Eine entscheidende Neuerung: Die KRINKO ist nun grundsätzlich von den Einzelindikationen abgerückt und folgt den 5 Momenten der WHO. Wir stellen Ihnen 10 wichtige und für die tägliche Praxis relevante Aspekte aus der Empfehlung vor.
1. Patienten und Besucher in die Händehygiene einbeziehen
Um die Patienten und Besucher über die Bedeutung der Händehygiene aufzuklären und zum Mitmachen anzuregen, sollten entsprechende Informationsmaterialien bereitgestellt werden. Das können z. B. Flyer, Plakate oder auch Patientenbroschüren sein.
2. Patienten sollten ihre Hände in Anlehnung an die "5 Momente" der WHO desinfizieren
Dementsprechend empfiehlt sich in folgenden 5 Momenten für Patienten eine Händedesinfektion:
• bei Betreten des Patientenzimmers
• bei Verlassen des Patientenzimmers
• vor Esseneinnahme
• nach Benutzung der Sanitäreinheit (WC)
• vor und nach Kontakt mit der eigenen Wunde, mit Schleimhäuten oder vor Betreten von Risikobereichen
3. Auf das Wirkungsspektrum achten
Achtung: Nicht jedes ethanolische Hände-Desinfektionsmittel ist wirksam gegen Viren. Achten Sie bei der Auswahl auf die Angabe „begrenzt viruzid“ bzw. „viruzid“. Darüber hinaus wurde in der KRINKO-Empfehlung ein neues Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid PLUS" vorgestellt.
4. Keinen Schmuck an den Händen und Unterarmen tragen
Ob Ringe an den Händen oder Armbänder und Uhren an den Unterarmen – all diese Schmuckstücke beeinträchtigen den Erfolg der Händehygiene. Die Folge: An bzw. unter dem Schmuck können sich gefährliche Erregerreservoire bilden. So zeigt eine Studie, dass bei Pflegepersonal auf einer Intensivstation die Anzahl der gramnegativen Erreger sowie von Staphylococcus aureus entsprechend der Anzahl der getragenen Ringe stieg [1]. Daher gilt: Überall dort, wo Hände desinfiziert werden, dürfen an Händen und Unterarmen keine Ringe, Armbänder, Armbanduhren oder Piercings (z. B. Dermal Anchor) getragen werden. Auch wegen der Verletzungsgefahr sowie einer erhöhten Perforationshäufigkeit von medizinischen Einmalhandschuhen sollte auf das Tragen von Ringen – auch von Eheringen – verzichtet werden.
5. Händedesinfektion mit der richtigen Methode durchführen und Technik regelmäßig trainieren
6. Bei der chirurgischen Händedesinfektion Präparate mit Chlorhexidin vermeiden
7. Handschuhe rechtzeitig wechseln
8. Multimodale Programme zur Compliance-Erhöhung einsetzen
9. Compliance mit optimierten Prozesse nachhaltig verbessern
Der Optimierung von Arbeitsprozessen kommt bei der Erhöhung der Händehygiene-Compliance eine Schlüsselrolle zu. Mitunter kann mit gezielt angepassten Abläufen die Anzahl von Händedesinfektionen reduziert werden. Studien zeigen: Auch Einrichtungen, in denen Mitarbeiter regelmäßig geschult und Interventionskampagnen durchgeführt wurden, konnten mit den angepassten Prozessen ihre Compliance noch verbessern. Es ist daher empfehlenswert, Routinemaßnahmen zu überprüfen und mit standardisierten Prozessen die Händehygiene effizienter zu gestalten.
10. Weniger waschen, mehr pflegen und Hautschutzplan etablieren
Berufsbedingte Hauterkrankungen sind bei Mitarbeitern in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen weit verbreitet. Im Gegensatz zur alkoholischen Händedesinfektion schadet häufiges Händewaschen der Haut. Hinzu kommt, dass zu wenig Hautschutz- und Hautpflegemittel eingesetzt werden und sowohl bei Pflegekräften als auch bei Ärzten große Wissenslücken in diesem Bereich bestehen. Deshalb ist es entscheidend, Mitarbeiter darüber zu informieren, wie sie ihre Haut gesund erhalten können. Zusätzlich ist es ratsam, einen Hautschutzplan zu erstellen, um beruflich bedingten Hautirritationen vorzubeugen.
Bausteine für die Umsetzung der KRINKO-Empfehlung zur Händehygiene
Die Händedesinfektion entsprechend den "5 Momenten" WHO durchführen
HARTMANN-Tools:
• Schulungsfolien zu den 5 Momenten der Händehygiene
• Interaktive E-Learning-Tools zu den 5 Momenten der Händehygiene
• Observe App zur digitalen Erfassung und Messung des Händehygieneverhaltens
Praxisnutzen der HARTMANN-Tools:
• Sichere Durchführung der Händedesinfektion im richtigen Moment
• Stärkung der Compliance
Bei der Händedesinfektion die richtige Einreibetechnik anwenden
HARTMANN-Tools:
• Innovative digitale Scan-Technologie inkl. Dokumentation
• Schulungen
Praxisnutzen der HARTMANN-Tools:
• Zuverlässige Beherrschung der Einreibetechnik und gute Benetzung der Hände
Verfügbarkeit von Spendern mit Hände-Desinfektionsmittel sicherstellen
HARTMANN-Tools:
• Spender-Checklisten
• Beratung zur Spenderplatzierung
• Reminder für den Arbeitsplatz
Praxisnutzen der HARTMANN-Tools:
• Konsequente Durchführung der Händedesinfektion am Point of Care
• Verbrauchs- und Compliance-Steigerung
Den Verbrauch von Hände-Desinfektionsmittel messen
HARTMANN-Tools:
• Observe App zur digitalen Erfassung und Messung des Händehygieneverhaltens
Praxisnutzen der HARTMANN-Tools:
• Effiziente Erfassung und Dokumentation
• Indikator für das gegenwärtige Händehygieneverhalten
Die direkte Beobachtung empfiehlt sich für die Bestimmung der Compliance bei der Händedesinfektion
HARTMANN-Tools:
• Observe App zur digitalen Erfassung und Messung des Händehygieneverhaltens
Praxisnutzen der HARTMANN-Tools:
• Qualitative und effiziente Erfassung des Händehygieneverhaltens
• Auswertung großer Datenmengen möglich