Mit Smartphones, patientennahen High-Tech-Monitoren oder auf Tablet-PCs geführten Dokumentation bzw. Datenverwaltung von Patienten / Heimbewohnern kann eine verbesserte Effizienz der Pflegemaßnahmen erzielt werden. Allerdings sind die digitalen Geräte eine nicht zu unterschätzende Kontaminationsquelle. Denn werden Geräte in der nahen Umgebung von Patienten / Heimbewohnern mit den Händen berührt, kann eine Erregerübertragung erfolgen. So zeigen Studien* aus dem klinischen Umfeld, dass 98 % des Krankenhauspersonals Mobiltelefone während der Arbeit nutzen, von denen fast die Hälfte (45 %) mit Mikroorganismen besiedelt sind – 15 % davon mit gramnegativen Erregern. Die Situation dürfte in Altenpflegeeinrichtungen ähnlich sein. Auch hier ist die Nutzung von Smartphones während der Arbeit gang und gäbe, was der Übertragung pathogener nosokomialer Keime Vorschub leistet.
Dieser Übertragung kann mit Maßnahmen zur Dekontamination vorgebeugt werden. Experten empfehlen, die Desinfektion mobiler Kommunikationsgeräte zum Standard zu erheben – eine Erkenntnis, die sich bei den Nutzern noch nicht durchgesetzt hat. Und so fehlen sowohl für den klinischen als auch pflegerischen Bereich bislang klare Richtlinien zu Häufigkeit und Vorgehen bei der Desinfektion. Eine Compliance-Barriere stellt dabei die Sorge um die Materialverträglichkeit empfindlicher Oberflächen bei der Anwendung von Desinfektionsmitteln dar.



