Illustration einer offenen Hand, die sich mit Sterillium desinfiziert
Desinfektionsberatung

Desinfektionsmittel und Resistenz

So erklären Sie Ihren Kundinnen und Kunden den Unterschied zwischen Antibiotika-Resistenz und der zuverlässigen Wirkung von Desinfektionsmitteln.

Kann man gegen Desinfektionsmittel resistent werden, wenn man es oft verwendet?

Desinfektionsmittel sind in der täglichen Hygiene unerlässlich, um Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger zu bekämpfen. Aber viele Kundinnen und Kunden sorgen sich, dass häufiges Desinfizieren zu Resistenzen führen könnte – ähnlich wie bei Antibiotika.

Als Apothekerin oder Apotheker können Sie diese Bedenken kompetent ausräumen und erklären, warum Desinfektionsmittel auch bei regelmäßiger Anwendung zuverlässig wirken. Erfahren Sie, wie Sie die komplexen Wirkmechanismen verständlich vermitteln und Ihren Kundinnen und Kunden Sicherheit im Umgang mit Desinfektionsmitteln geben.

Das Wichtigste für Ihre Beratung auf einen Blick

  1. Klare Entwarnung bei Resistenzängsten: „Nein, Sie können keine Resistenz gegen Desinfektionsmittel entwickeln“. Der Grund: Desinfektionsmittel zerstören die gesamte Zellstruktur der Erreger –anders als Antibiotika, die nur an einer Stelle angreifen.

  2. Wirksamkeit bleibt immer erhalten: Auch tägliche, mehrfache Anwendung führt nicht zu nachlassender Wirkung. Selbst multiresistente Krankenhauskeime (MRSA) werden zuverlässig abgetötet.

  3. Richtige Anwendung sicherstellen: Einwirkzeit einhalten: z. B. 60 Sekunden bei Händedesinfektion Ausreichende Menge verwenden – Hände müssen vollständig benetzt sein. Bei häufiger Nutzung: Produkte mit Pflegezusätzen empfehlen
Illustration einer Kundenberatungsszene in einer Apotheke: Ein Kunde in rotem Pullover und einer blauen Tasche mit weißem Kreuz steht an einem Tresen und lässt sich von einer Mitarbeiterin in weißem Kittel beraten.

Warum Bakterien gegen Antibiotika resistent werden können – aber nicht gegen Desinfektionsmittel

Illustration von einem Bakterienkreis, der Medikamente abwehrt

Bakterien sind anpassungsfähige Organismen, die Strategien gegen Antibiotika entwickeln können:

  • Einzelne Bakterien mit zufälligen genetischen Veränderungen überleben die Antibiotika-Behandlung, diese vermehren sich und bilden resistente Stämme.
  • Das bedeutet, dass bestimmte Medikamente nicht mehr in der Lage sind, die Bakterien zu zerstören oder deren Wachstum zu hemmen. Dies kann zur Entstehung von multiresistenten Erregern führen, die gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig unempfindlich sind.
  • Bei Desinfektionsmitteln ist diese Resistenzentwicklung jedoch nicht möglich – der Grund liegt im völlig unterschiedlichen Wirkmechanismus.

Der Mehrfachangriff von Desinfektionsmitteln macht den entscheidenden Unterschied

Desinfektionsmittel mit alkoholischen Wirkstoffen attackieren Erreger grundlegend anders als Antibiotika.

Antibiotika greifen gezielt in spezifische Stoffwechselprozesse des Bakteriums ein und wirken nur an einer bestimmten Stelle. Bakterien können diese eine Stelle „schützen“ und resistent werden.

Desinfektionsmittel mit alkoholischen Wirkstoffen schädigen die Zellstrukturen von Bakterien in so vielen Bereichen gleichzeitig, dass eine Resistenzbildung nahezu ausgeschlossen ist:

  • Zerstörung der Zellwand: Desinfektionsmittel durchdringen die Zellhülle der Bakterien und zerstören diese.
  • Eiweißzerstörung: Die Aktivsubstanz in Desinfektionsmitteln interagiert mit Proteinen (Eiweiß) in Bakterien, was deren Struktur zerstört, die Zelle stark beeinträchtigt und sie letztendlich inaktiviert.
  • Der entscheidende Unterschied zu Antibiotika: Da Desinfektionsmittel unspezifisch chemisch an vielen Stellen gleichzeitig angreifen, können Bakterien keine Schutzmechanismen entwickeln.
Illustration einer Bakterie in ihrer Zellmembran. DAneben eine Bakterie, dessen Zellmembran mit Hilfe von Sterillium geöffnet und zerstört wird

Wirksamkeit bei antibiotikaresistenten Bakterien

Illustration eines Desinfektionsmittels, dass auf Bakterien tropft
  • Desinfektionsmittel wirken auch bei Bakterien, die multiresistent sind und gegen ein oder mehrere Antibiotika eine Resistenz entwickelt haben.
  • Der Wirkmechanismus von Desinfektionsmitteln ist unabhängig von einer Antibiotikaresistenz. Das heißt, auch wenn Bakterien gegen Antibiotika resistent sind, können sie nicht gegen den unspezifischen Angriff durch Desinfektionsmittel „immun“ werden.
  • Mikroorganismen, die durch Desinfektionsmittel angegriffen werden, sind nach der Behandlung nicht mehr vermehrungsfähig und sterben ab.

Ein Desinfektionsmittel kann also die Zellhülle eines Bakteriums so weit zerstören, dass es seine Schutzfunktion verliert und nicht mehr überlebensfähig ist – auch wenn das Bakterium ansonsten resistent gegenüber Antibiotika ist.

Worauf Sie Ihre Kundinnen und Kunden hinweisen sollten

Für die optimale Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln müssen folgende Punkte beachtet werden:

Wirkungsspektrum prüfen

  • Abhängig vom Krankheitserreger, der bekämpft werden soll
  • Nicht jedes Produkt wirkt gegen alle Erregertypen

Einwirkzeit einhalten

  • Jedes Desinfektionsmittel hat eine spezifische Einwirkzeit
  • Nur bei vollständiger Einwirkzeit ist die Wirksamkeit garantiert

Bei häufiger Anwendung

  • Produkte mit pflegenden Komponenten empfehlen
  • Auf gute Hautverträglichkeit achten
  • Regelmäßige Hautpflege nicht vergessen
Illustration einer Lupe, die den Text mit den Inhaltsstoffen einer Sterilliumflasche vergrößert

Fazit: Sichere Anwendung ohne Resistenzrisiko – auch bei täglichem Gebrauch

Die wichtigste Botschaft für Ihre Kundinnen und Kunden: Händedesinfektionsmittel mit alkoholischen Wirkstoffen können bedenkenlos mehrmals täglich verwendet werden – es entwickelt sich keine Resistenz.

Die wichtigsten Argumente in der Beratung:

  • Die 99,99 % Keimreduktion gilt bei jeder einzelnen Desinfektion, egal ob einmal oder mehrfach täglich angewendet
  • Auch multiresistente Keime werden zuverlässig abgetötet
  • Bei häufiger Anwendung sollte man auf hautpflegende Händedesinfektionsmittel achten

Der entscheidende Unterschied: Während Antibiotika tatsächlich zu Resistenzen führen können, greifen Desinfektionsmittel so umfassend an, dass eine Anpassung der Erreger unmöglich ist.