Der Urin, auch Harn genannt, wird in den Nieren gebildet und über die ableitenden Harnwege, in denen der Urin im gesunden Zustand nicht mehr verändert wird, ausgeschieden. Zu den ableitenden Harnwegen zählen paarig (links und rechts) Nieren mit Kelchen und Nierenbecken und Harnleiter sowie Blase und Harnröhre. Die Harnblase hat dabei die Besonderheit, nicht nur Entleerungsorgan, sondern auch Organ zum Speichern des Urins zu sein. Diese Speicherfunktion ermöglicht uns entleerungsfreie Zeiträume, deren Bedeutung jenen Menschen schnell bewusst wird, die unfreiwillig Urin verlieren (Inkontinenz).
Die willentliche Blasenentleerung wird über einen komplizierten Regelmechanismus gesteuert und kontrolliert, der intakte Nervenleitungen und eine funktionierende „Schaltzentrale Gehirn“ voraussetzt, um die einzelnen Vorgänge zu Harnspeicherung und -entleerung reibungslos zu koordinieren.
Dies aber ist insbesondere im Alter nicht immer selbstverständlich. Zum einen erhöhen die natürlichen Altersveränderungen das Risiko für Blasenfunktionsstörungen, zum anderen sind (Alters-) Krankheiten wie Diabetes mellitus, Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose, Schlaganfall und die verschiedensten Formen von Demenzerkrankungen in der Regel mit Blasenfunktionsstörungen verbunden.
Diese wiederum können Ursache für eine Reihe von Komplikationen sein wie Restharnbildung, häufige Infekte, sämtliche Formen der Harninkontinenz, Verdickung der Blasenwand (Balkenblase) sowie Gefährdung der Nierenfunktion insbesondere durch Harnrückstau.
Klagen also Patienten / Bewohner über die verschiedensten Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wasserlassen, dann ist das immer ein Signal, dem Betroffenen rechtzeitig eine urologische Untersuchung anzuraten und nicht erst das Auftreten des „Leitsymptoms Inkontinenz“ abzuwarten. Die entsprechenden Untersuchungen sind vor allem durch die schmerz- und belastungsfreie Ultraschall-Technik auch alten Patienten durchaus zuzumuten.


