Als Depression (von lat.: deprimere „niederdrücken“) wird eine die Gefühlswelt betreffende psychische Störung bezeichnet. Die Stimmung eines Betroffenen ist negativ verändert und von Niedergeschlagenheit, Freud- und Antriebslosigkeit dominiert. Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, steigt mit zunehmenden Alter. Während in der gesamten Bevölkerung durchschnittlich 5 % an einer Depression erkrankt sind, leiden etwa 20 % an einer Altersdepression. Bei Bewohnern von Senioren- oder Pflegeheimen steigt der Anteil auf 30 bis 40 % [1].
Eine Altersdepression unterscheidet sich nicht grundsätzlich von einer Depression in jüngeren Jahren. Allerdings gibt es einige Besonderheiten, die dazu führen können, dass die Depression im Alter oft nicht erkannt und adäquat behandelt wird. Ein wichtiger Grund hierfür dürfte darin liegen, dass bei älteren Betroffenen körperliche Beschwerden wie beispielsweise Kopf- und Rückenschmerzen oder Schwindelanfälle die ersten Symptome (Anzeichen) für eine Depression oft überdecken. Dies hat zur Folge, dass die Behandlung der körperlichen Beschwerden im Vordergrund steht.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Erkrankung „Depression“ sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Familie immer noch tabuisiert wird. Eine zunehmend gedrückte Stimmung, das Äußern von Ängsten sowie körperlichem und seelischem Missbefinden wird von Angehörigen bzw. Pflegekräften oft zu wenig ernst genommen, sodass der Betroffe keine Unterstützung erfährt. Auch Gerontopsychiater und -psychotherapeut (Fachärzte für psychische Leiden im Alter) werden bei Altersdepressionen selten konsultiert.
