Seniorin werden die Haare von einer Pflegerin gekämmt

Kontinenzförderung bei Menschen mit Demenz

Kontinenzförderung bei Demenzkranken erfordert tiefes Verständnis ihrer Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Demenz beeinträchtigt die Körperwahrnehmung und kognitiven Funktionen, was zu einer Verschlechterung der Blasen- und Darmkontrolle führen kann. Inkontinenz ist Teil eines umfassenden Gesundheitszustands, beeinflusst durch Demenz. Frühe Ursachenfindung und angepasste Betreuung verbessern Lebensqualität und Unabhängigkeit.

2021 litten 1.799.700 Menschen in Deutschland an Demenz. Generell sind Frauen deutlich häufiger als Männer betroffen. Die Prävalenz ist bei den 80- bis 90-Jährigen am höchsten. 70 bis 80 % der Betroffenen leiden an einer Inkontinenz, wobei es sich dabei meist um eine Dranginkontinenz handelt.

In der Praxis benötigen Pflegekräfte und Angehörige eine hohe Beobachtungsgabe und Flexibilität, um auf die sich verändernden Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Wichtige Maßnahmen sind Umgebungsanpassung, Toilettenkennzeichnung und Hilfsmittel. Regelmäßige Toilettengänge können die Blasenfunktion trainieren und die Kontinenz fördern.

Expertenstandard „Kontinenzförderung in der Pflege“

Der aktualisierte Expertenstandard „Kontinenzförderung in der Pflege“ betont die Notwendigkeit, Demenz als Risikofaktor für Inkontinenz zu berücksichtigen und empfiehlt eine differenzierte Herangehensweise. Dies umfasst die Identifikation von Inkontinenz durch gezielte Fragen und Beobachtungen, die Anpassung der Pflegemaßnahmen an den Krankheitsverlauf und gezielte Interventionen zur Förderung der Kontinenz.

Eine offene Kommunikation zwischen Pflegekräften, Angehörigen und Betroffenen ist entscheidend, um eine ganzheitliche und würdevolle Pflege zu gewährleisten. Die Kontinenzförderung bei Demenz ist eine anspruchsvolle, aber lösbare Aufgabe, die eine angepasste, empathische und fachkundige Herangehensweise erfordert.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist ein multidisziplinärer Ansatz erforderlich, der Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten und Angehörige einschließt. Schulungen für Pflegepersonal in Beobachtungstechniken, der Einsatz von Hilfsmitteln wie sensorischen Alarmen und die Anpassung der Umgebung können dazu beitragen, die Kontinenzsituation besser zu bewerten und zu unterstützen. Ein offener Dialog mit den Angehörigen ist wichtig, um ein vollständiges Bild der Gewohnheiten und Bedürfnisse des Betroffenen zu erhalten.

Kontinenz fördern

Pfleger unterstützt Senior beim Gehen in der Wohnung
Die Förderung der Kontinenz bei Menschen mit Demenz erfordert Geduld, Empathie und eine individuell angepasste Herangehensweise. Durch die Kombination aus genauer Beobachtung, technischen Hilfsmitteln und einer engen Zusammenarbeit innerhalb des Betreuungsteams kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert werden. Es ist eine fortlaufende Aufgabe, die Flexibilität und Kreativität erfordert, um auf die sich ändernden Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Menschen mit Demenz einzugehen.

Die Betreuung von Personen mit Demenz stellt Pflegekräfte vor besondere Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Förderung der Kontinenz geht. Das Toilettentraining, ein zentraler Bestandteil der Pflege, erfordert eine aktive Rolle des Pflegepersonals und regelmäßige Überprüfungen, um den Erfolg zu gewährleisten. Bei fortgeschrittener Demenz muss jedoch individuell beurteilt werden, ob solche Maßnahmen noch sinnvoll sind, da die Reaktionen der Betroffenen auf die Pflegemaßnahmen stark variieren können. Der Einbezug von Angehörigen kann hilfreich sein, um individuelle Vorlieben und Abneigungen zu berücksichtigen und die Pflege zu personalisieren.
Zu den Standardmaßnahmen zur Förderung der Kontinenz gehören die Regulierung der Flüssigkeitsaufnahme und Darmausscheidung, die Förderung der Mobilität und der Einsatz geeigneter Hilfsmittel. Bei Menschen mit Demenz sind jedoch zusätzliche, spezifische Maßnahmen erforderlich, wie die Vermeidung von schwarzem Fußboden in Sanitärräumen, der als Loch missverstanden werden könnte, oder die eindeutige Kennzeichnung der Toiletten mit leuchtenden Farben, um Orientierung zu bieten. Auch das Einbeziehen von Ritualen aus der Biografie der Betroffenen kann unterstützend wirken.

