Eigentlich fühlte sich Familie Hartmann in Stuttgart zu Hause. Aber irgendwann Anfang des 19. Jahrhunderts zog es Vater Ludwig mit seiner Frau und den gemeinsamen 15 Kindern nach Heidenheim. In der Stadt an der Brenz – 33 Kilometer nördlich von Ulm – war damals mit dem Import von Baumwolle die Textilindustrie im Aufbau. Davon wollte Kommerzienrat Ludwig Hartmann, der in späteren Jahren zum Ritter des Ordens der württembergischen Krone erhoben wurde und deswegen vor seinem Nachnamen ein „von“ tragen durfte, ein Teil sein: Er gründete am 1. März 1818 ein Textilunternehmen, das aus der Spinnerei Meebold hervorgegangen war.
Der neue HARTMANN-Betrieb spann Baumwolle, bleichte Stoffe und produzierte schließlich Kappen, Strümpfe und Schnupftücher. Weil die fürs Baumwollspinnen nötigen Maschinen mit Wasserkraft angetrieben wurden, befand sich der Firmenstandort an der Brenz – dem Fluss, der durch Heidenheim fließt. Die Brenz war auch ein wichtiger Verkehrsweg. Wenn Hartmann seine industriellen Nachbarn sprechen wollte, etwa Friedrich Voith, kam er per Boot zu ihnen. Den Unternehmern, allen voran Hartmann, kam natürlich auch der Bau von Straßen und die Anbindung an die Metropole Stuttgart sehr gelegen.


