Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE
30 Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht Gedämpfte Konjunkturerholung nach Einbruch der Weltwirtschaft Die Weltbank geht in ihrer aktuellen Prognose davon aus, dass die Weltwirtschaft 2021 um 4,0 %wächst. Damit erholt sie sich weniger schnell als zu Beginn der Pandemie erhofft. Das globale BIP wird Prognosen zufolge für längere Zeit deutlich unter dem Niveau von vor der Pandemie bleiben. Das erwartete Ausmaß der Erholung fällt für 2021 in den Volks- wirtschaften unterschiedlich aus: Während für China ein BIP- Wachstum von rund 7,9 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert wird, ist der Ausblick für die Eurozone und die USA mit prognosti- zierten Wachstumsraten von ca. 3,6 % beziehungsweise rund 3,5 % deutlich schwächer. Für die deutsche Wirtschaft geht das Institut für Weltwirtschaft (IfW) von einer verzögerten Erholung aus. Die Gründe dafür sieht das IfW im erneuten Aufflammen der Corona-Pandemie sowie den im November 2020 erneut eingeleiteten Shutdown-Maßnahmen. Für das Jahr 2021 erwartet das Institut eine Erhöhung des deut- schen Bruttoinlandsprodukts von lediglich rund 3,1 %. Der Ausblick für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist von außerordentlich hoher Unsicherheit geprägt. Von großer Bedeu- tung ist insbesondere der weitere Pandemieverlauf. Rückschläge bei der Eindämmung der Pandemie könnten den erwarteten Auf- schwung zum Erliegen bringen. Weitere Risikofaktoren liegen in den Auswirkungen des „Brexits“ sowie unterschiedlichen geopoli- tischen Risiken. Steigender Preisdruck in den Gesundheitssystemen Durch die Corona-Pandemie sind die staatlichen Gesundheitsaus- gaben 2020 europaweit relevant gestiegen. Das Beratungsunternehmen Deloitte geht davon aus, dass grundlegende Reformen erforderlich werden, um die Gesundheits- versorgung der Bevölkerung in den Ländern auch weiterhin zu ge- währleisten. Dabei wird der finanzielle Druck auf die Gesundheitssysteme in den kommenden Jahren steigen. Gründe hierfür sind unter ande- rem die Kosten für die Aufrechterhaltung und Entwicklung der Ge- sundheitssysteme sowie Investitionen in neue medizinische Tech- nologien. Der Bereich Infektionsschutz wird künftig in den Vordergrund rücken. Für Desinfektionsprodukte im Gesundheitsbereich rechnet der Marktdatenanbieter Arizton in den Jahren 2021 bis 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 12 %. Die Ursache dafür liegt nicht allein in Pandemien, sondern auch im zu- nehmenden Bestreben, speziell in Krankenhäusern und Pflegehei- men Infektionen zu vermeiden. Auch für den Markt für Schutzkleidung immedizinischen Bereich liegen hohe Wachstumsprognosen vor: Für die Jahre 2020 bis 2027 sagt das Marktforschungsunternehmen Grand View Research welt- weit ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,4 % voraus. PROGNOSEBERICHT HARTMANN erwartet auch für 2021 einen Einfluss der Corona-Pandemie auf die Ge- schäftstätigkeit. Dabei geht das Unterneh- men davon aus, dass die positiven Sonder- effekte bei einzelnen Produktgruppen zu- rückgehen, während der Budgetdruck in den Gesundheitssystemen weiter steigt. Die HARTMANN GRUPPE erwartet für das Jahr 2021 einen moderaten organischen Um- satzrückgang und rechnet mit einem berei- nigten EBITDA von EUR 210 bis EUR 260 Mio.
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