PRAXIS Desinfizieren oder nicht? Bewusster Umgang mit medizinischen wurden die Handschuhe Testungen nach EN 455-2 (Reißkraft) und EN 16523-1 (Permeation) unterzogen. Dabei entsprach die Reißkraft den Normanforderungen. Eine Permeation des HDM durch den Handschuh ist unkritisch, da HARTMANN HDM zur Verwendung auf den Händen zugelassen sind und eine gute Hautverträglichkeit aufweisen. In Bezug auf die genannten Normen sind bei sachgemäßer Anwendung keine sicherheitsrelevanten Beeinträchtigungen zu erwarten. Potenzielle Risiken wie Materialveränderungen und Permeation können nicht allgemeingültig bewertet werden und sind sowohl vom spezifischen Handschuhtyp als auch vom eingesetzten HDM abhängig [7]. Die von HARTMANN und BODE Chemie, ein Unternehmen der HARTMANN GRUPPE, geprüften Handschuhe und HDM zeigen dabei eine hohe Kompatibilität miteinander. In Einzelfällen kann die Desinfektion medizinischer Einmalhandschuhe eine Alternative sein, sie ersetzt aber in keinem Fall den Handschuhwechsel bei sichtbarer Kontamination und die Händehygiene [5]. Nachhaltiger Umgang mit medizinischen Einmalhandschuhen Da medizinische Wegwerfprodukte im Gesundheitswesen stark zum Ressourcenverbrauch beitragen, sollte die Nutzung medizinischer Einmalhandschuhe nicht nur unter medizinischen, sondern auch unter ökologischen Aspekten betrachtet werden. Diese Analyse muss als wesentlicher Bestandteil eines ökologisch verantwortungsvollen Hygienekonzepts in Kliniken und Pflegeeinrichtungen gelten [8]. In der Praxis kennen Gesundheitsfachkräfte die Indikationen zur Handschuhnutzung nicht immer im Detail und verwenden medizinische Einmalhandschuhe teilweise in Situationen, in denen diese nicht erforderlich sind. Da eine rationale Indikationsstellung die Umweltbelastung reduzieren Unter der Händedesinfektion (HD), einer der wichtigsten Maßnahmen zur Prävention nosokomialer Infektionen, versteht man üblicherweise die Desinfektion bloßer, nicht behandschuhter Hände [1]. Dennoch wird auch der Stellenwert der Desinfektion behandschuhter Hände (Handschuhdesinfektion) seit mehreren Jahren diskutiert. Während das Thema anfangs kontrovers gesehen wurde, setzt sich in Deutschland ein evidenzbasierter Pragmatismus mehr und mehr durch. Notfallversorgung Handschuhe Testungen nach EN 455-2 (Reißkraft) Handschuhdesinfektion: Was spricht dafür, was dagegen? Gerade in der Notfallversorgung können Situationen – z. B. beim Wiederbeleben von Personen – entstehen, in denen medizinische Fachkräfte zeitlich weder Handschuhe wechseln noch die Hände ausreichend lange desinfizieren können, sofern die Bedingungen nicht ideal sind [2–4]. Ein häufiger Handschuhwechsel kann außerdem Arbeitsabläufe so stark unterbrechen, dass ganze Prozesse verlängert werden. In solchen Ausnahmefällen kann die Handschuhdesinfektion durchaus vertretbar sein, wie die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) in ihren Empfehlungen zur Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen vermerkt [5]. Dennoch sollte Anwenderinnen und Anwendern bewusst sein, dass dabei üblicherweise die Herstellerhaftung erlischt und der Eigenverantwortung mit allen haftungsrechtlichen Konsequenzen weicht [6]. Kliniken sollten somit immer zunächst eine interne Risikobewertung vornehmen, bevor sie die Handschuhdesinfektion als probates Mittel in Ausnahmefällen befürworten. Sind Einmalhandschuhe mit Hände-Desinfektionsmitteln kompatibel? HARTMANN bietet in seinem Sortiment sowohl medizinische Einmalhandschuhe als auch Hände-Desinfektionsmittel (HDM) an. Um Anwenderinnen und Anwender bei der erforderlichen Risikobewertung zu unterstützen, führte das Unternehmen Untersuchungen zur Kompatibilität zwischen Einmalhandschuhen und HDM durch. Dafür wurden die Untersuchungshandschuhe Peha-soft® Nitrile Fino bis zu 5-mal mit je 3 ml HDM auf Ethanol- und Propanolbasis für 30 Sekunden mittels der eigenverantwortlichen Einreibemethode konditioniert. Anschließend ? 28
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