Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

Geschäftsbericht 2021 | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 37 Segmente bedienen Wachstumsmärkte Die Corona-Pandemie und das Bestreben, speziell in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Infektionen zu vermeiden, rücken das Thema Infektionsschutz verstärkt in den Fokus. Nach eigenen Schätzungen geht HARTMANN für Desinfektionsprodukte in Europa bis 2023 von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 3 % aus. Ähnlich verhält es sich beim Markt für Schutzkleidung im medizinischen Bereich. Hier sagt das Marktforschungsunternehmen Research and Markets von 2020 bis 2027 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,6 % für Europa voraus. Für den Inkontinenzmarkt geht die Unternehmensberatung Price Hanna Consultants in Europa bis 2025 von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5,6 % aus. Die Nachfrage nach Inkontinenzprodukten steigt proportional zur alternden Bevölkerung. Bis 2030 wird laut Weltgesundheitsbehörde weltweit einer von sechs Menschen 60 Jahre oder älter sein. Die demographische Entwicklung wird auch die künftige Nachfrage auf dem Markt für moderne und traditionelle Wundversorgungsprodukte ansteigen lassen. Das Marktanalyse-Unternehmen SmartTRAK erwartet angesichts einer alternden Bevölkerung im Bereich der modernen Wundversorgung bis 2025 in Europa ein jährliches durchschnittliches Wachstum von 3,5 %. Als stärkste Wachstumstreiber werden Schaumverbände und insbesondere silikonbeschichtete Produkte genannt. Umsatz- und Ergebnisrückgang erwartet Die HARTMANN GRUPPE wird auch im Jahr 2022 ein verlässlicher Partner ihrer Kunden sein. Mit gesamtheitlichen Angeboten aus Produkten und Beratungsleistungen wird sie ihre Positionierung als Lösungsanbieter schärfen. Aufgrund der nachhaltig durch die Corona-Pandemie erschwerten Marktbedingungen rechnet HARTMANN für das Jahr 2022 mit einer weiter rückläufigen Geschäftsentwicklung. Unter Berücksichtigung hoher pandemiebedingter Prognoseunsicherheit erwartet das Unternehmen, dass die positiven Effekte der Pandemie auf den Geschäftsverlauf, vor allem beim Absatz von Schutzprodukten und Desinfektionsmitteln, weitgehend ausbleiben werden. Zurück bleibt ein durch die Pandemie reduzierter Markt wegen geringeren Auslastungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, verbunden mit deutlichen Erhöhungen bei Rohmaterial- und Transportkosten. Letztere können nur teilweise durch Preiserhöhungen an den Markt weitergegeben werden. Zur Stärkung des Unternehmens ist es daher vorrangig, das im Jahr 2019 begonnene Transformationsprogramm konsequent fortzusetzen. Das Programm hat das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Kerngeschäfte durch Erhöhung der Innovationsrate und Verbesserung der Kostenposition zu steigern und damit das Unternehmen mittel- und langfristig zu stärken. Kostensenkungen bilden dabei einen Fokus. Zudem hält HARTMANN an seinen umfangreichen Investitionsplänen fest. Wie bereits im Vorjahr sind auch im laufenden Jahr Investitionen in Höhe von rund 150 Mio. EUR geplant, signifikant mehr als in den Jahren vor 2021. Damit werden vor allem Produktionsanlagen und deren Infrastruktur modernisiert und eine wachsende Anzahl an Produktneuerungen auf den Markt gebracht. Die geringen Auslastungen imMarkt sowie die deutlichen Erhöhungen bei Rohmaterial- und Transportkosten können zwar in großen Teilen, aber noch nicht gänzlich, durch die hohen positiven Ergebnisbeiträge aus Maßnahmen des Transformationsprogramms ausgeglichen werden. Daher wird für das Jahr 2022 eine Belastung für das Ergebnis erwartet. Während HARTMANN bei allen Kernsegmenten von einem rückläufigen Ergebnis ausgeht, zeigen sich beim Umsatz Unterschiede: Im Segment Wundversorgung rechnet das Unternehmen mit einer Umsatzsteigerung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021, im Segment Infektionsmanagement mit einem Umsatzrückgang und im Segment Inkontinenzmanagement mit einer stabilen Umsatzentwicklung. Unter der Voraussetzung, dass sich die aktuellen Annahmen als zutreffend erweisen und nach Abwägung der Chancen und Risiken, die aus den wesentlichen Einflussfaktoren resultieren, rechnet die HARTMANN GRUPPE für das Geschäftsjahr 2022 derzeit nach wie vor mit einem moderaten organischen Umsatzrückgang und einem rückläufigen bereinigten EBITDA von nunmehr 190 bis 230 Mio. EUR. Mögliche Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts auf unser Geschäft sind noch nicht quantifizierbar und daher auch nicht in der Prognose berücksichtigt. Die HARTMANN GRUPPE überprüft ihre Annahmen, Planungen und Prognosen fortlaufend und aktualisiert diese bei Bedarf. Die tatsächliche Entwicklung kann für den Fall, dass die Erwartungen und Annahmen nicht eintreten, sowohl positiv als auch negativ von der Prognose abweichen.

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