Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

HARTMANN GRUPPE | Konzernabschluss 84 Sonstige Erläuterungen Finanzinstrumente und finanzielles Risikomanagement Finanzielle Risikofaktoren Durch ihren Geschäftsbetrieb ist die HARTMANN GRUPPE einer Reihe finanzieller Risiken wie Auswirkungen von Veränderungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten und bei den Zinssätzen ausgesetzt. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist darauf ausgerichtet, die potenziellen Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen. Das Risikomanagement für Finanzrisiken wird gemäß den vom Vorstand genehmigten Richtlinien der PAUL HARTMANN AG durchgeführt. Die Basis bildet die Risikostrategie, die vom Risikokomitee vorgegeben wird. Diese wird quartalsweise überprüft. Die aktuelle Risikostrategie steuert das Gesamtverlustlimit aus Währungs- und Rohstoffrisiken im Verhältnis zum geplanten Ergebnis vor Steuern. Daraus werden für Einzelrisiken spezifische Sicherungsstrategien vorgegeben. Die PAUL HARTMANN AG identifiziert die Finanzrisiken, bewertet sie, überwacht die Einhaltung der Verlustlimits und Sicherungsquoten und schließt gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit operativen Einheiten geeignete Sicherungsgeschäfte ab. Marktpreisrisiken Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken werden durch eine Value-at-Risk-Berechnung gemessen. Auf Basis historischer Daten und Volatilitäten sowie einer Haltedauer von 252 Tagen wird eine Normalverteilung berechnet. Das Konfidenzniveau wird mit 95 % angesetzt. Dies bedeutet, dass der Wertverlust des entsprechenden Risikoportfolios im folgenden Geschäftsjahr mit dieser Wahrscheinlichkeit nicht über den folgenden Beträgen liegen wird: in Tausend EUR 31. Dezember 2020 31. Dezember 2021 Korrelierter Value-at-Risk aus Währungsexposures 14.566 10.817 Korrelierter Value-at-Risk aus Rohstoffen 22.305 30.069 Korrelierter Value-at-Risk aus Zins 2.832 2.705 Korrelierter Gesamt-Value-at-Risk 20.832 28.470 Diese Werte werden dem bereinigten EBITDA der HARTMANN GRUPPE gegenübergestellt, um ihre Bedeutung für die Ertragssituation einzuschätzen. Es werden dabei Limits für Währungs- und Rohstoffpreisrisiken festgelegt, bei deren Überschreitung im Rahmen der Risikopolitik definierte Maßnahmen und Berichtspflichten ausgelöst werden. Gleiches gilt für etwaige Zinsrisiken, welche durch die Konzerngesellschaften rechtzeitig gemeldet werden und bei signifikanten Auswirkungen anschließend durch im Rahmen der Risikopolitik festgelegten Maßnahmen reduziert werden. Währungsrisiken Die HARTMANN GRUPPE ist international tätig und daher in verschiedenen Währungen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Die PAUL HARTMANN AG sichert die Währungsexposures im Rahmen der Risikostrategie durch den Abschluss von Devisentermingeschäften, -optionen und -swaps ab. Die HARTMANN GRUPPE hat zum Bilanzstichtag für das Geschäftsjahr 2022 54 (2021: 56) % ihres geplanten Nettobedarfs an US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Der Nettobedarf an US-Dollar besteht imWesentlichen aus dem geplanten Bedarf an Rohstoffen und Handelswaren. Darüber hinaus wurden Nettopositionen in weiteren Währungen abgesichert. Zinsrisiken Die HARTMANN GRUPPE hält keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte. Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Schulden gegenüber Kreditinstituten. Rohstoffrisiken Das größte Einzelexposure betrifft den Rohstoff Fluff Pulp, der im Jahr 2022 zu 83 (2021: 91) % durch Vereinbarung von Fixpreisanteilen in den Lieferantenverträgen gedeckt ist. Rohstoffswaps auf den RISI-Index bestehen wie im Vorjahr nicht. Für weitere Rohstoffe in der HARTMANN GRUPPE werden zum Teil ebenfalls Festpreiskontrakte mit Lieferanten und Rohstoffswaps abgeschlossen. Die Möglichkeiten sind jedoch aufgrund der hohen Illiquidität der entsprechenden Märkte stark begrenzt. Ausfallrisiken Das theoretisch maximale Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht grundsätzlich den Buchwerten der be-

RkJQdWJsaXNoZXIy NDU5MjM=