Sturzprävention beginnt mit dem Erkennen der Sturzgefährdung. Wie häufig eine Sturzrisikoeinschätzung erforderlich ist, hängt dabei von den individuellen Gegebenheiten rund um den alten Menschen ab. Vor allem sind es die intrinsischen Faktoren, die sich von heute auf morgen und von Stunde zu Stunde verändern und das Sturzrisiko akut erhöhen können.
Neben der Ersteinschätzung durch den Arzt bedeutet es deshalb für den sturzgefährdeten alten Menschen eine enorme Sicherheit, wenn die Pflegefachkraft im Rahmen einer umfassenden Patientenbeobachtung ständig ein wachsames Auge auf ihn hat. Hilfreich ist dabei auch, hin und wieder ganz konkret seine lokomotorischen Fähigkeiten zu überprüfen. Die Medizin hat dazu einige Tests entwickelt, mit denen sich Standsicherheit, Gangmerkmale, Seitenbalance, Muskelkraft und Koordinationsvermögen beurteilen lassen. Zeigen sich bei den Tests entsprechende Defizite, sind diese Erkenntnisse an den behandelnden Arzt weiterzugeben.
Im häuslichen Pflegebereich können die Angehörigen mit diesen Tests auf die lokomotorischen Defizite des Pflegebedürftigen aufmerksam gemacht werden. Dieses Bewusstmachen kann wiederum dazu führen, dass eine gute Zusammenarbeit von Pflege und Angehörigen im Hinblick auf die erforderlichen Präventivmaßnahmen entsteht.