Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

Hilft. Pflegt. Schützt. Geschäftsbericht 2021 der HARTMANN GRUPPE

DIE HARTMANN GRUPPE IM ÜBERBLICK Die HARTMANN GRUPPE ist ein führender europäischer Anbieter von Systemlösungen für Medizin und Pflege. Medizinisches Fachpersonal und Patienten verlassen sich jeden Tag auf HARTMANNs Produktmarken in den Segmenten Inkontinenzmanagement (u. a. MoliCare®), Wundversorgung (u. a. Zetuvit®) sowie Infektionsmanagement (u. a. Sterillium®). Dies bringen wir mit unserem Markenversprechen „Hilft. Pflegt. Schützt.“ zum Ausdruck. Das 1818 gegründete Unternehmen ist mit seinen Produkten und Lösungen in mehr als 130 Ländern präsent. Die HARTMANN GRUPPE setzt aktuell mit ihrem leistungsstarken, kundenorientierten und leidenschaftlichen Team ihr strategisches Transformationsprogramm für die Zukunft um. Bereinigtes EBITDA in Mio. EUR 292,4 8,0 203,2 56,2 2.433,0 134,2 2020 2020 2020 2020 2020 2020 2021 2021 2021 2021 2021 2021 240,6 8,0 −46,3 59,9 2.301,8 154,2 Organisches Umsatzwachstum Umsatz in Mio. EUR Gesamt- investitionsvolumen in Mio. EUR Sie wollen aktuelle Informationen zu HARTMANN? Folgen Sie uns unter: www.hartmann.info oder auf LinkedIn und Facebook. Unseren Nachhaltigkeitsbericht finden Sie unter: www.hartmann.de/sustainability Eigenkapitalquote in % Free Cash-Flow in Mio. EUR Dividende in EUR 17,7 % 5,2 % 14,9 % 0,0 % 122,8 % 3,7 %-Pkt.

AN UNSERE AKTIONÄRE Vorwort des Vorstands 2 Vorstand der PAUL HARTMANN AG 4 Bericht des Aufsichtsrats 6 Aufsichtsrat und Vorstand im Überblick 9 Spezial: Transformation, Nachhaltigkeit und Mitarbeiter 10 HARTMANN-Aktie 16 Die HARTMANN GRUPPE weltweit 18 KONZERNLAGEBERICHT Grundlagen des Konzerns 20 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 22 Ertragslage 24 Finanzlage 27 Vermögenslage 29 Mitarbeiter 31 Chancen- und Risikobericht 32 Prognosebericht 36 KONZERNABSCHLUSS Konzernbilanz 40 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 42 Konzern-Gesamtergebnisrechnung 43 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 44 Konzern-Kapitalflussrechnung 46 Konzernanhang 47 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 104 WEITERE INFORMATIONEN Finanzkalender, Ansprechpartner, Impressum 108 INHALT

VORWORT DES VORSTANDS Britta Fünfstück Vorsitzende des Vorstands der PAUL HARTMANN AG das Geschäftsjahr 2021 war erneut von den Fortschritten in unserem Transformationsprogramm sowie den starken Einflüssen durch die Corona-Pandemie bestimmt. Die weltweite Pandemie hat zu hohen Schwankungen in der Nachfrage nach Schutzprodukten geführt und die Stabilität der Lieferketten in vielen Geschäftsbereichen erheblich erschwert. Daher legten wir große Aufmerksamkeit auf die Beschaffungsstabilität bei Rohmaterialien und der Konstanz in Produktion und Logistik. Es ist uns gelungen, diese Herausforderungen zu lösen und Wachstumsopportunitäten zu ergreifen. Gleichzeitig haben wir die Gesundheit der Mitarbeiter durch moderne Präventionsmaßnahmen sichergestellt. Die Pandemie verstärkt bestehende Entwicklungen und belastet die Gesundheitssysteme massiv: Mit dem erhöhten Preisdruck, der reduzierten Bettenauslastung in Krankenhäusern und Pflegeheimen einerseits, und dem schnell wachsenden ambulanten Gesundheitsmarkt und dem wachsenden Onlinegeschäft mit Endkunden andererseits, ergeben sich für HARTMANN Herausforderungen und Chancen. Beide adressiert das Unternehmen in seiner 2019 formulierten Strategie und dem daran ausgerichteten Transformationsprogramm. Die konsequente Umsetzung des Programms ist daher maßgeblich für die erfolgreiche Zukunft von HARTMANN. Es ist besonders positiv hervorzuheben, dass trotz der Pandemie im Transformationsprogramm die geplanten Fortschritte erzielt und neue Projekte lanciert wurden. Wir haben wichtige Produktneuerungen auf den Markt gebracht. Dazu zählen weitere silikonbasierte Wundauflagen, ein auf künstlicher Intelligenz basierendes System zur Wundanalyse, ein neues steriles Komponentenset zur Infektionsprävention und hochwirksame Produkte zur Flächendesinfektion. Das Ziel der verbesserten Kostenposition wird mit einem breiten Spektrum an tiefgreifenden Maßnahmen umgesetzt: Es wurden Projekte zur Optimierung der europäischen Logistik sowie wichtige Materialkostenmaßnahmen aus Design-to-Cost und Einkauf umgesetzt. Der Modernisierung von Produktionsstandorten und dem Aufbau neuer, hocheffizienter Fertigungsanlagen folgten weitere Investitionsentscheidungen für die kommenden Jahre. Die Sachinvestitionen haben im vergangenen Jahr über 150 Mio. EUR betragen. 2

