Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

Geschäftsbericht 2021 | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 33 soliden Rating, eine Streuung von Guthaben auf verschiedene Institute oder ein kontinuierliches Bonitätsmonitoring der Banken, mit denen Geschäftsbeziehungen bestehen. Das Unternehmen stuft das Risiko des Ausfalls von Kernbanken auf dieser Basis als gering ein. Änderungen der steuerlichen Rechtsvorschriften, Rechtsprechung und Rechtsauslegung unter anderem bezüglich der Verrechnungspreise können zu Steuerbelastungen und Zinszahlungen, Untergang von steuerlichen Verlustvorträgen, Strafzahlungen oder sonstigen Strafen führen. HARTMANN schätzt dieses Risiko in Anbetracht des unverändert hohen Finanzierungsbedarfs der verschiedenen Staaten als zunehmend relevant ein. Das Unternehmen begegnet diesen Risiken durch eine kontinuierliche Überwachung und Einschätzung der steuerlichen Rahmenbedingungen, interne steuerliche Kontrollsysteme sowie qualifizierte steuerliche Beratung. Die potenziellen Auswirkungen der beschriebenen finanziellen Risiken betreffen alle Segmente und werden vom Management im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich eingestuft. Insgesamt ist das Unternehmen durch eine Eigenkapitalquote von 59,9 % sowie den hohen Bestand an Zahlungsmitteln und zugesagten offenen Kreditlinien finanziell gut aufgestellt. Compliance und rechtliche Risiken Rechtliche Risiken können in allen Segmenten u. a. durch die Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den relevanten Märkten oder Rechtsstreitigkeiten hervorgerufen werden. Schwebende Rechtsstreitigkeiten mit dem Potenzial einer substanziellen Gefährdung liegen nicht vor. Im Einzelfall trifft HARTMANN ausreichende Vorsorge in Form von Rückstellungen. Als global agierendes Unternehmen unterliegt der Konzern einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, die sich lokal teilweise stark unterscheiden. Um deren Einhaltung zu gewährleisten, prüft HARTMANN diese regelmäßig auf Änderungen und passt eigene Prozesse und Richtlinien gegebenenfalls an. In seinem für alle Mitarbeiter verbindlichen Code of Conduct hat das Unternehmen zudem die Grundlagen korrekten Verhaltens bei geschäftlichen Aktivitäten festgeschrieben. Lieferanten verpflichtet HARTMANN dazu, diese Verhaltensgrundsätze zu akzeptieren oder vergleichbare Grundsätze entlang der Wertschöpfungs- und Lieferkette umzusetzen. Um Verstöße zu vermeiden und Reputationsrisiken zu minimieren, hat der Konzern ein unternehmensweites Compliance-Programm implementiert. Dieses wird durch eine zentrale Compliance-Abteilung gesteuert und stellt die Einhaltung von ethischen Standards, Gesetzen und relevanten internen Vorgaben sicher. Das Programm wird kontinuierlich weiterentwickelt und umfasst regelmäßige Trainings für die Mitarbeitenden. Für Compliance-Verstöße steht ein Meldesystem zur Verfügung. Das Management sieht gegenüber dem Vorjahr angesichts der sich verschärfenden gesetzlichen Regularien einen Risikoanstieg und stuft potenzielle Compliance-Risiken aktuell im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ein. Die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns hängt u. a. vom Schutz technologischer Innovationen ab. HARTMANN sichert Produkt- und Technologieentwicklungen regelmäßig durch gewerbliche Schutzrechte, insbesondere Patente, ab. Der Wegfall von Schutzrechten durch Ablauf, Einschränkung oder Widerruf von Patenten kann dazu führen, dass HARTMANN bestehende Technologie- und damit Wettbewerbsvorteile oder Lizenzeinnahmen verliert. Risiken resultieren außerdem aus der Gefahr gewerbliche Schutzrechten Dritter durch Produkt- und Technologieentwicklungen zu verletzen. Die Patentabteilung prüft daher, ob fremde Rechte berührt werden, entwickelt gegebenenfalls schutzrechtsfreie Lösungen, erwirbt notwendige Lizenzen und Rechte oder sucht andere vertragliche Lösungen. Insgesamt rechnet das Management im Bereich der Patente und des geistigen Eigentums mit keinen wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Einige der HARTMANN-Produkte und -Systemlösungen bergen grundsätzlich das Risiko von Fehlfunktionen. Sie können zu Verletzungen oder Beeinträchtigungen führen. Dank des Einsatzes aller vertretbaren Maßnahmen des zertifizierten Qualitätsmanagements und der Beachtung aller gesetzlichen Vorschriften sind bis heute keine bedeutenden Schadenersatzansprüche aus Produkthaftungen gegen das Unternehmen geltend gemacht worden. Für die Zukunft kann dies jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Unabhängig von einem tatsächlichen Schadenersatzanspruch könnte das die Reputation des Konzerns schädigen und zu Kosten für juristische Unterstützung oder Rückrufaktionen führen. HARTMANN sichert sich hier durch eine Produkthaftpflichtversicherung ab. Aktuell bestehen in diesem Bereich keine wesentlichen Risiken. Chancen und Risiken in der Wertschöpfungskette HARTMANN nutzt für die Produktion in allen Geschäftssegmenten Rohstoffe, Komponenten, Handelswaren, Energie und Dienstleistungen von externen Lieferanten. Die aktuelle Verteuerung von Rohstoffen, Frachtkosten, Energie oder Material, eine begrenzte Zahl qualifizierter Zulieferer oder die Unterbrechung der Lieferkette können sich negativ auf Produktion, Absatz und Qualität der Produkte auswirken. Insbesondere besteht weiterhin das Risiko, dass Zulieferer pandemiebedingt ausfallen oder eingeschränkt lieferfähig sind. Zudem beeinflusst der wellenartige Pandemieverlauf die Volatilität der Nachfrage auf dem Gesundheitsmarkt, was die Logistik des Unternehmens vor Herausforderungen stellen kann. Dieser außergewöhnlichen Situation begegnet HARTMANN mit einer engen Überwachung

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