Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 36 Weltwirtschaft erholt sich 2022 weiter Der IWF rechnet für das Jahr 2022 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 4,9 %. Für Europa erwartet die EU-Kommission eine Wachstumsrate von 4,3 %. Die Prognose für das Wirtschafswachstum der weltgrößten Volkswirtschaft USA beziffert die US-Notenbank mit 4 %. Entscheidende Einflussfaktoren sind die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, mögliche Störungen in den Lieferketten sowie die steigende Inflation in Verbindung mit dem sprunghaften Anstieg der Energiepreise und Frachtkosten. Die Nachfrage nach deutschen Produkten auf den Weltmärkten bleibt hoch. Die Bundesregierung prognostiziert für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,6 %. Voraussetzung hierfür ist die Stabilisierung der Lieferketten. Weiter steigender Kostendruck in den Gesundheitssystemen Die Corona-Pandemie wird weiterhin die Ressourcen der Gesundheitssysteme beanspruchen. Ihr Verlauf und die Erfolge der Eindämmungsmaßnahmen werden maßgeblich über die Auslastung von Krankenhäusern und die Frequenz von routinemäßigen Arztbesuchen sowie über die Nachfrage nach Medizinprodukten entscheiden. Zudem werden auch weiterhin Faktoren wirken, die die Gesundheitssysteme in Europa und weltweit seit geraumer Zeit beschäftigen: die fortschreitenden und durch die Pandemie teils beschleunigten Effekte der Digitalisierung, steigende Fracht- und Materialpreise, der enorme Kostendruck in den Gesundheitssystemen, demografische Verschiebungen und die Fragen nach der künftigen Gesundheitsversorgung und Pflege. Zusätzlich mahnt der Marburger Bund, dass der Fachkräftemangel und die Entwicklung der Versorgungskapazitäten im Gesundheitswesen einen erheblichen Einfluss auf die Produktnachfrage haben werden. Insgesamt erwartet der Deutsche Industrieverband für Medizintechnik einen weltweit weiter zunehmenden Kostendruck auf die Gesundheitssysteme. Gründe dafür sieht er in den Kosten der Pandemiebekämpfung, der notwendigen Modernisierung der IT-Strukturen in den Krankenhäusern und dem Aufholen des Investitionsstaus der letzten Jahre. Medizinische Einrichtungen werden vor diesem Hintergrund weiterhin versuchen, durch professionalisierte Beschaffungsstrategien Kosten einzusparen. Einige Krankenhäuser werden außerdem ihre ambulanten Angebote zunehmend ausweiten. Starkes Wachstum des digitalen Gesundheitsmarktes Die Unternehmensberatung Roland Berger schätzt das Wachstum des digitalen Gesundheitsmarkts in Europa bis 2025 auf 232 Mrd. EUR. Allein in Deutschland soll der Markt bis dahin ein Volumen von 57 Mrd. EUR erreichen. Das Wachstum wurde durch die Corona-Pandemie beschleunigt. Die aktuelle Schätzung übersteigt die aus dem Jahr 2019 um beinahe 50 %. Zu den Treibern dieser Entwicklung zählt die Unternehmensberatung PwC den hohen Kostendruck und den Personalmangel in Krankenhäusern ebenso wie die Verlagerung von Patienten aus dem stationären in den ambulanten Bereich. Vor allem in der ambulanten Pflege sind Notwendigkeit und Potenzial der Digitalisierung besonders hoch: Der Pflegereport 2021 der Krankenkasse BARMER besagt, dass die Zahl der zuhause versorgten Pflegebedürftigen in Deutschland innerhalb der nächsten Jahre mehr als viermal so groß sein wird wie die der stationär Versorgten. Der Einsatz digitaler Lösungen kann den Belastungen des demographischen Wandels auf die Gesundheitssysteme grundsätzlich entgegenwirken. Hilfreich ist dabei, dass die Pandemie die Bereitschaft zur Nutzung digitaler Lösungen in der Breite der Bevölkerung deutlich erhöht hat. PROGNOSEBERICHT

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