Digitales Wundmagazin
Bei operativ gesetzten Wunden können neben dem individuellen Risikoprofil des zu Operierenden lokale Einflussfaktoren Störungen verursachen, die einen normalen Ablauf der Wundheilung verhindern: beispielsweise die Art des Eingriffs mit den unterschiedlichen hygienischen Risiken, Lokalisation der Operation, Dauer und Art der Operationsvorbereitung, der Hygienestatus und die Qualität des Hygienemanagements im OP, die Operationstechniken sowie die Dauer der Operation. Einzeln oder in der Summe können sie zu postoperativen Wundkomplikationen führen, die sich meist in typischen Formen manifestieren.


Eine Wunddehiszenz bedeutet das sekundäre Auseinanderweichen der Wundränder. Die Ausprägung kann von einer Dehiszenz der Haut bis zur kompletten Wundruptur reichen. Die Wunddehiszenz nach Laparotomie wird als Platzbauch bezeichnet und in drei Formen eingeteilt:


Solange tiefe Schichten bzw. die Bauchfaszie intakt sind und sich die Dehiszenz verhältnismäßig klein darstellt, scheint ein konservatives Vorgehen mit sekundärer Wundheilung gerechtfertigt. Große Wunddehiszenzen bzw. ein kompletter oder inapparenter Platzbauch werden chirurgisch revidiert. Ist eine Wundinfektion die Ursache, muss diese saniert werden.


Initial fällt eine Hautverfärbung oder Exsudatbildung auf, bis sich eine Nekrose abgrenzt. Die betroffenen Areale werden bis zur Demarkierung trocken gehalten und anschließend abgetragen. Bei feuchten Nekrosen ist auf Grund der Infektionsgefahr ein sofortiges Wunddébridement vorzunehmen. Die weitere Behandlung richtet sich nach Zustand und Größe des resultierenden Defektes.
Die ausführliche Originalarbeit zu „Störungen der Wundheilung“ von O. Jannasch, P. Büschel, J. Tautenhahn, H. Lippert, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, stammt aus dem HARTMANN WundForum, Heft 1 / 2012.
*Quelle: World Union of Wound Healing Societies (WUWHS). Prinzipien der Best Practise: Wundinfektionen in der klinischen Praxis. Verfügbar unter www. mepitd.co.uk