Physiotherapeutische Maßnahmen wie Beckenbodentraining sind in den frühen Stadien der Demenz nützlich, während verhaltenstherapeutische Ansätze wie gezieltes Blasentraining in fortgeschrittenen Stadien oft nicht mehr umsetzbar sind. Die medikamentöse Behandlung sowohl der Inkontinenz als auch der Demenz ist ein wichtiger therapeutischer Ansatz, wobei die Medikamente sorgfältig auf mögliche Neben- und Wechselwirkungen hin überprüft werden müssen.
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Sensibilität, Geduld und Anpassungsfähigkeit bei der Inkontinenzpflege von Demenzkranken

Die Akzeptanz von Inkontinenzprodukten kann eine Herausforderung darstellen, was zu praktischen Problemen wie erhöhtem Wäschebedarf, nassem Mobiliar und verstopften Toiletten führen kann. Daher ist es wichtig, dass Pflegekräfte geschult sind, um mit diesen Situationen umzugehen und die Lebensqualität der Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten. Die Pflege von Demenzkranken erfordert Sensibilität, Geduld und Anpassungsfähigkeit, um auf ihre sich ändernden Bedürfnisse und Verhaltensweisen einzugehen.

Die Versorgung von Personen mit Inkontinenz ist eine sensible Angelegenheit, die ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Respekt erfordert. Es ist wichtig, dass Pflegekräfte eine vertrauensvolle Beziehung zu den Betroffenen aufbauen, um eine angemessene Unterstützung bieten zu können. Die Kommunikation sollte stets wertschätzend sein und die Würde des Einzelnen achten. Dabei ist es essenziell, auf die individuellen Bedürfnisse und die persönliche Geschichte der Betroffenen einzugehen. Biografiearbeit kann dabei helfen, ein tieferes Verständnis für die Person zu entwickeln und eine auf die Vergangenheit bezogene Kommunikation zu ermöglichen.

In der Praxis bedeutet dies, dass Pflegekräfte geduldig sein und auf die nonverbalen Signale der Betroffenen achten müssen. Sie sollten eine ruhige und beruhigende Präsenz bieten und darauf vorbereitet sein, mit einer Vielzahl von emotionalen Reaktionen umzugehen. Das Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich die Betroffenen sicher und verstanden fühlen. Dies beinhaltet, dass Pflegekräfte ihre eigenen Emotionen im Griff haben und professionell bleiben, selbst wenn sie mit herausforderndem Verhalten konfrontiert werden.

Es ist auch wichtig, dass Pflegekräfte sich selbst unterstützen und auf ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse achten. Regelmäßige Besprechungen im Team können dabei helfen, Stress abzubauen und Strategien zu entwickeln, um mit schwierigen Situationen umzugehen. Weiterbildung in Kommunikationstechniken und im Umgang mit Demenz kann ebenfalls dazu beitragen, die Qualität der Pflege zu verbessern und das Wohlbefinden aller Beteiligten zu fördern.

Umfassendes Produktportfolio und Unterstützung durch HARTMANN

Die PAUL HARTMANN AG ist der ideale Partner für die professionelle Pflege und deckt mit ihrem umfassenden Produktportfolio alle Belange in der Pflege ab. Das Sortiment umfasst hochwertige, hautfreundliche und verlässliche Inkontinenzprodukte wie Inkontinenzeinlagen, Vorlagen, Slips und Bettschutzeinlagen, die speziell darauf ausgelegt sind, die Lebensqualität von Menschen mit Inkontinenz zu verbessern. Diese Produkte sind in verschiedenen Formen, Größen und Saugstärken erhältlich, um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden. Darüber hinaus bietet HARTMANN ein breites Spektrum an Hautpflegeprodukten für die Altershaut, die dem Expertenstandard „Hautintegrität“ entsprechen. Das Portfolio umfasst zudem Produkte für die Wundbehandlung, Desinfektions- und Reinigungsprodukte sowie Produkte zum Schutz der Betroffenen und der Pflegenden, um speziell im Bereich der Demenz ein vollumfängliches Angebot unterbreiten zu können. Durch die Verwendung dieser umfassenden Hilfsmittel können Pflegekräfte nicht nur die Kontinenzförderung effektiv unterstützen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern, sondern auch den Pflegealltag erleichtern.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Versorgung von Menschen mit Inkontinenz und im Speziellen bei Demenz eine komplexe Aufgabe ist, die Fachwissen, Mitgefühl und eine positive Einstellung erfordern. Durch die Beachtung der empfohlenen Kommunikationsgrundsätze und die Förderung einer empathischen Kultur innerhalb des Pflegeteams kann eine qualitativ hochwertige Betreuung sichergestellt werden, die den Respekt und die Integrität der Betroffenen wahrt.

Weitere Informationen zum Thema Demenz und Inkontinenz

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In der HARTMANN Academy finden Sie ein breites Angebot an Fortbildungen – zum Thema Inkontinenzversorgung, aber auch mit Themen aus dem Wundmanagement und zur Desinfektion. Der bunte Mix an Formaten reicht von interaktiven E-Learnings über Webinare zum Abruf (natürlich auch mit Teilnahmezertifikat) bis hin zur direkten Anmeldung zu vielen interessanten Live-Seminaren in ganz Deutschland.

Hier finden Sie unter anderem folgende Themen:

  • Produktschulung von MoliCare Inkontinenzprodukten (E-Learning)
  • Inkontinenzmanagement in der Pflege (diverse fixe Webinartermine)
  • Erhaltung und Förderung der Hautintegrität (E-Learning)