Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung

Schutzausrüstung abgesehen von OP-Handschuhen und -Mänteln

Welche Schutzkleidung wird empfohlen?

„Persönliche Schutzausrüstung (PSA) bezeichnet Schutzkleidung, Hauben, Handschuhe, Gesichtsschutz, Schutzbrillen, Gesichtsmasken und/oder Atemschutzmasken oder andere Ausrüstung, die den Träger vor Verletzungen oder der Übertragung von Infektionen oder Krankheiten schützen soll …

… Bei ordnungsgemäßer Verwendung fungiert PSA als Barriere zwischen infektiösen Materialien wie viralen und bakteriellen Kontaminanten und der Haut, dem Mund, der Nase oder den Augen (Schleimhäuten).“1

Hier liegt der Schwerpunkt auf Bereichskleidung, Hauben, Masken, Schuhen usw., mit besonderem Augenmerk auf PSA.

Leitlinien

Leitlinien
LeitlinienEmpfehlungKategorie (falls genannt)
CDC2„Beim Betreten des Operationssaals muss eine chirurgische Gesichtsmaske getragen werden, die Mund und Nase vollständig bedeckt, wenn die Operation in Kürze beginnt oder bereits durchgeführt wird oder wenn sterile Instrumente offen bereitliegen. Die Maske ist während der gesamten Operation zu tragen.“

Kategorie IB*

„Beim Betreten des Operationssaals muss eine OP-Haube getragen werden, die die Haare vollständig bedeckt.“Kategorie IB*

„Zur Prävention postoperativer Wundinfektionen müssen keine Überschuhe getragen werden.“

Kategorie IB*

„OP-Kasacks, die mit Blut oder anderen potentiell infektiösen Materialien sichtbarverschmutzt, kontaminiert und/oder durchfeuchtet sind, müssen gewechselt werden.“

Kategorie IB*

WHO3„An jedem Zugang zur Sterilgutversorgungsabteilung muss geeignete persönliche Schutzausrüstung vorhanden sein.“3Keine explizite Empfehlung
„Am Ausgang muss ein Abfalleimer für gebrauchte persönliche Schutzausrüstung bereitstehen, vorzugsweise in der Nähe des Handwaschbeckens.“Keine explizite Empfehlung
NICE4„Das gesamte Personal sollte in allen Bereichen, in denen operiert wird, spezifische, nicht-sterile OP-Bekleidung tragen.“-
KRINKO5Die Kommission empfiehlt allen Personen, die die Operationsabteilung betreten wollen, in der Personalumkleide ihre gesamte Oberbekleidung einschließlich der Schuhe abzulegen und im reinen Bereich nach hygienischer Händedesinfektion keimarme Bereichskleidung (z. B. Hose, Hemd/Kittel, OP-Schuhe) anzulegen.Kategorie II
Bei zu erwartender Durchfeuchtung flüssigkeitsdichte Schuhe verwenden (unter dem Aspekt des Personalschutzes).Kategorie IV

Vor Betreten des Operationsraumes einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Haarschutz anlegen.

Kategorie IB

Haarschutz und Mund-Nasen-Schutz müssen sämtliche Bart- und Kopfhaare sowie Mund und Nase vollständig bedecken, ebenso eine ggf. aus persönlichen Gründen zusätzlich getragene Kopfbedeckung.

Kategorie II
Den MNS vor jeder Operation und bei sichtbarer Verschmutzung oder Durchfeuchtung erneuern.

Kategorie II

Wurde der MNS entfernt, so wird er durch einen neuen MNS ersetzt. Anschließend eine hygienische Händedesinfektion durchführen.

Kategorie IB

Bei Gefahr des Verspritzens von Körper- oder Spülflüssigkeiten ist das Tragen einer Schutzbrille bzw. eines Gesichtsschildes aus Gründen des Personalschutzes angezeigt, um den Kontakt mit potentiell infektiöser Körperflüssigkeit zu verhindern.

-

Das Personal sollte die Operationsabteilung durch die Personalumkleide verlassen und dort die gesamte Bereichskleidung ablegen.

-

Anmerkung

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass in Europa formale oder unterschiedliche gesetzliche Anforderungen an die Krankenhaushygiene und den Arbeitsschutz parallel und unabhängig voneinander definiert sind (unterschiedliche Perspektiven). Dabei spielt die individuelle, vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber in einem dynamischen und situationsbezogenen Sinne eine besondere Rolle im Arbeitsschutz, sodass sich ein kundenspezifischer Bedarf an zusätzlichen Anforderungen oder Zertifizierungen ergeben kann, auch wenn es keine allgemein verbindlichen Anforderungen für bestimmte Zertifizierungen gibt. Manchmal können scheinbar allgemeine Anforderungen auch regional aus allgemeinen Verwaltungsmaßnahmen im Sinne einer „Kettenreaktion“ entstehen.

