DESINFACTS | Ausgabe 1/2025

FORUM FORUM WISSEN STUDIEN Neue Erreger auf dem Vormarsch? Quellen 1. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/156741/WHO-kann-Berichte-zu-Ausbruch-mit-humanem-Metapneumovirus-in-China-nicht-bestaetigen (abgerufen am 10.02.2025) 2. https://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/human-metapneumovirus-(hmpv)-infection (abgerufen am 10.02.2025) 3. https://www.openpr.de/news/1276284/FSME-Co-Forscherinnen-entdecken-in-den-Alpen-neues-Zeckenvirus-idw.html (abgerufen am 10.02.2025) 4. Nowotny N et al. (2025) Viruses 17: 122. https://doi.org/10.3390/v17010122 5. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/chikungunya (abgerufen am 10.02.2025) 6. https://www.ecdc.europa.eu/en/chikungunya-monthly (abgerufen am 10.02.2025) Neuer Index zur Beurteilung der Händehygiene-Qualität Handschuhnutzung und Händedesinfektion Die Indikationen für den Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe in Gesundheitseinrichtungen sind oft unklar. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) veröffentlichte deshalb 2024 eine Stellungnahme [1]. Forscher des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH) nahmen diese zum Anlass, einen Index aus Handschuhverwendung (glove use = GU) und Händedesinfektion (HD) zu ermitteln – den sogenannten GUHDI [2]. Dieser kann als zusätzliche Messgröße dienen, um die Qualität der Händehygiene zu beurteilen. Wie wird der GUHDI berechnet? Der GUHDI setzt voraus, dass zwei Handschuhe als eine Handschuhverwendung gezählt werden. Er berechnet sich wie folgt: GU pro Patiententag geteilt durch HD pro Patiententag. Während ein GUHDI von 1 anzeigt, dass eine HD pro GU erfolgt, weist ein GUHDI von 0,5 auf zwei HD pro GU hin – und so fort. Die Forscher implementierten den GUHDI in einem Pilotprojekt in drei Krankenhäusern mit insgesamt 1.100 Betten und kamen zum Schluss, dass der Index mit geringem bis mäßigem Zusatzaufwand erhoben werden kann. Optimaler GUHDI muss ermittelt werden Da es in der Praxis mehr Indikationen für HD als für GU gibt, sollte der GUHDI unter 0,5 liegen. Ein optimaler Bereich muss jedoch noch in Studien ermittelt werden. Bei Integration in ein umfassendes Überwachungsprogramm kann der GUHDI aussagekräftige Daten zur Verbesserung der Händehygiene bieten. Quellen 1. Hoch B, Schulz-Stübner S (2024) J Infect Prev: 17571774241297671. https://doi. org/10.1177/17571774241297671 2. Robert Koch-Institut (2024) Epidemiol Bull 10: 3–15. https://www.rki.de/ DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2024/10_24.pdf?__ blob=publicationFile&v=2 (abgerufen am 10.02.2025) Humanes Metapneumovirus (hMPV)1,2 • Kommt saisonal weltweit vor allem bei Kindern vor. Derzeit vermehrt in China (Ausbruchsgeschehen von WHO nicht bestätigt). • Erkältungssymptome wie Husten, Fieber, Schnupfen. Risikogruppen (Kleinkinder, Ältere, Immungeschwächte, chronisch Kranke) können schwerer erkranken. Selten tödlich. • Übertragung durch Tröpfchen und Aerosole. Alpine chamois encephalitis virus (ACEV)3,4 • Wurde bislang in drei Gamsen in Österreich und Italien nachgewiesen (2017 und 2023). • Neurologische Störungen mit Todesfolge. • Übertragung durch Zecken. Verbreitung auf weitere Tierspezies oder den Menschen unklar. Derzeit keine Hinweise auf zoonotische Gefahr. Chikungunya-Virus5,6 • Tritt hauptsächlich in Südamerika (aktueller Schwerpunkt Brasilien mit > 400.000 Fällen in 2024) und Teilen Asiens auf. • Plötzliches Fieber, starke Gelenkschmerzen, ggf. weitere Allgemeinsymptome. Selten tödlich. • Übertragung durch Tigermücke. Risiko innerhalb Europas äußerst gering. : GUHDI GU pro Patiententag geteilt durch HD pro Patiententag. 14

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