DESINFACTS | Ausgabe 2/2024

PRAXIS den“, erklärt Helwig. “Es spült und wirkt antimikrobiell. Durch den Einsatz von PREVENTIA® Surgical Irrigation können wir möglichen Infektionen besser entgegenwirken. Die beiden Substanzen in PREVENTIA® Surgical Irrigation – ein antimikrobielles Mittel und ein Tensid – verhindern gemeinsam die Bildung von Biofilmen und entfalten zudem eine starke antimikrobielle Wirkung. Die Substanz ist gewebefreundlicher als Povidon-Iod (PVP-I), auch Iodopovidon genannt, das häufig als Antiseptikum zur Hautdesinfektion vor und nach Operationen eingesetzt wird, und wirkt schneller als 0,04 % PHMB allein oder hypochlorige Säure (HOCl). Tests haben gezeigt, dass es die Anzahl von Bakterien in Suspension in nur einer Minute um 99,99 % reduziert und zudem auch wirksam Biofilme zerstören kann. Probleme nach der Operation Unter Berücksichtigung der vielen erschwerenden Faktoren bei der ersten Operation war der Eingriff zunächst sehr erfolgreich und die Wunde klinisch unauffällig, die Beweglichkeit des Kniegelenkes gut und der Bewegungsumfang sehr zufriedenstellend. Die Patientin wurde daher nach einer Woche entlassen. In der Rehabilitationsphase verspürte sie ein plötzliches „Knacken“ im Kniegelenk, gefolgt von einer kurzen Schmerzphase, die bald nachließ. Später kam es zu einer Nahtdehiszenz, d.h. zu einem Auseinanderklaffen der zuvor zusammengefügten Wundränder aufgrund unzureichender Wundheilung, nachdem die Klammern, mit denen die Wunde verschlossen worden war, entfernt worden waren. Außerdem traten eine 1,5 cm lange Fistel und eine Rötung um die Wunde herum auf. Bei Patienten mit Diabetes mellitus wird häufig eine schlechte Wundheilung beobachtet, auch wenn die Blutzuckerwerte langfristig gut eingestellt sind, so dass das Ergebnis dieser Operation nicht völlig unerwartet war. Bei der Rückkehr in die Klinik am 21. postoperativen Tag war die Wunde stark gerötet und eitrig. Sie wurde erneut operiert. „Wir haben das Debridement und die Implantateinbettung im Kontext von DAIR=Débridement, Antibiotika und Implantat-Retention gemäß den Richtlinien für die Behandlung von Frühinfektionen durchgeführt und die beweglichen Komponenten des Kniegelenks (Polyethylen) während der Revisionsoperation ausgetauscht, um die potenzielle Abnutzung der Biofilmkomponenten zu reduzieren“, erklärt Helwig. “Für das DAIR-Verfahren stand Preventia® zur Verfügung, das wir bei jeder Revisionsoperation an Tag 21 und 27 einsetzten. Wir wussten nicht, welche Keime sich in der Wunde befinden würden, also warteten wir zunächst fünf Minuten, um sicherzugehen, dass die breite antimikrobielle Wirkung der Spülung eventuell vorhandene Enterokokken abgetötet hatte. Wenn wir die PREVENTIA®-Spüllösung für eine kurze Zeit in der Wunde lassen, gibt es zusätzliche Effekte, die wir mit anderen Substanzen vielleicht nicht erreicht hätten“, fügt er hinzu. Die Kulturen zeigten Staphylococcus aureus in der Wunde und im periprothetischen Gewebe. Zusätzlich zur Operation erhielt die Patientin nach der zweiten Revisionsoperation und der Wundheilung 14 Tage lang Flucloxacillin in Kombination mit Rifampicin. Da keine Anzeichen einer Wundinfektion vorlagen und die Laborwerte keine pathologischen Befunde ergaben, wurde sie unter oraler Behandlung mit Cotrimoxazol und Rifampicin für weitere 6 Wochen aus dem Krankenhaus entlassen. Die Patientin wurde drei Monate lang monatlich in der Ambulanz untersucht, ohne dass ein pathologischer Befund vorlag, und sie war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Es gibt immer unterschiedliche Ziele für die Ergebnisse bei Patienten“, sagt Helwig. “Zunächst geht es um Schmerzreduktion und Mobilität mit einer Prothese, bei einer Infektion ist das Ziel ein infektionsfreies Implantat. Dann will man eine gute Funktion sicherstellen. Wir sind froh, dass das Implantat noch sitzt und die Infektion nicht wieder aufgetreten ist. Infektionsfrei und mit neuem Lebensmut konnte die Patientin ihren gewohnten Alltag wieder ohne Probleme leben. Ein sehr schwieriger Fall konnte auch dank PREVENTIA® Surgical Irrigation erfolgreich abgeschlossen werden. Kniegelenkes gut und der Bewegungsumfang sehr zufrieden einer Woche entlassen. In der Rehabilita 27

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