- Trennung vom Rest der Klinik oder Praxis
- räumliche Organisation innerhalb der Abteilung
- Organisation und Aufteilung der Räume
- leicht zu reinigende horizontale Flächen
- usw.
Welche Anforderungen werden an die Raumgestaltung gestellt?
Leitlinien
Leitlinien
| Leitlinie | Empfehlung | Kategorie (falls genannt) |
| CDC2 | „Im Operationssaal sollte gegenüber angrenzenden Fluren und Nebenräumen eine Überdruckbelüftung eingesetzt werden.“ | Kategorie IB |
| „Es sollten mindestens 15 Luftwechsel pro Stunde stattfinden, davon mindestens 3 Frischluftwechsel.“ | Kategorie IB | |
| „Die gesamte Luft, sowohl Umluft als auch Frischluft, durch die entsprechenden Filter gemäß den Empfehlungen des American Institute of Architects filtern.“ | Kategorie IB | |
| „Zuluft über die Decke einleiten, Abluft in Bodennähe ableiten.“ | Kategorie IB | |
| „Zur Prävention von postoperativen Wundinfektionen keine UV-Strahlung im Operationssaal anwenden.“ | Kategorie IB | |
| „Die Türen zum OP-Saal sind geschlossen zu halten und nur für die Anlieferung von Instrumenten/Geräten, das Betreten durch Personal und den Transport des Patienten zu öffnen.“ | Kategorie IB | |
| „Orthopädische Implantationen ggf. in Operationssälen durchführen, die mit ultrareiner Luft versorgt werden.“ | Kategorie II | |
| „Die Anzahl der Personen, die den Operationssaal betreten, auf das notwendige Personal beschränken.“ | Kategorie II | |
| WHO3 | „Das Gremium schlägt vor, Laminar-Flow-Belüftungssysteme nicht zur Verringerung des Risikos für postoperative Wundinfektionen bei Patienten einzusetzen, bei denen eine Totalendoprothese durchgeführt wird.“ | Eingeschränkte Empfehlung, geringe bis sehr geringe Evidenzqualität |
| NICE4 | - | - |
| KRINKO1 | Operationsräume: Operationsräume sollten in sich abgeschlossen sein und möglichst wenige, aber ausreichend dimensionierte Türen haben. Sofern Bodeneinläufe vorhanden sein müssen, Techniken wählen, die eine Kontamination der Umgebung verhindern. | Kategorie II |
Zusammenfassung von Räumen und Flächen: Räume bzw. Flächen für folgende Funktionen können jeweils für mehrere OP-Räume zusammengefasst werden: Narkoseeinleitung, Patientenvorbereitung, Narkoseausleitung, Patientennachbetreuung, Händewaschung, Händedesinfektion. Auch andere Räume können zusammengefasst werden, soweit dies unter dem Aspekt der Infektionsprävention und der Funktion möglich ist. | Kategorie II | |
Instrumentenvorbereitung: Falls Instrumentiertische nicht im OP vorbereitet werden, sondern in einem gesonderten Raum (Vorbereitungsraum für Instrumentiertische), sind dort die gleichen hygienischen Bedingungen (z. B. Lüftungsbedingungen) wie im OP zu gewährleisten. | Kategorie II | |
Personalumkleideraum (Personalschleuse): In der Personalumkleide sind die reine und unreine Seite mindestens funktionell zu trennen. Bei der Wegeführung ist eine Kreuzung zu vermeiden. In der unreinen Seite sind ausreichend Fläche/Schränke für die Ablage der Stationskleidung und Sammelbehälter für benutzte Bereichskleidung, weiterhin Waschbecken, WC-Anlagen und ggf. Duschen vorzuhalten. In der reinen Seite sind Lagermöglichkeiten zur geschützten Lagerung des Tagesbedarfs an reiner Bereichskleidung sowie Möglichkeiten zur Händedesinfektion vorzuhalten. | Kategorie II | |
