Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE
76 Geschäftsbericht 2020 der HARTMANN GRUPPE | Konzernabschluss Sonstige Erläuterungen Finanzinstrumente und finanzielles Risikomanagement Finanzielle Risikofaktoren Durch ihren Geschäftsbetrieb ist die HARTMANN GRUPPE einer Reihe finanzieller Risiken wie Auswirkungen von Veränderungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten und bei den Zinssätzen aus- gesetzt. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist darauf aus- gerichtet, die potenziellen Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen. Das Risikomanagement für Finanzrisiken wird gemäß den vom Vorstand genehmigten Richtlinien der PAUL HARTMANN AG durchgeführt. Die Basis bildet die Risikostrategie, die vom Risiko- komitee vorgegeben wird. Diese wird quartalsweise überprüft. Die aktuelle Risikostrategie steuert das Gesamtverlustlimit aus Wäh- rungs-, Zins- und Rohstoffrisiken im Verhältnis zum geplanten Er- gebnis vor Steuern. Daraus werden für Einzelrisiken spezifische Si- cherungsstrategien vorgegeben. Die PAUL HARTMANN AG identifiziert die Finanzrisiken, bewer- tet sie, überwacht die Einhaltung der Verlustlimits und Sicherungs- quoten und schließt gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit operativen Einheiten geeignete Sicherungsgeschäfte ab. Marktrisiko Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken werden durch eine Va- lue-at-Risk-Berechnung gemessen. Auf Basis historischer Daten und Volatilitäten sowie einer Haltedauer von 252 Tagen wird eine Nor- malverteilung berechnet. Das Konfidenzniveau wird mit 95 % an- gesetzt. Dies bedeutet, dass der Wertverlust des entsprechenden Risikoportfolios im folgenden Geschäftsjahr mit dieser Wahrschein- lichkeit nicht höher als die folgenden Beträge liegen wird: in Tausend EUR 31. Dezember 2019 31. Dezember 2020 Korrelierter Value-at-Risk aus Währungsexposures 9.970 14.566 Korrelierter Value-at-Risk aus Rohstoffen 22.739 22.305 Korrelierter Value-at-Risk aus Zins 1.032 2.832 Korrelierter Gesamt-Value-at-Risk 20.411 20.832 Diese Werte werden dem bereinigten EBITDA der HARTMANN GRUPPE gegenübergestellt, um ihre Bedeutung für die Ertragssituation einzuschätzen. Es werden dabei Limits für Wäh- rungs- und Rohstoffpreisrisiken festgelegt, bei deren Überschreitung im Rahmen der Risikopolitik definierte Maßnahmen und Berichts- pflichten ausgelöst werden. Gleiches gilt für etwaige Zinsrisiken, welche durch die Konzerngesellschaften rechtzeitig gemeldet wer- den und bei signifikanten Auswirkungen anschließend durch im Rah- men der Risikopolitik festgelegten Maßnahmen reduziert werden. Währungsrisiken Die HARTMANN GRUPPE ist international tätig und daher in ver- schiedenen Währungen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Die PAUL HARTMANN AG sichert die Währungsexposures im Rahmen der Risikostrategie durch den Abschluss von Devisentermingeschäf- ten, -optionen und -swaps ab. Die HARTMANN GRUPPE hat zum Bilanzstichtag für das Ge- schäftsjahr 2021 56 (2020: 49) % ihres geplanten Nettobedarfs an US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Der Nettobe- darf an US-Dollar besteht im Wesentlichen aus dem geplanten Be- darf an Rohstoffen und Handelswaren. Darüber hinaus wurden Net- topositionen in weiteren Währungen abgesichert. Zinsrisiken Die HARTMANN GRUPPE hält keine wesentlichen verzinslichen Ver- mögenswerte. Ziel des Konzerns ist es, dass mindestens 50 % des Kreditportfolios aus Darlehen mit Zinsfestschreibungen von mindes- tens einem Jahr oder geeigneten Sicherungen bestehen. Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen finanziellen Schul- den. Rohstoffrisiken Das größte Einzelexposure betrifft den Rohstoff Fluff Pulp, der im Jahr 2021 zu 91 (2020: 62) % durch Vereinbarung von Fixpreisan- teilen in den Lieferantenverträgen gedeckt ist. Rohstoffswaps auf den RISI-Index bestehen wie im Vorjahr nicht. Für weitere Rohstoffe in der HARTMANN GRUPPE werden zum Teil ebenfalls Festpreiskon- trakte mit Lieferanten und Rohstoffswaps abgeschlossen. Die Mög- lichkeiten sind jedoch aufgrund der hohen Illiquidität der entspre- chenden Märkte stark begrenzt. Ausfallrisiken Das theoretisch maximale Ausfallrisiko der Vermögenswerte ent- spricht grundsätzlich den Buchwerten der betreffenden Vermögens- werte gegenüber den Vertragspartnern. Die in der HARTMANN GRUPPE größte Kategorie, welcher Ausfallrisiken unter- liegt sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Trans- aktionen mit Finanzderivaten werden nur mit Kernbanken oder ver- gleichbaren Partnerbanken geschlossen, deren Rating regelmäßig überprüft wird. Es liegt keine Konzentration von Ausfallrisiken vor. Für mögliche Ausfälle bei finanziellen Vermögenswerten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wurden in an- gemessenem Umfang Wertberichtigungen gebildet, welche unter Tz. 9 genauer erläutert werden.
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