Wundversorgung einer Wunde im Fersenbereich
Netzwerk-Workshop

Update zum Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“

Für die Pflege in Deutschland sind Expertenstandards unverzichtbar. Sie sind wichtige Leitlinien zur Sicherung und Verbesserung der Pflegequalität und definieren evidenzbasierte Maßnahmen für zentrale Pflegebereiche. Entwickelt werden sie seit den 1990er-Jahren auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP), einem bundesweiten Zusammenschluss von Pflegfachpersonen aus Praxis und Wissenschaft, die sich mit Fragen der Qualitätsentwicklung auseinandersetzen mit dem Ziel der Förderung der Pflegequalität.

Einer der aktuell 10 DNQP-Expertenstandards befasst sich mit der „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“. Er wurde erstmals im Jahr 2007 veröffentlicht und seitdem zweimal überarbeitet, zuletzt im Mai 2025, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen. Nach jeder Aktualisierung wird geprüft, wie praxistauglich und wirksam der Expertenstandard in der Versorgung umgesetzt werden kann.

Check im Netzwerk-Workshop

Für die zweite Aktualisierung startete das Praxisprojekt im Mai 2025. Bis zum Oktober 2025 hatten 28 Einrichtungen aus den unterschiedlichen Versorgungssettings die Qualität bei der Pflege von Menschen mit chronischen Wunden in den Blick genommen. Präsentiert wurden die Ergebnisse dann am 27. Februar vor über 200 Teilnehmenden beim 28. Netzwerk-Workshop an der Hochschule Osnabrück.

Mithilfe eines standardspezifische Audit-Instruments sowie wundspezifischer Kennzahlen wurde das aktuelle pflegerische Qualitätsniveau erhoben. Die durchweg positiven Resultate zur Pflegequalität und die erhobenen Kennzahlen bei der Pflege von Menschen mit chronischen Wunden wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Insgesamt zeigte sich eine hohe fachliche Kompetenz in den teilnehmenden Einrichtungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Implementierung des Standards einige Herausforderung mit sich bringt. Dazu zählen die Bereitstellung notwendiger Strukturen, Schulungen der Mitarbeiter und standardisierte Dokumentation.

Wundversorgung einer Wunde am Fuss
Pflegerin schiebt Patient im Rollstuhl durch einen Park

Im Anschluss fanden Workshops für die verschiedenen Versorgungsbereichen, wie z. B. ambulante Pflegeeinrichtungen, statt. Dabei berichteten die Einrichtungen von positiven Effekten des Standards auf die direkte Pflege. Besonders wertvoll war die Möglichkeit, das eigene pflegerische Handeln kritisch zu reflektieren. Gleichzeitig wurden mit dem Auditorium die bestehenden Herausforderungen lebhaft diskutiert, darunter der Fachkräftemangel, Vergütungsfragen und die interprofessionelle Zusammenarbeit.

Insgesamt war auch der 28. Netzwerk-Workshop ein voller Erfolg. Die Teilnehmenden gingen nach dem ereignisreichen Tag mit vielen Impulsen und der Gewissheit nach Hause, täglich einen wertvollen Beitrag zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden zu leisten.

Webinar auf Abruf: Expertenstandard „chronische Wunden“ – was bringt die Aktualisierung?

Was alles bei der 2. Aktualisierung des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ neu ist, steht im Mittelpunkt eines interessanten 90-minütigen Webinars, das außerdem über den Aufbau und die Struktur des Expertenstandards informiert.

Die beiden Referenten – Carsten Hampel-Kalthoff, Geschäftsstellenleitung, ORGAMed Dortmund und Falk Goedecke, Leitung spezialisierte pflegerische Wundbehandlung und Wissenschaft, WZ-Wundzentren GmbH – sind dabei selbst Mitglieder der Expertenarbeitsgruppe des DNQP und bieten damit Informationen aus erster Hand.

Die Aufzeichnung des Webinars ist kostenlos in der HARTMANN Academy verfügbar.

Young woman taking notes while attending an online course.