Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE
Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 31 Der zunehmende Anteil der über 65-Jährigen wird auch weiter- hin eine steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen hervor- rufen. Eine zentrale Rolle spielen dabei chronische Krankheiten und Multimorbidität - schon heute leben in Europa mehr als 50 Millio- nen Menschen mit mehr als einer chronischen Erkrankung. Nach einer Deloitte-Studie entsteht im Bereich der ambulanten und stationären Versorgung insbesondere durch die Zunahme pfle- gebedürftiger Menschen bis 2035 ein Bedarfszuwachs von nahezu 100.000 Vollzeitkräften, um für jede pflegebedürftige Person ein gleichbleibendes Zeitkontingent zu realisieren. Um eine Abwanderung von Fachkräften in andere Tätigkeitsbe- reiche zu verhindern, sind im Bereich der Pflege in den nächsten Jahren digitale Innovationen notwendig. Dabei kann mit Hilfe der Digitalisierung sowohl der Eintritt in die Pflegebedürftigkeit als auch die Inanspruchnahme pflegeintensiverer Versorgungsformen mini- miert werden. Parallel dazu sollen notwendige Unterstützungsan- gebote zur ambulanten Versorgung geschaffen werden. Dafür ist es erforderlich, digitale Lösungen aus der konkreten Versorgungs- situation heraus zu entwickeln. In Deutschland wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bis zum Jahr 2050 einer AOK-Studie zufolge auf mehr als 5 Mio. steigen. Unterscheidet man nach Versorgungsformen, so zeigt sich, dass vor allem die Versorgung zu Hause weiter stark zunehmen wird. Einer Deloitte-Studie zufolge wird der Anteil der Pflegebedürf- tigen, die zu Hause versorgt werden, bis 2035 auf 81 % steigen. Neben der Verlagerung der Patientenbehandlung vom statio- nären in den ambulanten Bereich verlangt auch der erhebliche Kos- tendruck im Krankenhaussektor zunehmend digitale Lösungen. Bei- spiele hierfür sind die elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen, klinische Entscheidungsunterstützungssys- teme zur Steigerung der Versorgungsqualität, eine telemedizinische Netzwerkstruktur oder ein digitales Medikationsmanagement. Die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert in ei- ner Studie, dass im Jahr 2025 für digitale Produkte und Anwendun- gen im Gesundheitsbereich 12 % der Gesundheitsausgaben aufge- wendet werden. Mit Blick auf das Gesundheitsverhalten der Men- schen wird in Zukunft auch Big Data zunehmend für die Entwick- lung digitaler Lösungen herangezogen werden. Als Experte in der Gesundheitsbranche kennt HARTMANN die Entwicklungen im Gesundheitsbereich und übernimmt mit innova- tiven kundenorientierten Lösungen auch in Zukunft Verantwortung für den sich ändernden Markt und die damit verbundenen gesell- schaftlichen Themen. Dabei hat HARTMANN die sogenannten Healthcare Professionals und die Patienten gleichermaßen im Blick.
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