Trotz Pandemie haben wir in unserem Transformationsprogramms die geplanten Fortschritte erzielt. Zu Beginn des Jahres 2021 haben wir darüber hinaus Deutschlands größtes Pflegeportal, pflege.de, akquiriert. Damit stärken wir unsere digitalen Angebote für Endkonsumenten. Die Geschäftsentwicklung von pflege.de war seitdem sehr positiv und über dem Plan. Begleitet wird die Transformation von organisatorischen Weiterentwicklungen wie der verstärkten divisionalen Aufstellung, von Prozessverschlankungen und Projekten rund um die Entwicklung unserer Unternehmenskultur. Die Ende letzten Jahres durchgeführte Mitarbeiterbefragung reflektiert eine deutliche Verbesserung des Mitarbeiterengagements gegenüber der letzten Befragung 2019. Mit den guten Fortschritten im Transformationsprogramm und unserer Geschäftsaufstellung, die sich in der Pandemie als resilient erwies, sind wir strategisch auf gutem Weg. Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete HARTMANN einen moderaten organischen Umsatzrückgang von −5,2 % und einen Konzernumsatz von 2.301,8 Mio. EUR. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 240,6 Mio. EUR, verglichen mit 292,4 Mio. EUR im Vorjahr. Die erwartungsgemäß rückläufigen Finanzkennzahlen sind imWesentlichen auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Die coronabedingte Sonderkonjunktur des Vorjahres ist abgeebbt und abgesehen von Untersuchungshandschuhen ist der Bedarf nach Schutzprodukten und Desinfektionsmitteln aufgrund hoher Lagerbestände bei unseren Kunden stark zurückgegangen. Die geringe Bettenauslastung in medizinischen Einrichtungen und ein nur schrittweiser Anstieg von Operationszahlen beschränkten das Umsatzwachstum des Konzerns. Hinzu kamen deutlich gestiegene Material- und Transportkosten. Sehr positiv beeinflusst hingegen wurde das Konzernergebnis durch Beiträge aus der Umsetzung des Transformationsprogramms. Auch unter Berücksichtigung der Ergebnisentwicklung möchten wir unseren Aktionärinnen und Aktionären unter der stets zugrunde gelegten mehrjährigen Betrachtung eine gleichbleibende Dividende von 8,00 EUR je Aktie vorschlagen. Damit halten wir an unserem langjährigen Grundsatz einer auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik fest. Für das laufende Geschäftsjahr 2022 gehen wir von einem moderaten organischen Umsatzrückgang und einem rückläufigen bereinigten EBITDA in der Bandbreite von 190 bis 230 Mio. EUR aus. Positive Effekte der Pandemie werden ausbleiben, vor allem beim Absatz von Schutzprodukten und Desinfektionsmitteln. Bestehen bleibt ein durch die Pandemie reduzierter Markt mit geringeren Auslastungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Darüber hinaus ist mit deutlichen Erhöhungen bei Material- und Transportkosten zu rechnen. Die benannten negativen Pandemieeffekte können in großen Teilen, aber noch nicht gänzlich, durch die hohen positiven Ergebnisbeiträge aus Maßnahmen des Transformationsprogramms ausgeglichen werden. Mögliche Auswirkungen der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine auf die HARTMANN GRUPPE sind noch nicht quantifizierbar und daher auch nicht in diesem Ausblick berücksichtigt. HARTMANN verurteilt jegliche Aggression, die die Gesundheit und das Leben von Menschen gefährdet. Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern für ihren großen Einsatz und ihre Leidenschaft im zurückliegenden Geschäftsjahr und bei Ihnen, sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen, uns weiterhin auf unserem Transformationsweg zu begleiten. Gemeinsam werden wir diesen mit hoher Motivation weitergehen, um für HARTMANN eine langfristig positive Zukunft zu schaffen. Mit den besten Grüßen und Wünschen für Ihre Gesundheit Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 3

