Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 32 Konzernrisikomanagementsystem Ein wichtiger Teil der Corporate Governance ist die regelmäßige und detaillierte Betrachtung von Chancen und Risiken für die HARTMANN GRUPPE. Der Vorstand der PAUL HARTMANN AG verantwortet ein angemessenes und wirksames Risikomanagementsystem und dessen kontinuierliche Verbesserung. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Wirksamkeit des Systems. Das zentral koordinierte Enterprise-Risk-Management-System der HARTMANN GRUPPE umfasst strategische und operative Risiken. Es legt einheitliche Regeln, Strukturen und Prozesse zur frühzeitigen Erkennung, Bewertung und Steuerung von Risiken fest. Das System basiert auf den gesetzlichen Anforderungen und orientiert sich an der ISO-Norm 31000 in ihrer aktuellen Form. Die Aktualität der Risikobewertungen und erforderlichen Maßnahmen wird durch eine globale Risikomanagementorganisation gesichert. Ihr gehören Risikoverantwortliche in allen Organisationsteilen an. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Bereichen Interne Revision, Versicherungsmanagement, dem Finanzbereich sowie systematisch eingebundenen zentralen Abteilungen. Der Vorstand bewertet zusammen mit dem Enterprise Risk Manager regelmäßig strategische Chancen und Risiken und deren Steuerung auf Konzernebene. Die Zukunftsanalysen des Enterprise Risk Managements unterstützen diesen Prozess. HARTMANN analysiert und bewertet Risiken systematisch und erhebt regelmäßig das Gesamtrisikoportfolio auf Konzernebene und den Stand der Maßnahmen. Ein separates System ermöglicht jederzeit Ad hoc-Risikomeldungen. Risiken werden, wo möglich, quantifiziert. Die Meldungen werden vom Enterprise Risk Management auf Plausibilität geprüft und konsolidiert. Bei erheblicher Risikorelevanz führen interne RisikoExperten eine Zweitbewertung durch. Die quantifizierten Risiken werden mittels einer Monte-Carlo-Simulation aggregiert und anhand des geplanten Geschäftsergebnisses bewertet. Die nachfolgenden Angaben basieren auf der Nettobetrachtung nach Maßnahmen und beziehen sich auf den Zeitraum von einem Jahr. Strategische Chancen und Risiken Nicht zuletzt vor demHintergrund der als Beschleuniger für den stetig steigenden Kostendruck in den Gesundheitssystemen wirkenden Corona-Pandemie besteht für HARTMANN das hohe Risiko eines weiter steigenden Preis- und Margendrucks. Dies stellt steigende Anforderungen an Kostenposition, Effizienz, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. HARTMANN betrachtet diese Herausforderungen gleichermaßen als Chance. Der Geschäftserfolg der HARTMANN GRUPPE hängt deshalb entscheidend von der konsequenten Umsetzung des im Jahr 2019 gestarteten strategischen Transformationsprogramms ab. Neben der Verbesserung der Kostenposition legt das Programm seinen Fokus auf die Entwicklung kosteneffizienter Innovationen und digitaler Services sowie auf die Erschließung attraktiver Marktsegmente. Damit adressierte HARTMANN bereits frühzeitig die durch die Pandemie beschleunigten Herausforderungen und Chancen des Marktes. So geht das Unternehmen beispielsweise davon aus, dass der sich weiter erhöhende Preis- und Margendruck in der Gesundheitsbranche vor allem im digitalen Bereich die Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen steigern wird. Zudem ist es wahrscheinlich, dass der anhaltende Kostensenkungsdruck eine weitere Verlagerung vom stationären zum ambulanten Sektor mit sich bringt. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass pharmazeutische, technische oder medizinische Entwicklungen zur Substitution führen und so Produktsegmente des Konzerns weniger oder nicht mehr nachgefragt werden. Um solchen disruptiven Entwicklungen frühzeitig zu begegnen und sie gegebenenfalls als Chance zu ergreifen, beobachtet das HARTMANN Enterprise Risk Management systematisch das Unternehmensumfeld und erstellt Trendanalysen und Szenarien zur Unterstützung strategischer Entscheidungen. HARTMANN sieht sich durch ihre Strategie für die kommenden Herausforderungen des Marktes gut aufgestellt. Finanzrisiken Preisänderungsrisiken für Rohstoffe und Ausgangsprodukte haben sich als Folge der Pandemie zuletzt massiv erhöht. Als weltweit operierendes Unternehmen ist HARTMANN zudem Auswirkungen von Währungsschwankungen ausgesetzt. Das Management dieser Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken erfolgt im Konzern durch das Corporate Treasury in enger Abstimmung mit den betroffenen Bereichen. Sofern möglich und wirtschaftlich sinnvoll, begrenzt es potenziell negative Auswirkungen durch Finanzinstrumente oder vertragliche Vereinbarungen. Detaillierte Informationen zu den Finanzinstrumenten und -risiken finden sich im Konzernanhang. Ausfallrisiken von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduziert HARTMANN, insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmenden weltweiten Verschuldungssituation, durch ein enges Monitoring offener Positionen und eine Kreditausfallversicherung. Insgesamt können diese Risiken als niedrig angesehen werden. Durch die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen besteht ein latentes Bonitätsrisiko von Geschäftsbanken. Ein Ausfall einzelner Institute könnte die dort bestehenden Guthaben gefährden. Das Unternehmen setzt zur Risikobegrenzung auf Maßnahmen wie die Auswahl von Kernbanken mit einem CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

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