertung: Welche Maßnahmen nötig sind, hängt vom jeweiligen Erreger und den Risikofaktoren ab
  • Besonderer Schutz: Vor allem gefährdete Personen mit schwachem Immunsystem müssen geschützt werden