Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE

Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Chancen-, Risiko- und Prognosebericht 27 Wachsende Absatzmärkte Eine Studie der Vereinten Nationen geht von einem weltweiten An- stieg der über 65-Jährigen um 37,1 % in den Jahren 2020 bis 2030 aus. Im europäischen Kernmarkt der HARTMANN GRUPPE wächst ihre Zahl um 19,2 % und damit mehr als 27 Millionen Menschen. Damit steigt auch die Anzahl der Pflegebedürftigen. Vor diesem Hintergrund wird auch ein wachsender Bedarf an Ärzten und Pfle- gekräften erwartet. Schon heute ist die zu geringe Zahl an Pflege- kräften ein gesellschaftliches und politisches Thema. Der Markt wird hier künftig zunehmend nach Lösungen verlangen, die über eine einfache Anwendung die Pflegetätigkeiten erleichtern. Insge- samt sorgt die demographische Entwicklung für einen steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen. Die damit einhergehenden Kos- ten stehen der notwendigen Konsolidierung öffentlicher Haushalte entgegen. Die Corona-Pandemie verstärkt diese Entwicklung kurz- bis mittelfristig. Somit ist in den Gesundheitsmärkten auch künftig mit wachsender Nachfrage, jedoch auch mit limitierten Budgets und einem weiter steigenden Preisdruck zu rechnen. Angeregt durch die Pandemie wird der Home-Health-Sektor neue Möglichkeiten bieten, die es in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen zu nutzen gilt. Für HARTMANN liegen in diesen Entwicklungen Chancen, an denen das Unternehmen mit weiten Teilen seines Produkt- und Ser- viceportfolios partizipieren wird. Die Entwicklung von Produkten und Lösungen ist auf klinische Ergebnisse, operative Vereinfachun- gen und Patientenzufriedenheit orientiert. Entwicklungen durch SARS-CoV-2 Die globale Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 betrifft die HARTMANN GRUPPE als systemrelevantes Unternehmen des Gesundheitssektors. HARTMANN hat eine Task Force eingerichtet und zeitnah Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Erhalt der Liefersicherheit insbesondere bei dringend benötigten Medizinpro- dukten ergriffen. Darüber hinaus wirkt sich die Corona-Pandemie sowohl positiv als auch negativ auf das Geschäft von HARTMANN aus: Zum einen ist die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Schutzprodukten temporär erheblich gestiegen, zum anderen sank sie beispielsweise vor dem Hintergrund abgesagter Operationen im Bereich Wund- management und bei den sterilen OP-Produkten. Außerdem be- schleunigt die Pandemie den Trend zu einem steigenden Preisdruck im Gesundheitssystem. Daneben spielt auch die Entwicklung der Preise für Rohstoffe und Ausgangsprodukte eine Rolle. Aufgrund des unklaren weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen besteht nach wie vor eine hohe Prognoseunsicherheit. Digitalisierung als Chance Der steigende Kostendruck in den Gesundheitsmärkten zwingt die Marktteilnehmer zu innovativeren und effizienteren Lösungen. Mit Mehraufwendungen und Mindereinnahmen beschleunigt die Corona-Pandemie diesen Trend erheblich. Eine stärkere Digitalisie- rung kann den Gesundheitssystemen dabei helfen, ihre Herausfor- derungen im Hinblick auf Kosten und Leistungen besser zu bewäl- tigen. So zeigten sich während der aktuellen Pandemie mit ihren Mobilitätsbeschränkungen die Vorteile digitaler Vernetzung schon in der bloßen Erreichbarkeit von Leistungen zur gesundheitlichen Versorgung. Die Digitalisierung verändert auch die Rolle der Patienten, die schon heute durch internetbasierte Gesundheitsinformations- angebote und private Finanzierung von Gesundheitsleistungen ei- nen aktiveren Einfluss auf den Markt ausüben. HARTMANN hat diese Trends frühzeitig erkannt und in seinem 2019 begonnenen Transformationsprogramm als wichtige Initiative verankert. Um die Zukunftschancen zu nutzen, setzt das Unternehmen bei diesem Programm unter anderem auf neue digitale Geschäftsmodelle. Innovationen als zentraler Bestandteil der Strategie Innovationen zählen für die HARTMANN GRUPPE zu den zentralen Bestandteilen ihrer Wachstumsstrategie. Ein Beispiel hierfür sind die selbstklebenden Superabsorber-Wundauflagen mit Silikonwund- kontaktschicht zur einfachen und schmerzarmen Behandlung von chronischen, schwer heilenden Wunden. Entwicklungen wie die Zunahme von Antibiotikaresistenzen oder die aktuelle Pandemie sorgen für einen steigenden Bedarf an Desinfektionsmitteln und Schutzprodukten. Das Portfolio der HARTMANN GRUPPE umfasst CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Als ein führender europäischer Hersteller von Systemlösungen für Medizin und Pflege ist die HARTMANN GRUPPE mit unter- schiedlichen Chancen und Risiken konfron- tiert. Seine 2019 aktualisierte Strategie ver- setzt das Unternehmen in die Lage, Chan- cen aktiv zu ergreifen. Mit seinem konzern- weiten Risikoreduktionsmanagement identi- fiziert HARTMANN Risiken, um ihnen vorzu- beugen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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