Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE

Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 29 Zertifizierungen und Rahmenverträgen. Ein entsprechend installier- tes Bestandsmanagement dient der bestmöglichen Absicherung der Versorgung. Bei den für das Unternehmen relevanten Rohstof- fen und Ausgangsprodukten überwacht das zentrale Corporate Treasury Management zusätzlich Preisschwankungen und reduziert diese durch geeignete Sicherungsgeschäfte, sofern dies möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. In Produktion und Logistik bestehen Qualitäts-, Arbeitssicher- heits-, Umwelt- und Unterbrechungsrisiken. Diesen begegnet die HARTMANN GRUPPE mit fortlaufend verbesserten Verfahren sowie kontinuierlichen prozessbegleitenden Kontrollen im Hinblick auf die Erfüllung eigener und internationaler Standards und Normen. In au- ßergewöhnlichen Geschäftssituationen wie der Corona-Pandemie arbeitet das Unternehmen mit Expertengruppen an der Absiche- rung der Lieferketten bei einer gleichzeitigen Steigerung der Pro- duktionsmengen. Damit stellt die HARTMANN GRUPPE sicher, dass sie die erhöhte Nachfrage bedienen und gleichzeitig eine unverändert hohe Produktqualität garantieren kann. Digitaler Wandel und IT-Sicherheit Insbesondere in Zeiten des digitalen Wandels und der zunehmen- den Cyberkriminalität bilden für die HARTMANN GRUPPE verfüg- bare, zuverlässige und effiziente IT-Systeme die Basis der täglichen Arbeit. Das Unternehmen überwacht seine Systeme gesamtheitlich und sichert sie durch Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen der IT-Systeme ab. Um eine dauerhafte Funktionsfähigkeit der IT-Infra- struktur sicherzustellen, baut HARTMANN das IT-Sicherheitsma- nagement kontinuierlich weiter aus. Gleichzeitig erfolgt eine stetige Modernisierung und Standardisierung der Software und des Berechtigungsmanagements. Die fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse, die Sensibilität der Tätigkeitsfelder und das gesteigerte Sanktionspo- tential erhöhen die Bedeutung des Schutzes persönlicher Daten. Dem trägt HARTMANN durch die Präventionsaktivitäten seiner Datenschutzabteilung Rechnung. Hochqualifiziertes Personal als Erfolgsgrundlage Ein zentraler Faktor für die Entwicklung der HARTMANN GRUPPE sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Dafür setzt das Unter- nehmen auf ein professionelles Personalmanagement. Dieses be- grenzt Risiken unter anderem durch differenzierte, international ausgerichtete Qualifizierungsprogramme, attraktive Vergütungs- systeme, eine Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber und eine transparente interne Kommunikation. Bewährtes Risikoreduktionsmanagementsystem Der Risikobehandlung liegt bei HARTMANN ein Risikoreduktionsma- nagementsystem zugrunde, das die Unternehmensführung bei der Optimierung von Geschäftsprozessen unterstützt. Es basiert auf den gesetzlichen Anforderungen und orientiert sich an den Vorgaben der Norm ISO 31000 in ihrer aktuellen Form. Das System trägt we- sentlich dazu bei, alle relevanten Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu kommunizieren. So kann das Unternehmen bei Bedarf zeitnah effiziente Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen. Zu diesen Maßnahmen zählen internationale und länderspezifi- sche Versicherungsprogramme. Mit diesen sichert das Corporate Insurance Management als Teil des Gesamtsystems zur Risikoreduk- tion wesentliche, versicherbare Risikobereiche ab. Um das Scha- densrisiko zu reduzieren, führt das Unternehmen gemeinsam mit Versicherungsexperten regelmäßig Audits vor Ort durch. Den dabei identifizierten Risiken begegnet HARTMANN mit adäquaten Prä- ventions- und Schutzmaßnahmen. Im ständigen Dialog mit den Versicherern passt die Unternehmensgruppe die Versicherungspro- gramme zeitnah an veränderte Risikoverhältnisse an. Die chancen- und risikoorientierten Zukunftsanalysen des Risi- koreduktionsmanagements fließen in die strategische Planung des Konzerns ein. Zusammen mit der kurz- und mittelfristigen Planung bilden sie die Basis für ein systematisches Risikocontrolling auf Ebene der Geschäftseinheiten, der Einzelgesellschaften, der Regio- nen und des Konzerns. Die Konzernrevision ergänzt als Teil der in- ternen Kontrollsysteme diese Aktivitäten. Eine hohe Risikotranspa- renz stellt HARTMANN durch die intensive Zusammenarbeit des Risikoreduktionsmanagements mit der Internen Revision und dem Finanzbereich sowie die systematische Einbindung interner Exper- tengremien sicher. Dies trägt zu einer ganzheitlichen Betrachtung potenzieller Risikoquellen bei, die das Risikobewusstsein in der ge- samten Organisation stärkt. Darüber hinaus reduziert HARTMANN potenzielle Ineffizienzen, indem das Risikoreduktionsmanagement sein Augenmerk verstärkt auf die Effektivität und Effizienz von Risikobehandlungsmaßnahmen richtet. Strukturiertes Risikomanagement Die HARTMANN GRUPPE erhebt alle sechs Monate das Gesamt- portfolio der Risiken und den Stand der Maßnahmen auf Bereichs-, Funktions- und Konzernebene und erfasst zusätzlich jederzeit Ad- hoc-Risikomeldungen. Die Ergebnisse werden auf verschiedenen Konzernebenen konsolidiert und über das Risikoreduktionsma- nagement auf Plausibilität geprüft. Bei erheblicher Risikorelevanz erfolgt eine zusätzliche Expertenbewertung. Über die Monte-Carlo- Simulation werden die Erkenntnisse in Risikokategorien aggregiert und anschließend an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Über die quantitativen Risikobewertungsverfahren nach der Value-at-Risk-Methode kann HARTMANN auf der Basis einer kon- zernweiten standardisierten elektronischen Risikomanagement- plattform Risiken realistisch einschätzen und effektive Maßnahmen einleiten. Angesichts aller aktuell verfügbaren Informationen sieht die HARTMANN GRUPPE ihren Fortbestand als gesichert an.

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