Bacillol® Zero Tissues
DESINFACTS: Sie nutzen seit einigen Wochen für Ihre direkten Beobachtungen der Händehygiene die eHealth-Anwendung Observe. Wie verändert die Digitalisierung des Compliance-Monitoring die Arbeit von Hygieneverantwortlichen?
Brigitte Rüstau: Grundlegend. Vor allem im Hinblick auf die Datenverwertung. Schon die direkte Beobachtung nimmt viel Zeit in Anspruch – eine viel größere Hürde war aber bislang die Frage, was mache ich jetzt mit den ganzen Daten? Die gesammelten Beobachtungsergebnisse mussten ja noch in Excel-Tabellen eingegeben und dann ausgewertet und dargestellt werden. Und das möglichst zeitnah. Das erzeugte schon einen großen Druck und die Zeitspanne zwischen Beobachtung und ausführlichem Feedback, welches für die Verhaltensänderung so wichtig ist, fiel dann einfach sehr lang aus. Mit Observe lässt sich die Datenflut nun endlich managen.

DESINFACTS: Wie das?
Brigitte Rüstau: Mit Observe können die Beobachtungen einfach mit dem Handy oder Tablet durchgeführt werden. Statt Stift und Zettel wird per Klick festgehalten, ob eine Händedesinfektion im richtigen Moment durchgeführt wurde oder nicht. Das Besondere an der App: Die anschließende Datenübertragung und -auswertung erfolgt komplett automatisch. So können Sie morgens beobachten und nachmittags bereits eine professionelle Auswertung der Ergebnisse mit Grafiken und Charts präsentieren. Und das ohne besondere technische Vorkenntnisse.
DESINFACTS: Wie wichtig sind diese Auswertungen für Sie?
Brigitte Rüstau: Die Dokumentation der Hygienequalität wird immer wichtiger – auch vor dem Hintergrund gesetzlicher Auflagen wie beispielsweise durch IQTIG, oder bei Behörden, zum Beispiel im Ausbruchsfall. Persönlich finde ich es aber auch wichtig, innerhalb der Einrichtung, vor der Klinikleitung und in der Chefarztrunde valide Daten präsentieren zu können – mit Ergebnissen, die hochprofessionell in Grafiken daherkommen. Diese Daten zweifelt niemand an und auf diese Weise können wir als Hygienefachkräfte sehr glaubwürdig Schwächen, aber auch Potenziale der Hygiene aufzeigen.
DESINFACTS: Wie wirkt sich die Mobilität der Anwendung auf die Produktivität Ihrer Arbeit aus?
Brigitte Rüstau: Das Handy trage ich immer bei mir. Jetzt nutze ich es oft während der Wartezeiten bei
Terminen zu Spontanbeobachtungen. Dadurch beobachte ich zahlenmäßig viel mehr und auf unterschiedlichsten Stationen. Das führt dazu, dass sich die Kollegen an Compliance-Beobachtungen gewöhnen und wir durch die Breite und Anzahl der Beobachtungen auch ein viel realistischeres Bild der tatsächlichen Händehygiene-Compliance erhalten.
DESINFACTS: Können digitale Anwendungen das Image der Hygiene positiv beeinflussen?
Brigitte Rüstau: Ja, auf jeden Fall. Hygiene ist ja bislang nicht gerade der Inbegriff der Modernität gewesen. Dass auch wir jetzt mit digitalen Instrumenten arbeiten, zeigt, dass wir zeitgemäß sind. Dadurch wird uns mehr Aufmerksamkeit und mehr Respekt entgegengebracht. Dies trägt auch ein wenig dazu bei, dass sich das Bewusstsein für die Bedeutung der Hygiene und für die Patientensicherheit generell verändert