WISSEN Desinfektionsmittel auf dem Prüfstand Flächendesinfektion bei C. auris Ausgewertet wurden im Rahmen des Reviews 36 Studien aus neun Ländern, von denen der Großteil standardisierte Trägerversuche oder quantitative Oberflächenmodelle mit definierter Keimlast, Kontaktzeit und Wirkstoffkonzentration einsetzte. Sieben Arbeiten untersuchten C. auris in Biofilmen, darunter auch „trockene“ Biofilme (dry-surface biolms, DSB) [4]. Wirksamkeit der verschiedenen Desinfektionsmittel Chlorhaltige und andere oxidierende Desinfektionsmittel (z. B. Natriumhypochlorit, Natriumdichlorisocyanurat, Wasserstoffperoxid/Peressigsäure-Formulierungen) erzielten unter praxisnahen Bedingungen in der Regel hohe Reduktionen der Keimzahl über die wichtigsten C.-auris-Kladen hinweg [4]. Produkte, die ausschließlich auf quartären Ammoniumverbindungen (QAV) basierten, zeigten eine hohe Variabilität. In mehreren Studien wurde für alkoholbasierte Flächen-Desinfektionsmittel eine ausgeprägte levurozide Wirksamkeit nachgewiesen. Candidozyma auris (ehemals Candida auris) stellt weltweit eine wachsende Bedrohung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dar [1, 2]. Der Hefepilz kann lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen und ist gegen viele Medikamente resistent [3]. Auf Oberflächen kann C. auris bis zu drei Wochen überleben [3], was das Risiko einer indirekten Übertragung durch kontaminierte Oberflächen erhöht. Der ordnungsgemäßen Reinigung und Desinfektion von Oberflächen und Geräten kommt daher eine hohe Bedeutung zu. Eine systematische Übersichtsarbeit hat die Wirksamkeit verschiedener Desinfektionsmittel untersucht [4]. Phenolische Desinfektionsmittel schnitten dagegen schlechter ab [4]. Ergänzend zur manuellen Desinfektion können berührungslose Desinfektionsverfahren, z. B. mit UV-C-Licht, eingesetzt werden. Ihre Effektivität hängt jedoch entscheidend von der Dosis, der Entfernung zur Oberfläche und der Geometrie des Raumes ab, da Schattenbereiche nicht erreicht werden können [4]. Allerdings wurden in den entsprechenden Studien nicht immer Log10-Reduktionen angegeben. Biofilme: eine besondere Herausforderung Die Autoren betonen, dass C. auris in Biofilmen, insbesondere in DSB, deutlich widerstandsfähiger ist als in seiner planktonischen Form. Unter identischen Bedingungen konnten für DSB deutlich geringere Keimzahlreduktionen erreicht werden als für planktonische Zellen [4]. Überlebende Zellen im Biofilm können die Umgebung erneut kontaminieren. Dies unterstreicht umso mehr die Bedeutung einer wirksamen Oberflächendesinfektion im Falle von C. auris. Film ab! Ein Video auf dem YouTube-Kanal des HARTMANN SCIENCE CENTER fasst Risiken und erforderliche Hygienemaßnahmen bei C. auris anschaulich zusammen. Hier geht’s zum Video: Quellen 1. Uppar A (2025) GMS Hyg Infect Control 20: Doc 69. 2. CDC Centers for Disease Control and Prevention: Candida auris. https://www.cdc.gov/candida-auris/index.html (zuletzt abgerufen am 17.03.2026). 3. Wißmann JE et al. (2021) Microorganisms 9: 343. 4. Papadimitrou A et al. (2026) J Fungi 12: 131. Effektive Flächendesinfektion bei C. auris Zusätzlich zu ihrer Wirksamkeit gegen den Hefe-Erreger Candida albicans, wurde die Wirksamkeit der HARTMANN FlächenDesinfektionsmittel Mikrobac® forte und Dismozon® plus auch gegenüber C. auris untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass bei den als levurozid ausgelobten Einwirkzeiten und Konzentrationen auch eine ausreichende Wirksamkeit gegen C. auris besteht. Biofilm C. auris 21
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