Pflegekräfte: Wenn Hitze zur Gefahr wird

So schützen sich Pflegende
Temperatur im Auge behalten
Regelmäßige Pausen
Luftige Kleidung
Abkühlung
Richtig lüften
Aufeinander achten
Für wen die Hitze besonders gefährlich ist
Bestimmte Vorerkrankungen erhöhen das Risiko
So schützen Sie die Pflegebedürftigen
Den Pflegealltag an die besonderen Gegebenheiten anpassen.
Heiße Tage erfordern mitunter Anpassungen der Pflegeabläufe.
- Führen Sie die Wundkontrolle bei Hitze zum Beispiel engmaschiger durch, da vermehrtes Schwitzen den Heilungsprozess beeinträchtigen kann.
- Verbände und Pflaster können leichter verrutschen. Kontrollieren Sie auch häufiger die Vitalwerte, da sich die Wärme unter anderem auf den Blutdruck auswirken kann.
- Trinkprotokolle helfen, um die Flüssigkeitsversorgung der Bewohner sicherzustellen.
Passende Materialen schützen vor Hitzestau und Sonne.
- Achten Sie auf helle, atmungsaktive und lockere Kleidung, damit die Luft zirkulieren kann. Ideal sind Materialien wie Baumwolle oder Leinen.
- Eine Sonnenbrille und eine leichte Kopfbedeckung schützen vor Sonneneinstrahlung.
Dosierung und Lagerung überprüfen und anpassen.
- Einige Wirkstoffe beeinflussen die Wärmeregulation, das Durstempfinden oder den Blutdruck. Dazu zählen Herz-Medikamente, Blutdrucksenker, Schilddrüsen-Hormonpräparate, bestimmte Antidepressiva sowie Antihistaminika. Patienten* sollten diesbezüglich speziell überwacht werden, eventuell müssen Dosierungen nach Rücksprache mit dem ärztlichen Personal angepasst werden.
- Einige Antibiotika, Antirheumatika, Herz-Medikamente und Johanniskraut-Präparate vertragen sich zudem nicht mit Sonnenlicht.
- Die Lagerung von Tabletten, Salben & Co. spielt bei Hitze eine wichtige Rolle. Kontrollieren Sie die Temperatur im Medikamentenschrank und sortieren Sie Präparate, die bei Zimmertemperatur gelagert werden müssen, gegebenenfalls um. Sind die Patientenzimmer aufgrund der Hitze deutlich wärmer als normal, überprüfen Sie auch die dort gelagerten Medikamente und passen den Lagerort eventuell an.
Gut zu wissen: Besonders hitzeempfindlich sind Zäpfchen, Insulin, Wirkstoffpflaster, Gelatinekapseln, Sprays sowie Salben und Gele.
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Verhaltensbezogene Maßnahmen
Setzen Sie auf leicht verdauliche, vitamin- und wasserreiche Kost
Damit die Ernährung den Körper bei Hitze nicht zusätzlich belastet, sollte sie im Sommer leicht sein.
- Gut geeignet sind Gemüse, frischer Salat, zuckerarmes und wasserreiches Obst wie etwa Melonen oder Erdbeeren, gedünsteter Fisch und mageres Fleisch wie Geflügel.
- Eine leichte Brühe versorgt den Körper mit notwendigen Salzen (Elektrolytzufuhr).
- Extra-Tipp: Besprechen Sie auch mit pflegenden Angehörigen einen Sommerspeiseplan.
1,5-2 Liter Flüssigkeit pro Tag sollten es mindestens sein
Im Alter lässt das Durstgefühl nach. Achten Sie an warmen Tagen besonders darauf, dass die Patienten* ausreichend trinken.
- Gehen Sie auf individuelle Vorlieben wie etwa bestimmte Fruchtsäfte ein, die als Schorle zubereitet werden.
- Die Trinkmenge von 1,5-2 l sollte möglichst gleichmäßig über den gesamten Tag verteilt werden.
- Wichtig: Der Patient sollte keine eiskalten Getränke trinken. Der Organismus müsste sie erst auf Körpertemperatur bringen und erwärmt sich dabei umso mehr.
Bewegung und Anstrengung weitestgehend vermeiden
Ein ruhiger Platz im Schatten ist die beste Wahl
In den Sonnenstunden ist die Gefahr für hitzebedingte gesundheitliche Komplikationen am größten.
- Pflegebedürftige* sollten zwischen 11 und 18 Uhr viel ruhen und sich im Schatten oder in kühleren Innenräumen aufhalten.
- Autofahrten sind möglichst zu vermeiden.
- Sonnenschutz (SPF 50+) am besten gleich nach dem Aufstehen auftragen, tagsüber mehrmals auffrischen.
Wohnraumbezogene Maßnahmen
Überwachen Sie die Innentemperaturen
Halten Sie die Hitze draußen
Halten Sie die Räume so kühl wie möglich
Schalten Sie Wärmeerzeuger so oft es geht aus
Treffen Sie Entscheidungen gemeinsam
Machen Sie Hitzeschutz zur Teamsache!
* Disclaimer Geschlechtsangaben
Soweit im Text nur die männliche Form verwendet wird, geschieht dies lediglich zur sprachlichen Vereinfachung. Die Angaben beziehen sich gleichermaßen auf alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten.





