Foto aus einem Arzt-Wartezimmer, im Vordergrund desinfiziert sich eine Frau ihre Hände
Mission: Infection Prevention

17. September ist
"Tag der Patientensicherheit"

"Safe care for life": Infektionsschutz für Menschen mit chronischen Erkrankungen
von HARTMANN Science Center  31.07.2026

"Safe care for life"
 

Der Welttag der Patientensicherheit am 17. September rückt jährlich den wichtigen Grundsatz der medizinischen Versorgung in den Vordergrund:

Patienten keinen Schaden zuzufügen (lat. „primum non nocere“).

Unter dem Motto „Safe care for noncommunicable diseases“ und dem Slogan „Safe care for life!“ lenkt der globale Aktionstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr die Aufmerksamkeit auf den Schutz von Menschen mit nichtübertragbaren Krankheiten - also chronische Erkrankungen, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Infektionsschutz für Menschen mit chronischen Erkrankungen

Als nichtübertragbare Krankheiten (noncommunicable diseases, NCDs) werden chronische Erkrankungen bezeichnet, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Dazu zählen beispielsweise

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Krebs,
  • chronische Atemwegserkrankungen und
  • Diabetes mellitus [1].


Diese sind weltweit die häufigste Todesursache und erfordern meist eine lebenslange medizinische Betreuung [1]. Bei Betroffenen ist das Immunsystem geschwächt – gleichzeitig haben sie aufgrund ihrer Erkrankung häufigen Kontakt mit dem Gesundheitswesen.

Die Patientensicherheit ist daher insbesondere für diese Menschen von hoher Bedeutung.

Chronische Erkrankungen als Risikofaktor für schwere Infektionen

NCDs sind ein wichtiger Risikofaktor für einen schweren Verlauf von infektionsbedingten Erkrankungen wie Influenza, Atemwegsinfektionen oder Lungenentzündungen [2, 3, 4]. So haben z. B. Erwachsene mit chronischen respiratorischen, kardiovaskulären, zerebrovaskulären, renalen oder hepatischen Erkrankungen ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für ambulant erworbene Pneumonien [5]. Auch ein Diabetes mellitus geht mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher – besonders betroffen sich ältere Patienten mit unzureichender glykämischer Kontrolle [6].

Im Alter ist zudem die Multimorbidität weit verbreitet: Ein Viertel aller Patienten über 65 Jahren hat mindestens vier chronische Erkrankungen [7]. Dabei ist neben der rein körperlichen Multimorbidität auch die Kombination aus körperlichen und psychischen Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für behandlungsassoziierte Komplikationen wie z. B. Infektionen verknüpft [8]. Dies verdeutlicht: Mit zunehmend komplexer Erkrankungssituation müssen sichere Prozesse unbedingt gewährleistet sein.

Konsequente Händehygiene zum Schutz aller

Illustration von Händen die mit Sterillium desinfiziert werden.
Die konsequente Hände- und Flächenhygiene gehört zu den einfachsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen, um die Übertragung von Krankheitserregern zu unterbrechen und die Sicherheit von Patienten zu gewährleisten. Sie reduziert nachweislich das Übertragungsrisiko nosokomialer und ambulant erworbener Infektionen und trägt damit direkt zur Patientensicherheit bei [9, 10]. Davon profitieren alle – insbesondere Menschen mit NCDs, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben und auf langfristige medizinische Betreuung angewiesen sind. Waschen, Pflegen, Schützen und Desinfizieren sind die Bausteine einer erfolgreichen Händehygiene.

Regelmäßige und gezielte Flächendesinfektion

In Gesundheitseinrichtungen ist zudem die regelmäßige und gezielte Desinfektion von patientennahen Flächen und medizinischen Geräten unerlässlich. Mitarbeiterschulungen, klare Verantwortlichkeiten und standardisierte Abläufe helfen bei der Umsetzung der Maßnahmen. Darüber hinaus ist die Einbindung von Patienten und Angehörigen – durch einfache Hinweise zur Händehygiene, Informationsmaterialien und aktive Kommunikation – ein wichtiger Baustein, um Hygienestandards zu stärken.
Patient und Pflegekraft im Hintergrund, im Vordergrund Desinfektionstücher - illustriert

Zusammen für mehr Patientensicherheit
"Safe care for life"

Der Internationale Tag der Patientensicherheit 2026 erinnert uns daran, dass eine sichere Gesundheitsversorgung eine Grundvoraussetzung für die Behandlung von Krankheiten ist. Infektionsprävention ist ein zentraler Pfeiler der Patientensicherheit – insbesondere für jene, die eine lebenslange Betreuung benötigen. Dies spiegelt sich auch im Slogan „Safe care für life!“ wider.

Indem wir das Bewusstsein für die Bedeutung von Hände- und Flächenhygiene schärfen und alle Beteiligten – Fachkräfte, Patienten und Angehörige – einbinden, schaffen wir ein sichereres Umfeld im Gesundheitswesen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass jeder Patient die sichere Versorgung erhält, die er verdient!

Hygiene-Aufklärung für Patienten

Auch die aktive Einbindung von PatientInnen und BesucherInnen ist integraler Bestandteil der Patientensicherheit.
Im Video wird erklärt Warum, Wann und Wie die Händedesinfektion entscheidend ist:

Händedesinfektion für PatientInnen und BesucherInnen: Das WARUM, das WANN und das WIE erklärt im Video.

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1. https://www.ecdc.europa.eu/en/seasonal-influenza/prevention-and-control/vaccines/risk-groups (abgerufen am 04.07.2026)
2. https://www.cdc.gov/respiratory-viruses/risk-factors/index.html (abgerufen am 04.07.2026)
3. https://www.cdc.gov/pneumonia/risk-factors/index.html (abgerufen am 04.07.2026)
4. https://www.ecdc.europa.eu/en/seasonal-influenza/prevention-and-control/vaccines/risk-groups (abgerufen am 04.07.2026)
5. Torres A et al. (2013) Thorax 68: 1057–1065.
6. Pearson-Stuttard J et al. (2016) Lancet Diabet Endocrinol 4(2): P148–158.
7. Jacob L et al. (2016) Ger Med Sci 3: 14: Doc03.
8. Panagioti M et al. (2015) PLoS One 10(8): e0135947.
9. KRINKO (2016) Bundesgesundheitsbl 59: 1189–1220.
10. KRINKO (2022) Bundesgesundheitsbl 65: 1074–1115.