Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 34 der Beschaffungsmärkte, der strengen Auswahl und Qualifizierung von Lieferanten, engmaschigen Qualitätskontrollen, einem Bestandsmanagement und Rahmenverträgen mit Zulieferern. Dabei nutzt der Konzern aktiv das Sparpotenzial der Bündelung von Beschaffungsaktivitäten. Der Konzern identifiziert und qualifiziert zudem kontinuierlich Zweitlieferanten, um die Abhängigkeit - sofern in der Gesamtbetrachtung sinnvoll - von einzelnen Zulieferern zu reduzieren. Der Ergebniseinfluss der Lieferantenrisiken liegt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Auch in den HARTMANN Produktionsstätten bestehen grundsätzlich Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Das Unternehmen begegnet diesen mit fortlaufend verbesserten Verfahren und kontrolliert die Erfüllung eigener, nationaler und internationaler Standards und Normen kontinuierlich. Nicht kontrollierbare externe Einflüsse wie Naturkatastrophen oder die aktuelle Pandemie könnten die Unterbrechung der Geschäftstätigkeiten an einzelnen Standorten zur Folge haben und das Unternehmen daran hindern, seine Produktions- und Dienstleistungen zu erbringen. HARTMANN hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen der Pandemie abzufedern. Zu diesen zählen eine Task Force sowie Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und dem Erhalt der Liefersicherheit insbesondere bei dringend benötigten Medizinprodukten. Obwohl sich die Hauptstandorte des Unternehmens in Europa und damit in einem Gebiet mit bislang überschaubarem Naturkatastrophenpotenzial befinden, können auch hier Extremereignisse wie die Flutkatastrophe des Sommers 2021 nicht ausgeschlossen werden. Das Unternehmen trifft Vorkehrungen, um mögliche Schäden zu minimieren. Dazu gehört vor allem die Absicherung der Standorte durch Versicherungen. Der Ergebniseinfluss der Risiken für die Produktion ist im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anzusiedeln. Chancen und Risiken in Unterstützungsprozessen Bei der Besetzung offener Stellen erweisen sich der demografische Wandel und der Fachkräftemangel als Herausforderungen. Unbesetzte Positionen könnten geschäftliche Entwicklungen auf allen Ebenen behindern. HARTMANN steuert dem durch ein professionelles Personalmanagement mit Rekrutierungsstrategie, gezielte Mitarbeiterentwicklung und Nachfolgeplanung entgegen. Eine bedeutende Chance sieht das Unternehmen bei der Suche und langfristigen Bindung von Personal in seiner Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Dazu gehören auch differenzierte, international ausgerichtete Qualifizierungsprogramme und attraktive Vergütungssysteme. Durch dieses Maßnahmenpaket hält HARTMANN Personalrisiken niedrig und rechnet aktuell mit keinen wesentlichen Effekten auf die Ertragslage des Konzerns. Für HARTMANN entstehen durch die Digitalisierung der Gesundheitssysteme wesentliche neue Chancen bei der Unterstützung von Kunden und der Entwicklung zusätzlicher Services. Dies geht jedoch mit einem zunehmenden Umgang mit sensiblen persönlichen, vom Gesetzgeber besonders geschützten Daten einher. Auch die Digitalisierung eigener Geschäftsprozesse bietet durch Effizienzsteigerungen und mehr Transparenz wesentliche Chancen. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von einer reibungslos funktionierenden IT-Infrastruktur. Damit gewinnen Risiken an Bedeutung, die aufgrund von IT-Systemausfällen eine Unterbrechung der Geschäftsprozesse oder den Verlust oder die Verfälschung von Daten zur Folge haben. Hierzu zählt die steigende Cyberkriminalität. HARTMANN optimiert seine bestehenden IT-Systeme sowie die Schutz- und Sicherheitseinrichtungen permanent, um solche Risiken zu reduzieren. Darüber hinaus werden die eingesetzten Softwarelösungen und das Zugangsberechtigungsmanagement kontinuierlich modernisiert und standardisiert. Den strengen europäischen Datenschutzauflagen und den hohen Geldstrafen bei Verstößen trägt HARTMANN durch die Maßnahmen seiner Datenschutzabteilung Rechnung. Sofern externe Partner die IT-Systeme betreiben, definiert der Konzern Standards für die eingesetzte Hard- und Software sowie den Datenschutz. Die IT-Abteilung kontrolliert Umsetzung und Einhaltung dieser Vorgaben. Das Management sieht Cyber-Risiken als ein relevantes Thema mit möglicherweise niedrigem zweistelligen Millionen-Euro-Schadenpotenzial an und treibt die entsprechenden Gegenmaßnahmen deshalb konsequent voran. Durch Akquisitionen wie die des Online-Portals pflege.de erhält HARTMANN die Möglichkeit, sein Kompetenz- und Technologieportfolio im Rahmen der Gesamtstrategie zu erweitern und regionale Marktzugänge auszubauen. Bei Akquisitionen prüft das Unternehmen im Vorfeld über eine Due Diligence systematisch potenzielle Risiken und die erwartete Geschäftsentwicklung. Nach einer Akquise besteht das Risiko einer unerwarteten wirtschaftlichen Entwicklung des erworbenen Unternehmens. HARTMANN überwacht alle Neuerwerbungen im Rahmen eines kontinuierlichen Beteiligungscontrollings, um Planabweichungen frühzeitig zu erkennen und Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Die wirtschaftliche Auswirkung von Folgerisiken aus Akquisitionen wird deshalb - bis auf nicht beeinflussbare Themen wie Rückerstattungsänderungen - als gering eingeschätzt. Ein wichtiger Bestandteil der Risikofrüherkennung sind die zertifizierten Qualitätsmanagementsysteme des Konzerns. Strukturierte und eindeutig dokumentierte Prozesse sorgen für Transparenz und sind eine Vorbedingung für den Vertrieb von Produkten. Die HARTMANN Qualitätsmanagementsysteme sind nach den Normen ISO 9001 und ISO 13485 sowie nach der Verordnung für Medizinprodukte (EU) 2017/745 durch die Benannten Stellen zertifiziert und werden kontinuierlich weiter-

RkJQdWJsaXNoZXIy NDU5MjM=