Mann sitzt im öffentlichen Raum und niest in seine Armbeuge
Auf unsichtbaren Pfaden

Wie sich Krankheitserreger verbreiten

Stell dir vor, du hast eine Erkältung. Niesen, Schnauben und Husten inklusive. Schon verbreitest du winzige Tröpfchen mit Erregern in deiner Umgebung. Und wie gelangen diese Erreger von einem Menschen zum anderen? Welche Rolle spielen dabei die verschiedenen Übertragungswege?

Überlebenskünstler Keim

Die Keimvielfalt lässt sich mit einer Olympiade vergleichen: Je mehr Sportler* teilnehmen, desto härter der Wettkampf um das Vorrecht. Auch Keime kämpfen – ums Überleben. Deshalb sind Mikroorganismen strategische Meister: Sie haben vielfältige Wege entwickelt, um sich weiterverbreiten zu können.

Beispiel Viren: Schon rund zehn Noro-, Adeno-, Rota- oder Astroviren genügen, um in 10 bis 48 Stunden Inkubationszeit eine Infektion auszulösen.

Direkte Übertragung: Tröpfchen-, Kontakt- und Schmierinfektion

zwei Frauen unterhalten sich im Cafe

Tröpfcheninfektion:

Beim Husten, Niesen oder Sprechen werden kleine Tröpfchen ausgestoßen, die Erreger enthalten. Diese können von anderen Menschen eingeatmet werden. Vor allem in der kalten Jahreszeit halten sich mehr Viren in der Luft auf, denn bei niedrigen Temperaturen sind sie stabiler. Erkältung und Grippe sind typische Tröpfcheninfektionen.

Schmierinfektion:

Dabei werden Erreger über verseuchte Oberflächen wie Türklinken, Handys oder Bürotische übertragen. Wenn du dir danach an Nase, Mund oder Auge fasst, gelangen die Erreger in den Körper. Für solch eine Infektion braucht es Krankheitserreger, die sich auf Flächen lange halten können, etwa Adeno-, Rota und Noroviren. Auch Bakterien überleben, unbekämpft, über große Zeiträume. Teils jahrelang.

Typische Erkrankungen durch Viren sind Magen-Darm-Infektionen, die Grippe und Herpes. Infektionen durch Bakterien sind etwa Typhus und Tuberkulose und Fuß- oder Nagelpilz übertragen sich wiederum durch Pilz-Erreger.

Kontaktinfektion:

Durch direkten Körperkontakt, wie beim Händeschütteln oder bei Umarmungen, werden Erreger zwischen zwei Menschen übertragen. Beispielerkrankungen einer Kontaktinfektion sind Warzen und Hautpilz. Auch Grippe, Herpes und Bindehautentzündungen sind typisch.

Indirekte Übertragung

Nicht alle Erreger werden direkt übertragen. Manche sehr widerstandsfähige Keime schwirren zum Beispiel als Aerosole, winzige Tröpfchen, durch die Luft. Lange bleiben sie infektiös und haben beste Chancen auf ihre Verbreitung in einem neuen Organismus. Das Tuberkulose-Bakterium ist ein Beispiel.
Auch verunreinigtes Wasser oder ein Mückenstich sind bei den indirekten Übertragungswegen zu nennen.

Diese Wege erschweren eine effektive Bekämpfung mit Desinfektion umso mehr. Dennoch: Wer regelmäßig Hand und Fläche desinfiziert, minimiert das Ansteckungsrisiko durch Viren und Co. maßgeblich.
Frau desinfiziert Hände mit einem Tuch nach dem Einkaufen

Was eine Ansteckung beeinflusst

  • Virulenz:
    Je aggressiver ein Erreger ist, desto wahrscheinlicher löst er eine Infektion aus.
  • Infektionsdosis:
    Eine hohe Erregeranzahl erhöht das Risiko einer Infektion.
  • Immunsystem:
    Ein geschwächtes Immunsystem macht anfälliger für Infektionen.

*Disclaimer Geschlechtsangaben:

Soweit im Text nur die männliche Form verwendet wird, geschieht dies lediglich zur sprachlichen Vereinfachung. Die Angaben beziehen sich gleichermaßen auf alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten.