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Wundbehandlung

Wundauflagen richtig fixieren – Tipps für die Praxis


Ein vollständiger Wundverband besteht üblicherweise aus der Wundauflage und einer adäquaten Fixierung zu deren sicheren Befestigung. Moderne Fixierhilfen sorgen dafür, dass auch weniger Geübte einen tadellos sitzenden Wundverband anlegen können. Dieser Beitrag zeigt einige davon aus dem breiten HARTMANN Sortiment auf.
Fixierung von Zetuvit Plus mit Peha-haft am Bein
Die Fixierung von Wundauflagen ist keineswegs eine „Nebensache“. Ein sachgerecht angelegter Fixierverband unterstützt die Wundheilung. Schlecht oder falsch angelegte Verbände können dagegen Ursache für schwerwiegende Schäden sein.

Ein tadellos sitzender Fixierverband hat darüber hinaus aber immer auch eine gewisse psychologische Signalwirkung. Als sichtbarer Abschluss der Wundbehandlung kann er vom Patien­ten als professionelle Leistung beurteilt werden und vermittelt ihm so das Gefühl, gut behandelt und versorgt zu sein. Rutschende, verschmutzte oder durchfeuchtete Fixierverbände sind umgekehrt natürlich nicht geeignet, das Vertrauen in das Können des Behandelnden herzustellen.

Sich in der „Kunst“ der Fixierung von Wundauflagen zu üben oder zu vervollständigen, dürfte also sowohl aus medizinischer als auch aus psychologischer Sicht von einigem Interesse sein.

Fixierpflaster Omni

Um Wundauflagen bei kleineren Wunden zu befestigen, sind Fixierpflaster gut geeignet. Sie können sowohl in Form eines Kastenverbands als auch parallel angebracht werden.

Hinweis: Auf keinen Fall dürfen Pflasterstreifen bei Extremitäten zirkulär angelegt werden, da es dadurch zu Abschnürungen und Stauungen kommen kann.

Fixierung mit einem Kastenverband mit Fixierpflastern
Beim Kastenverband wird die Wundauflage an allen vier Seiten mit Pflasterstreifen fest fixiert, um damit Bewegungsreize zu vermeiden.
Bei kleineren, primär heilenden Wunden wie z. B. bei Schnittwunden, bei denen die Beachtung der Wundruhe keine Rolle spielt, ist aber auch eine parallele Anordnung der Pflasterstreifen möglich.

Fixiervlies Omnifix® elastic

Omnifix elastic Packung

Eine komfortable, vollflächige Verbandfixierung bietet das Fixiervlies Omnifix elastic. Der Patient profitiert von den hautfreundlichen Trageeigenschaften, der Anwender von der einfachen und problem­losen Handhabung.

Omnifix elastic ist weich sowie luft- und wasserdampfdurchlässig. Die Ausscheidungsfunktionen der Haut werden kaum behindert, sodass mit Omnifix elastic auch größere Körperpartien vollflächig, ohne die Gefahr von Mazerationen abgedeckt werden können.

Omnifix elastic haftet sicher, ist dabei aber schmerzlos zu entfernen. Ein weiterer Vorteil ist die Querelastizität des Fixiervlieses, wodurch eine Fixierung auch an schwierig zu verbindenden Körperstellen wie Gelenken möglich ist. Bei Bedarf kann Omnifix elastic dazu auch keil- oder ellipsenförmig eingeschnitten werden, um eine Faltenbildung zu vermeiden.

Das Fixiervlies ist in verschiedenen Breiten von 5 bis 30 cm und in drei verschiedenen Längen erhältlich.

Die Anlegevarianten von Omnifix elastic

Zuschneiden von Omnifix elastic
Bei der Fixierung mehrerer Kompressen (Paket) wird Omnifix elastic doppelt so breit wie die Kompressen bemessen und gemäß Schnittmuster von den Seiten her keilförmig eingeschnitten, ...
... dann zunächst in der Mitte und danach ohne Zug an den Seiten fixiert. Achtung: Es können sich Spannungsblasen ergeben, wenn Omnifix elastic unter Zug appliziert wird.
Für eine Fixierung von Wundauflagen am Ellbogen wird Omnifix elastic abgerundet und an beiden Seiten keil- oder ellipsenförmig eingeschnitten ...
... und am Ellbogen angepasst. Tipp: Die Einschnitte reduzieren die Faltenbildung.

Auch unter einem Kompressionsverband ...

... sorgt Omnifix elastic für eine sichere Fixierung. Tipp: Mazerierte Wundränder mit Mullkompressen schützen.

Fixiervlies Omnifix® Silicone

Besonders bei empfindlicher und sensibler Haut, einer geschädigten Haut in der Wundumgebung oder einer hohen Schmerzempfindlichkeit stellt der notwendige Wechsel der Wundauflage oft eine mit Schmerzen verbundene Stresssituation dar. Genau dann ist Omnifix Silicone die schmerzarme und einfache Art, Wundauflagen zu fixieren.

Es besteht aus einer Rückseite aus Vlies, einer PU-Folie, einer Silikon-Haftschicht und einer Applikationsfolie. Das Fixiervlies verfügt über eine zuverlässige Haftkraft. Omnifix Silicone haftet zudem nicht auf sich selbst und verklebt daher nicht, zugleich lässt es sich ohne Rückstände auf der Haut schmerzlos wieder entfernen.
Produktaufbau von Omnifix Silicone
Der Produktaufbau von Omnifix Silicone
1 Applikationsfolie
2 Silikon-Haftschicht
3 PU-Folie
4 Rückseite aus Vlies
Omnifix Silicone Packung

Komfort und Sicherheit für Patienten

Das Fixiervlies bietet eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit (MVTR), lässt die Haut damit atmen und sorgt für eine gute Hautfreundlichkeit. Zugleich ist es wasserdicht und bietet eine effektive Barriere gegen das Eindringen von Bakterien.

Der spezielle Wellenschnitt der Applikationsfolie erleichtert das einfache Anlegen. Das Fixier­vlies kann ebenso wie Omnifix elastic in Form und Länge zugeschnitten werden, passt sich auch an runde und konische Körperteile gut an. Auch größere Flächen lassen sich mit Omnifix Silicone problemlos abdecken.

Omnifix Silicone ist in einer Breite von 10cm und einer Länge von 2 und 5 Metern erhältlich.

Folienverband Hydrofilm®

Keim- und wasserdicht, aber zugleich durchlässig für Sauerstoff und Wasserdampf ist der selbsthaftende, transparente Folienverband Hydrofilm aus Polyurethan-Folie. Hydrofilm schmiegt sich jeder Körperform gut an und dank der klebenden Unterseite und der festeren Schutzfolie ist selbst mit Handschuhen eine einfache Applikation gewährleistet. Die Transparenz von Hydrofilm ermöglicht jederzeit eine Inspektion der Wundnaht bzw. der Wundumgebung und das wasserdichte Material ein Duschen mit dem Verband, was die tägliche Körperpflege erleichtert.

Hydrofilm ist in verschiedenen Größen steril und einzeln eingesiegelt erhältlich. Zusätzlich gibt es Hydrofilm roll, das leicht in die gewünschte Länge und Form zugeschnitten werden kann.

Tipp: Die Wundumgebung muss trocken und frei von Rückständen (z. B. Salben, Reste von Desinfektionsmitteln) sein, sonst haftet Hydrofilm nicht. Auch starke Behaarung kann die Klebekraft beeinträchtigen. Ggf. ist die Wundumgebung behutsam zu rasieren. Diese Problematik gilt für alle selbstklebenden Verbandstoffe.

Hydrofilm Packung
Hydrofilm dient als Primärverband bei genähten, nicht exsudierenden Wunden, z. B. bei OP-Wunden.
Es ist aber auch ideal als Sekundärverband, z. B. zur keimsicheren Abdeckung tiefer, mit der Calciumalginatkompresse Sorbalgon austamponierter Wunden oder zur Fixierung anderer hydroaktiver Wundauflagen wie HydroClean oder HydroTac.

Fixierbinde Peha-haft®

Peha-haft Packung

Der Bindenverband ist die klassische Methode zur Fixierung von Wundauflagen. Dabei können Mullbinden, aber noch besser elastische Fixierbinden verwendet werden. Das gilt insbesondere, wenn eine leichte Kompression erforderlich ist, da dies nur durch zirkuläre Verbände erzielt werden kann.

Besonders praktisch sind dabei kohäsive Fixierbinden, denn bei ihnen genügen nur wenige Touren zu einer sicheren, dauerhaften Fixierung und sie erfordern keine zusätzliche Endfixierung. Bestes Beispiel dafür ist Peha-haft. Durch ein gekrepptes Bindengewebe und die mikropunktuelle Imprägnierung mit einem Synthetik-Polymer haftet die kohäsive, elastische Fixierbinde nur auf sich selbst, aber nicht auf Haut, Haaren oder Kleidung.

Peha-haft latexfrei ist für Fixierverbände aller Art, aber auch zum Fixieren von Polstermaterial, Kanülen usw. geeignet.

Tipp: Beim diabetischen Fußsyndrom dürfen nie zirkuläre Bindenverbände angelegt werden, vor allem nicht aus kohäsiv-elastischen Binden. Es besteht die Gefahr schwerer ischämischer Schädigungen!