Empfohlene Vorgehensweise

  • Alle Personen, die die Operationsabteilung betreten wollen, sollten ihre Oberbekleidung ablegen und keimarme Bereichskleidung anlegen.5

  • Vor dem Betreten des Operationssaals muss eine chirurgische Gesichtsmaske getragen werden, die Mund und Nase vollständig bedeckt.2,5 Die Maske ist während der gesamten Operation zu tragen.2

Verschiedene Arten von Masken

  • Vor Betreten des Operationsraumes muss eine Haube oder ein Haarschutz angelegt werden, die bzw. der sämtliche Bart- und Kopfhaare vollständig bedeckt.2,5

  • Es müssen keine Überschuhe getragen werden. Bei zu erwartender Durchfeuchtung sind jedoch flüssigkeitsdichte Schuhe zu verwenden.5


  • Bei Gefahr des Verspritzens von Körper- oder Spülflüssigkeiten ist eine Schutzbrille bzw. ein Gesichtsschild zu tragen, um den Kontakt mit potentiell infektiöser Körperflüssigkeit zu verhindern.5

  • Am Zugang zum Operationsraum muss geeignete PSA vorhanden sein und an den Ausgängen müssen Abfalleimer für gebrauchte PSA bereitstehen.3

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der einen optimalen Verlauf der Operation gewährleistet

Neben der Schutzfunktion – sowohl im Hinblick auf die Patienten als auch auf das Personal – spielen auch das richtige Tragen, An- und Ablegen sowie der Komfort und in diesem Zusammenhang die Atmungsaktivität (gute Trageeigenschaften) eine entscheidende Rolle. Dies ist nicht nur entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden des Chirurgen, insbesondere bei langen, anstrengenden und schweißtreibenden Eingriffen, sondern kann auch das Ergebnis der Operation verbessern und das Infektionsrisiko für Patienten und Personal durch höheren Tragekomfort und bessere Konzentrationsfähigkeit aktiv verringern.

Risikofaktoren für eine Kontamination3

Das Risiko der Übertragung von Mikroorganismen von Instrumenten und Geräten hängt von folgenden Faktoren ab:

  • dem Vorhandensein von Mikroorganismen, ihrer Anzahl und ihrer Virulenz;
  • der Art des durchzuführenden Eingriffs (invasiv oder nicht-invasiv);
  • der Körperstelle, an der das Instrument oder Gerät verwendet wird.

Überlegungen zu PSA

Im Arbeitsschutz gelten zwei wichtige Grundprinzipien:

  • Risikobewertung

  • Definition von Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung

Da PSA als die am wenigsten sichere Maßnahme gilt, sollte im Vorfeld immer versucht werden, das Risiko durch andere Maßnahmen zu verringern, so dass die PSA gar nicht notwendig wäre.

Studien haben ergeben, dass Schutzmaßnahmen beeinflusst werden durch:6

  • ein klares Verständnis der Leitlinien

  • Unterstützung durch Vorgesetzte

  • Kommunikation über Leitlinien

  • ausreichende Ressourcen

  • den wahrgenommenen Nutzen der Einhaltung von Leitlinien

  • Komfort der persönlichen Schutzausrüstung

  • Verfügbarkeit von Ressourcen

Für einen wirksamen Schutz in klinischen Bereichen benötigen medizinische Fachkräfte angemessene Kenntnisse und Fähigkeiten im Zusammenhang mit PSA, wie etwa:6

  • geeignete Auswahl

  • Anlegen

  • Ablegen

  • Dekontamination

  • Entsorgung

Alle aufgeführten Inhalte und Empfehlungen sind als Auszüge aus der Originalliteratur zu betrachten und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Literatur
  1. U.S. Food & Drug Administration (2020) Personal Protective Equipment for Infection Control. Abgerufen unter: https://www.fda.gov/medical-devices/general-hospital-devices-and-supplies/personal-protective-equipment-infection-control.
  2. CDC (1999) Guideline for Prevention of Surgical Site Infection. Infect Control Hosp Epidemiol. 20(4): 247–278.
  3. WHO (2018) Global guidelines for the prevention of surgical site infection. World Health Organization 2018.
  4. NICE (2020) Surgical site infections: prevention and treatment. NICE guidelines. Veröffentlicht: 11. April 2019. Zuletzt aktualisiert: 19. August 2020. www.nice.org.uk/guidance/ng125.
  5. KRINKO (2018) Prävention postoperativer Wundinfektionen. Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsbl 61: 448–473.
  6. George J, et al. (2023) Factors Influencing Compliance With Personal Protective Equipment (PPE) Use Among Healthcare Workers. Cureus 15(2): e35269.

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