DESINFACTS | Ausgabe 1/2025

FORUM Hygiene in Gefahr: Änderungen beim Pflegebudget Im Zuge der Neuordnung der Krankenhausfinanzierung werden seit 2020 die Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser aus den DRG-Fallpauschalen ausgegliedert und über ein krankenhausindividuelles Pflegebudget nach dem Selbstkostendeckungsprinzip finanziert. Ab 2025 sollen aufgrund von Refinanzierungsänderungen im Pflegebudget vermehrt Reinigungs- und Servicetätigkeiten auf Pflegekräfte übertragen werden. Der Bundesverband für Hygiene und Krankenhausreinigung (BHUK) e.V. äußert sich besorgt über diese Entwicklung und befürchtet weitreichende Folgen für die Krankenhaushygiene und Patientensicherheit. Stellungnahme des BHUK e.V. zur Rückverlagerung von Service- und Reinigungstätigkeiten Seit 2012 sind die MRSA-Fallzahlen in deutschen Krankenhäusern rückläufig. Diese Tendenz ist vor allem auf verstärkte Präventionsmaßnahmen zurückzuführen und wird weiter durch die aktualisierte KRINKO-Empfehlung zur Flächenhygiene und die Einführung der DIN 13063 zur Krankenhausreinigung unterstützt. Eine Entwicklung, die Hoffnung macht. Jedoch zeichnet sich aktuell eine besorgniserregende Tendenz ab: Ab 2025 sollen durch die zweckgebundene Refinanzierung der anfallenden Personalkosten in der Pflege nur noch Pflegekräfte und qualifizierte Pflegehilfskräfte über das Pflegebudget finanziert werden. In der Folge werden Service- und Reinigungstätigkeiten in patientennahen Bereichen in einigen Krankenhäusern zunehmend auf Pflegekräfte übertragen. Angehörige von Berufsgruppen ohne pflegerische Ausbildung, die diese Tätigkeiten seit einigen Jahren übernommen haben, werden entweder entlassen oder müssen sich weiterqualifizieren. Die Rückverlagerung von Reinigungstätigkeiten birgt aus Sicht des BHUK e.V. erhebliche Risiken, wenn desinfizierende Reinigungsarbeiten im direkten Umfeld der Patientinnen und Patienten aufgrund von Zeit- und Personalmangel nicht mehr oder nur noch unzureichend erfolgen. Die Hygiene der Oberflächen kann dann nicht mehr im erforderlichen Umfang gewährleistet werden. Dies könnte zu einem erneuten Anstieg der MRSA-Fallzahlen und weiterer nosokomialer Infektionen führen. Der BHUK e.V. appelliert daher eindringlich, diese Entwicklung zu überdenken. Die Patientensicherheit und die bisherigen Erfolge in der Infektionsprävention dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Melanie Reese (1. Vorstand Bundesverband für Hygiene und Krankenhausreinigung e.V.) Anna-Maria Rager (M. Sc. Public Health, 2. Vorstand Bundesverband für Hygiene und Krankenhausreinigung e.V.) 12

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