Patientenübergaberaum/Patientenübergabefläche: In der Patientenübergabefläche sollten Patienten bevorzugt mittels Umbetthilfen umgelagert werden. In unmittelbarer Nähe sind ausreichend Warteplätze für Betten vorzuhalten. Bei Operationsbetrieb für ambulante Patienten sind zusätzlich Patientenumkleiden vorzuhalten. Der Aufwachraum sollte baulich bevorzugt an den Übergang von der OP-Abteilung zum übrigen Krankenhaus gelegt werden und es sollte durch funktionelle und organisatorische Maßnahmen einer Durchbrechung des Prinzips der Personalschleuse entgegengewirkt werden. | Kategorie II | |
Materialversorgung/-entsorgung: Für die Materialversorgung muss ein Raum oder eine Zone vorgehalten werden, wo die Güter ohne Transportverpackung angeliefert werden. Entsprechend ist für die Entsorgung ein separater Entsorgungsraum vorzuhalten. Innerhalb der Operationsabteilung sind reine Güter (Sterilgüter, Medikamente, aufbereitete Geräte usw.) in speziellen Räumen oder in geeigneten Behältnissen auf dafür ausgewiesenen Flächen zu bevorraten. Unreine Güter (Schmutzwäsche, Abfälle, etc.) sind im entsprechenden gesonderten Übergaberaum zu lagern. Für Leihinstrumente ist ausreichend Platz vorzuhalten. In der gesamten Operationsabteilung sind in angemessener Anzahl bedarfsgerecht verteilte Spender für die Händedesinfektion und Untersuchungshandschuhe vorzuhalten. | Kategorie II | |
Oberflächen: Die Oberflächen der Räume und betrieblichen Einbauten (z. B. Türen, Regalsysteme, Lampen) sowie der Geräte müssen so beschaffen bzw. so positioniert sein, dass es zu möglichst wenigen Beschmutzungen kommt und sie problemlos gereinigt und desinfiziert werden können. Oberflächen müssen intakt sein, ohne dass es z. B. zu Abblätterung (zum Beispiel von Farbe) oder schwer zu reinigenden/desinfizierenden Oberflächen kommt. Gleiches gilt für die Lagerung von Materialien und Geräten. | Kategorie II | |
Lüftung: Sofern die OP-Abteilung mit einer raumlufttechnischen Anlage ausgestattet ist, ist diese regelmäßig zu warten, damit sie dem technischen Standard entspricht. In die OP-Räume (und ggf. Vorbereitungsräume für das Herrichten von Instrumentiertischen) wird dreifach gefilterte Luft eingeleitet. Die OP-Säle haben eine Überdruckhaltung im Vergleich zu den Nebenräumen. Geräte mit eigenständigen Lüftungen (z. B. Hypothermiegeräte bei kardio-chirurgischen Operationen) sind so zu positionieren bzw. zu gestalten, dass von ihnen keine eigene Kontaminationsgefahr ausgeht. | Kategorie II | |
Aus der Nutzung von LAF/TAV ergibt sich kein eigener infektionspräventiver Effekt. | Kategorie II | |
Aus der Trennung „reiner“ und „unreiner“ OP-Abteilungen ergibt sich kein eigener infektionspräventiver Effekt. | Kategorie II |
HARTMANN:
„Die Infektionsprävention geht über reine Hygienemaßnahmen hinaus und umfasst auch strukturelle Anforderungen.“
Empfohlene Vorgehensweise

