DESINFACTS | Ausgabe 2/2024

Bewältigung der komplexesten Herausforderungen Die Spüllösung PREVENTIA® Surgical Irrigation im Praxistest Hygiene und ein Höchstmaß an Schutz vor periprothetischen Infektionen sind bei komplexen Prothesenoperationen unerlässlich, insbesondere wenn erschwerende gesundheitliche Faktoren zusätzliche Herausforderungen darstellen. Prof. Dr. Peter Helwig, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Heidenheim, setzte in einem Fall auf eine innovative Lösung von HARTMANN, die genau diese Herausforderung meistert. PRAXIS Im Jahr 2023 stellte sich eine Patientin im Klinikum Heidenheim vor, die dringend eine Kniegelenkersatzoperation benötigte. Eine komplexe Krankengeschichte, das fortgeschrittene Alter und eine Reihe erschwerender Faktoren führten jedoch dazu, dass eine einfache Zustimmung zur Operation nicht möglich war. Die 70-jährige Patientin wurde wegen jahrelanger Knieschmerzen in die Sprechstunde eingewiesen. Schmerzmittel und Krankengymnastik hatten sich als erfolglos erwiesen. In vielen Fällen wäre die Entscheidung für eine Knieprothesenoperation relativ eindeutig gewesen. Die Patientin hatte als Nebendiagnose einen Diabetes mellitus, der jedoch mit einem HbA1c-Wert unter 7 % gut eingestellt war. Außerdem war sie zum Zeitpunkt der Aufnahme mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 45 klinisch adipös. „Die Patientin litt an einer schweren Arthrose - Grad 4 nach Kellgren und Lawrence, was eine deutliche Verschmälerung des Gelenkspalts, starke Sklerose und Deformierung der Knochenenden bedeuten kann“, sagt Helwig. “Sie hatte ein eingeschränktes Bewegungsausmaß mit Streckdefizit und Schmerzen auf der visuellen Analogskala (VAS) von neun. Und nach den Richtlinien in Deutschland dürfen wir Patienten mit einem BMI über 40 nicht operieren.“ „Wenn die Beweglichkeit so schlecht und die Arthrose so weit fortgeschritten ist, besteht die Gefahr, dass durch die Erkrankung mehr Knochenmasse verloren geht und die Operation später komplizierter wird“, fügt er hinzu. „Der Patientin wurde eine bariatrische Operation zur Gewichtsreduktion vorgeschlagen, obwohl bariatrische Operationen bei Patienten über 65 Jahren in den letzten Jahren nur noch selten durchgeführt wurden. Aber selbst, wenn sie abgenommen hätte, hätte sie ein oder zwei Jahre warten müssen. Vor diesem Hintergrund entschied ich mich für die Knieoperation als eine von zwei suboptimalen Möglichkeiten“. Höchste Anforderungen an Hygiene Aufgrund der starken Adipositas war die Operation weitaus schwieriger als in den meisten Fällen. Die Operation zur Anpassung der Knieprothese war in vielerlei Hinsicht untypisch. So war zum Beispiel die Zeit zwischen Schnitt und Naht (Schnitt-Naht-Zeit) länger als üblich. „Normalerweise ist die Operation nicht so schwierig, aber in diesem Fall hat es länger gedauert“, sagt Helwig. “Normalerweise dauert die Implantation einer Knie-Totalendoprothese mit dem von uns verwendeten System etwa 60 Minuten, aber dieses Mal dauerte es 115 Minuten, weil das Gelenk freigelegt werden musste und der Zustand der Patientin dies erforderte. Das ist nicht außergewöhnlich lang, aber länger als bei unserem Durchschnittspatienten und fast länger als von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie empfohlen.“ Hygiene und Sicherheit haben im Operationssaal immer oberste Priorität. Bei diesem Eingriff, bei dem das Implantat über einen längeren Zeitraum der äußeren Umgebung ausgesetzt war, war es jedoch noch wichtiger als sonst, das Implantat und das umgebende Gewebe sauber und kontaminationsfrei zu halten. Ein wichtiger Teil der Lösung kann die Verwendung von PREVENTIA® Surgical Irrigation sein, einer neuen antimikrobiellen chirurgischen Spüllösung von HARTMANN. PREVENTIA® Surgical Irrigation besteht aus einer einzigartigen Kombination von zwei Wirkstoffen. Der erste Wirkstoff ist Polyhexanid (PHMB), das ein breites Spektrum antimikrobieller Eigenschaften besitzt und hochwirksam gegen Biofilme ist. PHMB tötet Mikroorganismen ab, die Teil von Biofilmen sind, und bietet einen robusten Schutz gegen schädliche Mikroben. Dazu dringt es in die Zellmembranen der Bakterien ein, verursacht dort eine Instabilität der Membranstruktur und bindet sich an die DNA im Inneren der Bakterienzelle. Die zweite Substanz ist Poloxamer, ein synthetisches Copolymer aus dem hydrophilen Polyethylenoxid (PEO) und dem hydrophoben Polypropylenoxid (PPO). Es wirkt als Tensid, das die Spannung zwischen zwei Materialien verringert. Dadurch kann der Wirkstoff PHMB besser an seinen Wirkort gelangen und unterstützt die Entfernung des betroffenen Gewebes während der Wundexzision. „Der Hauptvorteil der Verwendung dieses Produkts liegt in der Prophylaxe, um die Operationsstelle am Ende der Operation zu spülen. Es kann aber auch bei bereits infizierten Wunden eingesetzt wer- “Die Verwendung von PREVENTIA® Surgical Irrigation bedeutet bessere Wirksamkeit gegen mögliche Infektionen.” 26

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