STUDIEN Datenerhebung von der Endoskopie bis zur Notaufnahme Die HH-Daten stammen aus fünf Funktionsbereichen: Endoskopie/Sonographie (Innere Medizin), Endoskopie (Urologie), Kreißsaal, OP und Notaufnahme/Chirurgische Ambulanz. Zur Differenzierung von ärztlichem und Pflegepersonal, Hebammen und Funktionsbereichen wurden Transponder genutzt. Analysiert wurden sowohl Pandemie-Effekte als auch der Einfluss von Feedback-Interventionen auf die Hände-Desinfektionsmittel-Volumina [2]. Berufsgruppen und Funktionseinheiten: Wie die Volumina variierten Insgesamt variierten die Hände-Desinfektionsmittel-Volumina zwischen den Berufsgruppen und Funktionsbereichen. Das ärztliche Personal der urologischen Endoskopie verwendete die größte Menge Hände-Desinfektionsmittel pro Händedesinfektion, während in der Bildgebung der Inneren Medizin am wenigsten verbraucht wurde [2]. COVID-19-Pandemie beeinflusste Volumina stärker als Interventionen Die COVID-19-Wellen prägten die Hände-DesinfektionsmittelVolumina deutlich: Zu Pandemiebeginn stiegen die Medianwerte pro Händedesinfektion bei sinkender Variabilität. Nach einem Rückgang erhöhten sie sich erst mit der Herbstwelle 2021 wieder – und blieben postpandemisch über dem Ausgangsniveau. Von 147 stationsbezogenen Feedback-Interventionen zeigten hingegen nur vier signifikante Effekte auf das HH-Verhalten in den Funktionsbereichen [2]. Teamschulungen als potenzieller Erfolgsfaktor In der Studie fiel zudem auf, dass Gesundheitsfachkräfte mit ähnlichen Aufgaben bzw. enger Zusammenarbeit ähnliche Hände-Desinfektionsmittel-Verbrauchsmuster entwickelten. Dies legt nahe, dass Beschäftigte von teambasierten HH-Schulungen profitieren könnten [2]. Zahlreiche Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Händehygiene (HH) und nosokomialen Infektionen, fokussieren sich jedoch meist auf die Einhaltung der „5 Momente“ [1] und die aufsummierte Anzahl der Händedesinfektionen (HD) auf einer Station. Die HH-Qualität und Compliance in Funktionsbereichen – wo invasive Eingriffe mit besonders hohem Infektionsrisiko stattfinden – werden dagegen oft vernachlässigt. Dabei ist nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Wirksamkeit der Händedesinfektion entscheidend. Eine aktuelle Studie nutzte das elektronische Monitoringsystem NosoEx®, um über fast vier Jahre – inklusive der COVID-19-Pandemie – HH-Daten aus Funktionsbereichen eines deutschen Krankenhauses zu erfassen. Als Indikator für die HH-Qualität diente das Hände-Desinfektionsmittel-Volumen pro HD [2]. Händehygiene in Funktionsbereichen von Kliniken Qualität vs. Quantität: (Nicht nur) die Menge macht’s Quellen 1. WHO (2009). WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care. https://www.who.int/publications/i/item/9789241597906 (abgerufen am 17.02.2026) 2. Senges C et al. (2026) J Hosp Infect 167: 170-180. https://doi.org/10.1016/j.jhin.2025.10.017 Abbildung in Anlehnung an [2]. Mediane HDM-Mengen pro HD in Funktionseinheiten nach Berufsgruppen. Box-Whisker-Plots: Whisker für Minimum/Maximum des 95%-Konfidenzintervalls, Boxen für 1./3. Quartil, Linien in Boxen für Median, Punkte für Ausreißer. HD = Händedesinfektion; HDM = Hände-Desinfektionsmittel. Kreißsaal 1 2 3 4 5 Volumen pro Desinfektion [mL] Endoskopie Urologie 1 2 3 4 5 Volumen pro Desinfektion [mL] Endoskopie/Sonographie Innere Medizin 1 2 3 4 5 Volumen pro Desinfektion [mL] OP 1 2 3 4 5 Volumen pro Desinfektion [mL] Ambulante chirurgische Klinik 1 2 3 4 5 Volumen pro Desinfektion [mL] Pflegekräfte Ärzte Hebammen 1,62 1,96 2,02 2,18 2,63 2,66 2,71 3,41 2,44 2,56 2,92 2,,96 4
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