WISSEN Internationale Woche der Infektionsprävention C. difficile – hartnäckige Herausforderung im Klinikalltag C. difficile gilt als besonders hartnäckiger Erreger: Seine Sporen erweisen sich als gegen viele herkömmliche Desinfektionsmittel und Reinigungsverfahren resistent [3, 4]. Die Übertragung von C. difficile erfolgt als fäkal-orale Schmierinfektion durch direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen oder Oberflächen. In den Industrieländern ist C. difficile der häufigste Erreger einer Antibiotika-assoziierten Diarrhoe nach vorangegangenen Antibiotikatherapien, in deren Folge sich C. difficile in der gestörten Darmflora ungehindert vermehren kann [3]. Alarmierender Anstieg der CDI-Fälle Seit 2003 wird weltweit ein kontinuierlicher Anstieg der Fälle der C. difficile-Infektionen (CDI) verzeichnet – mit mehr als 150.000 Fällen pro Jahr in Europa [5] und bis zu 500.000 Fällen jährlich in den USA [6, 7]. Der Vermeidung und Eindämmung von CDI in Gesundheitseinrichtungen kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Vorsichtsmaßnahmen sowie strikte Händehygiene und konsequente Flächendesinfektion sind essenziell, da es aufgrund der Hartnäckigkeit der Sporen schnell zur Rekontamination und Initiierung neuer Übertragungsketten kommen kann [4, 8]. Präventionsmaßnahmen konsequent umsetzen Um das Infektionsrisiko zu reduzieren, betont die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) die Bedeutung eines zurückhaltenden Einsatzes von Antibiotika. Patienten mit CDI sollten in Einzelzimmern mit eigener Nasszelle untergebracht werden. Bei Ausbrüchen sollte eine Kohortenisolierung erfolgen. Im Patientenzimmer sind Schutzkittel und Einmalhandschuhe zu tragen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Händehygiene: Vor Betreten des Patientenzimmers Handschuhe anlegen, beim Ändern der Tätigkeit wechseln, vor Verlassen des Zimmers Hände desinfizieren und anschließend waschen. Auch Patienten sollten zur gründlichen Händehygiene angehalten werden. Zur Flächendesinfektion sollten alle patientennahen Bereiche und Nasszellen täglich mit einem sporizid wirkenden FlächenDesinfektionsmittel behandelt werden [3]. Infektionsprävention als gemeinsames Ziel Mit diesen Maßnahmen können auch hartnäckige Erreger wie C. difficile in Schach gehalten werden. Die International Infection Prevention Week (IIPW) erinnert daran, wie wichtig die Infektionsprävention für uns alle ist. Die seit 1986 jährlich veranstaltete International Infection Prevention Week (IIPW) machte vom 19. bis 25. Oktober 2025 erneut weltweit auf die zentrale Bedeutung der Infektionsprävention aufmerksam. Im Fokus stand dabei die Aufklärung über Hygienemaßnahmen bei Clostridioides difficile (C. difficile). Die sporenbildenden Bakterien stellen eine besondere Herausforderung für die Infektionsprävention dar [1, 2]. Quellen 1. Robert Koch Institut. Clostridioides (früher Clostridium) difficile. RKI-Ratgeber. Stand: 22.01.2025. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/ Ratgeber/Ratgeber_Clostridium.html?nn=16777040#doc16790860bodyText2 (abgerufen am 25.08.2025) 2. Yakout A et al. (2024) J Prim Care Community Health 15:21501319241249645 3. Hygienemaßnahmen bei Clostridioides difficile-Infektion (CDI). Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (2019). Bundesgesundheitsbl 62: 906–923 4. Vance J, Turner N (2025) Infect Dis Clin North Am S0891-5520(25)00067-4. doi: 10.1016/j.idc.2025.07.004 5. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Point prevalence survey of healthcare-associated infections and antimicrobial use in European acute care hospitals 2022–2023. https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/documents/healthcare-associated-point-prevalence-survey-acute-care-hospitals-2022-2023.pdf 6. Guh A et al. (2020) N Engl J Med 382: 1320–30. DOI: 10.1056/NEJMoa1910215 7. Lessa F et al. (2015) N Engl J Med 372: 825–34. DOI: 10.1056/NEJMoa1408913 8. Krishna A, Chopra T (2021). Infect Dis Clin North Am 35(4): 995–1011 2003 2025 20
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