Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE

16 Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Wirtschaftsbericht Corona-Pandemie prägt den Geschäftsverlauf Die weltweite Bekämpfung der Corona-Pandemie hatte im Be- richtsjahr deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der HARTMANN GRUPPE. Als ein führender europäischer Anbieter von Systemlösungen für Medizin und Pflege war HARTMANN von den Auswirkungen der Pandemie auf die nationalen Gesundheits- systeme unmittelbar betroffen. Starker Umsatzanstieg in 2020 Die Umsatzentwicklung im Jahr 2020 zeigt insgesamt eine erhöhte Nachfrage im Vergleich zu normalen Geschäftsjahren auf. Geprägt wurde sie von zwei entgegengesetzten Einflussfaktoren. Einerseits führten die Maßnahmen zum Infektionsschutz zu einer deutlich ge- steigerten Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und medizinischer Schutzbekleidung. Andererseits sank der Bedarf an kundenindividu- ellen OP-Sets und Produkten zur Wundbehandlung durch die Re- duktion planbarer Operationen sowie die geringere Frequenz von Arztbesuchen. Zur Steuerung des Wachstums der Umsatzerlöse und im Sinne einer transparenten Kommunikation verwendet HARTMANN das organische Umsatzwachstum als zentrale Bewertungskennzahl. Das organische Umsatzwachstum lag konzernweit bei 14,6 %. Dies entsprach einem starken Umsatzwachstum, womit die HARTMANN GRUPPE die Erwartung eines moderaten Umsatz- wachstums übertraf. Über alle Geschäftssegmente hinweg verzeichnete die HARTMANN GRUPPE im Jahr 2020 einen Konzernumsatz von 2.433,0 Mio. EUR. Dies entspricht einem Plus von 11,3 %. Im Berichtszeitraum haben sich Währungseffekte mit 0,7 Prozent- punkten leicht negativ auf das Gesamtwachstum der HARTMANN GRUPPE ausgewirkt. Bei den umsatzrelevanten Wäh- rungen stand im Wesentlichen die Abwertung des Russischen Ru- bels und des Südafrikanischen Rands der Aufwertung des Schwei- zer Frankens gegenüber. Daneben sind Effekte aus Akquisitio- nen/Desinvestitionen mit -2,6 % enthalten. Starker Anstieg des bereinigten EBITDA Seit dem Geschäftsjahr 2020 ist das bereinigte EBITDA die zentrale Steuergröße für die Ertragsentwicklung der HARTMANN GRUPPE. Diese Bewertungskennzahl hat den Vorteil, dass sie nicht durch Sondereffekte belastet wird. Sie bildet die Geschäftsentwicklung im Rahmen des 2019 gestarteten strategischen Transformationspro- gramms, das mit signifikanten Investitionen verbunden ist, ange- messen und präzise ab. Das bereinigte EBITDA zeigt das EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Wertminde- rungen/Wertaufholungen sowie Anpassungen beim operativen Ergebnis. Das EBITDA der HARTMANN GRUPPE lag 2020 bei 308,9 Mio. EUR gegenüber 210,4 Mio. EUR im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete HARTMANN mehrere An- passungen beim operativen Ergebnis. Im Zuge der strategischen Fo- kussierung entstanden Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,8 Mio. EUR sowie Verluste aus Desinvestitionen im Zusam- menhang mit dem Verkauf der SANIMED-Gruppe in Höhe von 1,9 Mio. EUR. Diesen Aufwendungen standen Erlöse bei den Sonstigen Anpassungen in Höhe von 21,2 Mio. EUR gegenüber, die nahezu ausschließlich durch Sonderumsätze aus der pandemie- bedingt gestiegenen Nachfrage nach Masken entstanden sind. ERTRAGSLAGE Das Geschäftsjahr 2020 war für HARTMANN überwiegend geprägt von einer pandemiebe- dingten Nachfrageänderung. Das starke Wachstum im Segment Infektionsmanage- ment führte insgesamt zu einem starken or- ganischen Umsatzplus und einer deutlichen Ergebnisverbesserung.

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