"Einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen Beschäftigte mit Arbeit. Deshalb verwundert es nicht, dass die Arbeit und insbesondere die damit verbundenen Arbeitsbedingungen die Gesundheit von Beschäftigten maßgeblich beeinflussen. Neben der Tätigkeit selbst spielen aber auch weitere Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle", schreibt Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes e.V., im Vorwort zum BKK-Gesundheitsreport 2016, dessen Schwerpunktthema „Gesundheit und Arbeit“ lautet.
In den umfangreichen Untersuchungen – der Report hat einen Umfang von über 500 Seiten – wurden unter anderem die "Arbeitsunfähigkeitstage" für zahlreiche Berufsgruppen berechnet. Dabei liegt diese Zahl für Mitarbeiter im Gesundheitswesen im Durchschnitt aller Beschäftigten. Ein anderes Bild zeigt sich bei den psychischen Störungen: Hier sind die medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufe (284 AU-Tage je 100 Beschäftigte) neben den Beschäftigten der Sicherheistberufe mit am stärksten betroffen.
Der Report interpretiert die Zahlen so: "Hier lässt sich feststellen, dass insbesondere in Tätigkeitsbereichen, die oft und häufig mit anderen Menschen interagieren und somit auch potenziell häufiger (zwischenmenschlichen) Stresssituationen ausgesetzt sind, die Fehltage aufgrund dieser Krankheitsart höher als z.B. im handwerklichen Bereich sind. Des Weiteren spielt hier auch der in den besonders stark betroffenen Berufssegmenten wesentlich höhere Anteil beschäftigter Frauen eine Rolle. So sind 85,4% der Beschäftigten der medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufe Frauen, hingegen nur 15,1% bei den Fertigungsberufen."
Betrachtet man die Berufsgruppen mit den meisten AU-Tagen aufgrund von psychischen Störungen, so liegt die Altenpflege ganz vorn mit 117 Fälle je 1.000 beschäftigten Mitgliedern. Bei 38,4 Tagen je Fall ergibt dies 4.502 AU-Tage je 1.000 Beschäftigte.
Die Betrachtung stützt auch eine weitere Auswertung des BKK-Gesundheitsreports, die die Diagnosen betrachtet. Aufgrund von psychischen Störungen in Behandlung sind am häufigsten Beschäftigte in der Altenpflege (40,5%), Servicekräfte im Personenverkehr (38,1%) sowie in Hauswirtschaft und Verbraucherberatung (37,3%). Auch hier sind es also vor allem wiederum die Berufe, welche besonders den Umgang mit Menschen und oft hoher psychischer Belastung beinhalten, die hohe Inanspruchnahmeraten aufweisen.