Anwendung von Peha-haft am Ellbogen
Selbst bei großflächigen und schwer zu verbindenden Körperteilen wie Gelenken, konischen und runden Körperteilen können sich die einzelnen Bindentouren nicht lockern oder verschieben. Die Verbände sind in sich stabiler, obwohl zur Fixierung nur wenige Bindentouren ausreichend sind.
Anwendung von Peha-haft zur Fixierung von Wundauflagen
Besonders praktisch: Verbände aus Peha-haft erfordern keine zusätzliche Endfixierung. Dies ist beispielsweise zur Fixierung von Wundauflagen unter Kompressionsverbänden von großem Vorteil: Das Bindenende wird nur angedrückt und der Verband sitzt.
Peha-haft color
Peha-haft ist in Breiten von 2,5 bis 8 cm und zusätzlich in Blau und Rot als Peha-haft color erhältlich.

Schlauchverband Stülpa®

Mit nahtlos gestrickten Schlauchverbänden wie Stülpa lassen sich Wundauflagen einfach fixieren. Zum Anlegen wird Stülpa über die Wundauflage geführt und je nach Verbandart entsprechend verankert. Auf diese Weise entsteht ein Verband, der faltenlos sitzt, nicht zerrt, nicht einschnürt und die Gelenkbewegungen nicht behindert. Vor allem aber haben Stülpverbände eine zusammenhängende, geschlossene Oberfläche, die sich auch bei starker mechanischer Beanspruchung nicht lockert. Wunden oder auch empfindliche Hautpartien werden zuverlässig geschützt.

Außer zur Fixierung von Wundauflagen eignen sich Schlauchverbände auch z. B. als schützender Unter- und Überzug bei Kompressionsverbänden, Zinkleim- oder Gipsverbänden. Stülpa lässt sich in beliebiger Länge zuschneiden, ist luftdurchlässig und in neun Größen erhältlich – von Größe 0 für Kinderfinger- und Zehenverbände bis Größe 8 für Rumpfverbände.

Schlauchverband Stülpa Packung
Stülpa Anwendung am Oberkörper
Stülpa Anwendung am Bein

Schlauchverband Coverflex® fast

Schlauchverband Coverflex fast - Produkt und Packung

Der dauerelastische, hautfreundliche Schlauchverband Coverflex fast wurde zur Anwendung im Rahmen einer Fett-Feucht-Therapie bei Neurodermitis entwickelt. Der dafür optimierte Materialmix aus 91 % Viskose, 4 % Elasthan und 5 % Polyamid garantiert einen sicheren Sitz am ganzen Körper.

Diese Materialeigenschaften sind es auch, die Coverflex fast zu einem idealen Schlauchverband zur sicheren Fixierung von Wundauflagen machen. Vor allem bei chronischen Beinwunden, deren Wundumgebung oft empfindlich und ekzematös verändert ist und einer entsprechenden (Salben-) Behandlung bedarf, ist der Hautschutz durch Coverflex fast ideal. Die Anwendung ist einfach und erfordert keine Hilfsmittel.

Coverflex faststeht in verschiedenen durch einen Farbcode gekennzeichneten Größen zur Verfügung.

Anlegen des Schlauchverbands Coverflex fast am Bein
Fertig angelegter Schlauchverband Coverflex fast am Bein

Netzverband Stülpa-fix®

Zur Fixierung von Wundauflagen an allen Körperteilen ist der elastische, weitmaschige Netzschlauchverband Stülpa-fix geeignet. Stülpa-fix bewährt sich vor allem bei schwer zu verbindenden Körperbereichen, wie beispielsweise bei einem Mammaverband oder Kopfverband.

Zeitsparend ist, dass der Netzverband zum Auswechseln der Wundauflage nicht entfernt werden muss. Stülpa-fix wird etwas angehoben und die Wundauflage kann erneuert werden. Fixiert werden die Wundauflagen, auch bei Bewegungen, durch die Elastizität und Rückstellkraft von Stülpa-fix. Die wenigen Handgriffe zum Anlegen des Netzverbandes ohne komplizierte Verbandtechniken sind einfach zu erlernen.

Stülpa-fix lässt sich ebenfalls auf gewünschte Längen zuschneiden und ist in sieben Größen von Größe 1 für Fingerverbände bis Größe 7 für Verbände an großen Torsi erhältlich.

Netzverband Stülpa-fix Packung
Stülpa-fix Netzverband an der Hand
Stülpa-fix Netzverband am Ellbogen

Fixierhöschen MoliCare® premium Fixpants

MoliCare Fixpants Fixierhöschen Produkt & Packung
Ein hilfreicher Tipp kommt aus der Pflegepraxis. Die hochelastischen Fixierhöschen MoliCare Premium Fixpants, eigentlich dazu bestimmt, Inkontinenzeinlagen sicheren Halt zu geben, bewähren sich auch zur problemlosen Fixierung von Wundauflagen. Anwendung finden sie vor allem bei bettlägerigen, relativ immobilen Patienten, bei denen Wunden im Sakral- oder Trochanterbereich zu versorgen sind.