Operationsräume: Operationsräume sollten wenige, aber ausreichend große Türen haben und bei Bedarf mit Bodeneinläufen mit Kontaminationsschutztechnik ausgestattet sein.1

Zusammenfassung von Räumen: Räume für Narkoseeinleitung, Patientenvorbereitung, Narkoseausleitung, Patientennachbetreuung, Händewaschung und Händedesinfektion können zusammengefasst werden.1

Instrumentenvorbereitung: Werden Instrumentiertische in einem gesonderten Raum vorbereitet, sind dort die gleichen hygienischen Bedingungen wie im OP zu gewährleisten.1

Personalumkleideraum: Die reine und unreine Seite mindestens funktionell trennen; bei der Wegeführung Kreuzungen vermeiden; in der unreinen Seite ausreichend Platz für Stationskleidung und Sammelbehälter für benutzte Bereichskleidung, Waschbecken, WC und ggf. Duschen vorhalten; in der reinen Seite Möglichkeiten zur geschützten Lagerung des Tagesbedarfs an reiner Bereichskleidung sowie Möglichkeiten zur Händedesinfektion vorhalten.1

Patientenübergabe: Patientenübergabe bevorzugt mittels Umbetthilfen; ausreichend Warteplätze für Betten in unmittelbarer Nähe; Patientenumkleiden für ambulante Patienten; Aufwachraum am Übergang von der OP-Abteilung zum übrigen Krankenhaus (dabei Durchbrechung des Prinzips der Personalschleuse entgegenwirken).1

Materialversorgung/-entsorgung: Raum/Zone für die Anlieferung von Gütern ohne Transportverpackung; separater Entsorgungsraum; reine Güter in speziellen Räumen/Behältnissen aufbewahren; unreine Güter in gesondertem Übergaberaum lagern; ausreichend Platz für Leihinstrumente; in angemessener Anzahl bedarfsgerecht verteilte Spender für die Händedesinfektion und Untersuchungshandschuhe1

Allgemein: Alle Oberflächen sollten möglichst frei von Schmutz, intakt und leicht zu reinigen sein; regelmäßige Wartung der vorhandenen Belüftungssysteme; in OP-Räume (und ggf. in Vorbereitungsräume für das Herrichten von Instrumentiertischen) dreifach gefilterte Luft einleiten; OP-Säle mit Überdruckhaltung im Vergleich zu Nebenräumen; sicherstellen, dass von Geräten mit eigenständigen Lüftungen keine eigene Kontaminationsgefahr ausgeht1
Anforderungen an den Aufbewahrungsort von Sterilgütern 5

- trocken
- staubgeschützt/staubarm
- lichtgeschützt
- vor Beschädigungen geschützt
- vor mechanischen Einflüssen geschützt
- Raumtemperatur (max. 25 °C)
- vor extremen Temperaturschwankungen geschützt
- von unsterilen Produkten getrennt
- sauber
- frei von Schädlingen
Relevante Aspekte für Empfehlungen zur Lagerdauer für sterile Medizinprodukte5
Verlust der Sterilität
abhängig von äußeren Einflüssen und Effekten während Lagerung, Transport und Handhabung
Zulässige Lagerdauer
wird von der Hygienekommission nach Beurteilung der Bedingungen vor Ort festgelegt
Angegebene Lagerdauer
gilt nur, wenn die Lagerung unter angemessenen und professionellen Bedingungen erfolgt
Literatur
- KRINKO (2018) Prävention postoperativer Wundinfektionen. Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsbl 61: 448–473.
- CDC (1999) Guideline for Prevention of Surgical Site Infection. Infect Control Hosp Epidemiol. 20(4): 247–278.
- WHO (2018) Global guidelines for the prevention of surgical site infection. World Health Organization 2018.
- NICE (2020) Surgical site infections: prevention and treatment. NICE guidelines. Published: 11 April 2019. Last updated:19 August 2020. www.nice.org.uk/guidance/ng125.
- DGSV. Empfehlung zur Lagerdauer für sterile Medizinprodukte. https://www.dgsv-ev.de/wp-content/uploads/2016/09/AKQ_d_ZT_3_2014_85_Empfehlung_zur_Lagerdauer_f_r_sterile_MP.pdf. Accessed 13.03.2024.
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Krankenhausinfektionen stellen eine große Herausforderung für die moderne Medizin dar.
Neue Open-Access-Publikation über praktische Empfehlungen für die Reinigung und Desinfektion im Gesundheitswesen.
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