FRANÇOIS GEORGELIN Mitglied des Vorstands Der 56-jährige Bio-Mediziningenieur verantwortet das Segment Wundversorgung, die Vertriebskanäle Apotheke und E-Business sowie Regulatory Affairs und die Tochtergesellschaft KOB. Zudem leitet François Georgelin die Marktaktivitäten in Nord- und Osteuropa sowie in Frankreich und den USA. STEFAN MÜLLER Mitglied des Vorstands (CFO) Der 49-jährige Betriebswirt verantwortet die Bereiche Finanzen, Controlling und Legal sowie Mergers & Acquisitions und IT. Zudem leitet Stefan Müller die Bereiche Investor Relations, Interne Revision und Risikomanagement, ebenso die Marktaktivitäten von Österreich, der Schweiz und der Tochtergesellschaft CMC. 4 HARTMANN GRUPPE | An unsere Aktionäre

BRITTA FÜNFSTÜCK Vorsitzende des Vorstands (CEO) Die 49-jährige Physikerin leitet die HARTMANN GRUPPE. Sie verantwortet die Unternehmensstrategie, das Transformationsprogramm-Office, das Segment Infektionsmanagement mit den Divisionen Risikoprävention und Desinfektion sowie die Tochtergesellschaft KNEIPP. Ebenso beinhaltet Britta Fünfstücks Ressort den Heimatmarkt Deutschland sowie die Bereiche Digital, Human Resources, Communications, Qualitätsmanagement und Compliance. STEFAN GROTE Mitglied des Vorstands Der 52-jährige Betriebswirt verantwortet das Segment Inkontinenzmanagement sowie die Bereiche Logistik, Einkauf, Supply Chain, Real Estate und Nachhaltigkeit. Neben dem Lean Management und dem technischen Service im Operationsbereich leitet Stefan Grote zudem die Marktaktivitäten in West- und Südeuropa sowie die Märkte in Asien, Südamerika, Australien, Mittlerer Osten und Afrika. Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 5

BERICHT DES AUFSICHTSRATS Fritz-Jürgen Heckmann Vorsitzender des Aufsichtsrats der PAUL HARTMANN AG Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die Corona-Pandemie hat die Geschäftsentwicklung der HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr 2021 erneut maßgeblich geprägt. Negative Marktentwicklungen wie der erhöhte Kostendruck in den Gesundheitssystemen, eine verhaltene oder sich nur schrittweise erholende Nachfrage nach OP-, Wundversorgungs- und Pflegeprodukten, deutlich gestiegene Frachtkosten und Materialpreise sowie gegenüber dem Vorjahr reduzierte Umsätze im Bereich Schutzprodukte und Desinfektion haben ein herausforderndes Umfeld geschaffen und spiegeln sich erwartungsgemäß in der Umsatz- und Ergebnisentwicklung wider. Trotz der Marktherausforderungen durch die Corona-Pandemie hat das Führungsteam gemeinsam mit der gesamten Belegschaft und in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat das 2019 gestartete Transformationsprogramm konsequent vorangetrieben. Dabei wird deutlich, dass die Strategie, auf der das Transformationsprogramm basiert, die Veränderungen in den Gesundheitsmärkten erfolgreich adressiert. Die erzielten Fortschritte bei Kostenstruktur, Effizienz, Innovationsrate und Digitalisierung beeinflussten die Unternehmensentwicklung und den Geschäftsverlauf 2021 bereits sehr positiv. Dabei wurde auch in die Geschäftsprozesse unterstützende Systeme investiert. Diese Investitionen sorgten für vorübergehende Ergebnisbeeinträchtigungen, die aber im Sinne eines langfristig profitablen Wachstums in Kauf genommen werden. Auf der Basis einer Mehrjahresbetrachtung wird den Aktionären eine im Vergleich zum Vorjahr im Sinne der auf Kontinuität ausgelegten Handhabung unveränderte Dividende vorgeschlagen. Das HARTMANN-Portfolio bedient grundsätzlich attraktive Wachstumsmärkte. Diese werden wir mit dem Fortschritt unserer Transformation zunehmend erschließen. Deshalb begleiten wir den Vorstand weiterhin auf strategischer und operativer Ebene bei der Umsetzung des Programms und den damit einhergehenden Investitionen. Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass dies die wettbewerbsfähige und damit zukunftssichere Ausrichtung des Unternehmens gewährleistet. Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie im Berichtszeitraum aufmerksam begleitet und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Dabei hat er den Vorstand sorgfältig und regelmäßig überwacht und ihn bei wesentlichen Einzelmaßnahmen beratend begleitet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über schriftliche und mündliche Berichte regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die Lage des Unternehmens und wichtige Geschäftsvorfälle unterrichtet. Zu den bereitgestellten Informationen zählten monatliche Berichte über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Liquiditätslage und die Wettbewerbssituation ebenso wie die Quartalsabschlüsse einschließlich der jeweiligen Plan-Ist-Abweichungen und unterjährigen Prognosen. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Alle Maßnahmen, die eine Entscheidung oder Zustimmung des Aufsichtsrats erforderten, wurden diesem zur Beschlussfassung vorgelegt. Die grundsätzlich attraktiven Wachstumsmärkte, die das HARTMANN-­ Portfolio bedient, wollen wir mit dem Fortschritt unserer Transformation zunehmend erschließen. 6

Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit der Vorsitzenden des Vorstands und ließ sich über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten. Überdies hielt er regelmäßig Rücksprache mit allen ordentlichen Mitgliedern des Vorstands, dem Chief Compliance Officer und dem Vice President Internal Audit and Risk Reduction Management der HARTMANN GRUPPE. Im Vordergrund der Beratungen des Aufsichtsrats standen die Gesamtstrategie der HARTMANN GRUPPE sowie die Strategie und Rentabilität der einzelnen Geschäftsbereiche unter Einbeziehung der durch die Corona-Pandemie geänderten Rahmenbedingungen, der Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung sowie der Finanzlage. Der Vorstand hat dem Gremium Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen detailliert erläutert. Auch die Entwicklungen der Rohstoff- und Währungsmärkte und deren Effekte auf den Geschäftsverlauf sowie die Ertragslage und die Wettbewerbsfähigkeit der HARTMANN GRUPPE hat der Aufsichtsrat intensiv verfolgt. Überdies befasste sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung und den Marktperspektiven einzelner Konzerngesellschaften und Geschäftsfelder sowie der Situation in den Landesgesellschaften weltweit und hat diese ganzjährig mit großer Sorgfalt verfolgt. Dabei hielt der Vorstand den Aufsichtsrat im Hinblick auf mögliche Portfolio-Optionen auf dem Laufenden. Gegenstand intensiver Erörterungen war darüber hinaus das auf mehrere Jahre angelegte Transformationsprogramm. Dieses dient der Strategieumsetzung und zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und führende Marktpositionen in den Kerngeschäftsfeldern zu erlangen. Mit dem Transformationsprogramm hat das Unternehmen bereits frühzeitig die sich durch die Pandemie beschleunigenden marktbedingten Herausforderungen und Chancen adressiert. Auch in die Umsetzung der Integration von pflege.de, der führenden deutschen Online-Plattform im wachsenden Markt der ambulanten Pflege, war der Aufsichtsrat fortlaufend eingebunden. Daneben befasste sich das Gremium zudem mit den Chancen und Herausforderungen, die mit neuen digitalen Geschäftsmodellen und der Digitalisierung der HARTMANN GRUPPE verbunden sind. Der Neuausrichtung der Produktion des Segments Wundversorgung hat der Aufsichtsrat zugestimmt. Neben der Investition in einen neuen Produktionsstandort in Polen beinhaltet sie die schrittweise Schließung des Produktionsstandorts für Wundversorgung in Heidenheim und die Verlagerung der HydroClean®-Wundproduktion aus Neuhausen, Schweiz. Da hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Grundlage des Unternehmenserfolgs sind, hat sich der Aufsichtsrat unter anderemmit der Personalstrategie und dabei im Rahmen des Diversity Managements auch mit der Frauenquote auseinandergesetzt. Das Gremium beschäftigte sich im Rahmen einer separaten Sitzung zur Fortbildung mit den Herausforderungen, die mit einem gelebten systematischen Nachhaltigkeitsansatz sowie der Implementierung und Umsetzung der entsprechenden regulatorischen Anforderungen im Unternehmen verbunden sind. Daneben diskutierte das Gremium insbesondere Themen aus den Bereichen Compliance, Mergers & Acquisitions, Finanzen sowie Revision und befasste sich mit der Unternehmens- und Führungsstruktur. In einer separaten Sitzung beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Durchführung der Hauptversammlung. Die erforderlichen zustimmenden Beschlüsse zu einer virtuellen Hauptversammlung wurden zudem gefasst. Mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens hat der Aufsichtsrat in Abwesenheit des Vorstands die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit mit entsprechenden Schwerpunktbildungen überprüft und Festlegungen für seine künftige Arbeit getroffen. Auf Basis der Vorberatung durch den Präsidialausschuss beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der künftigen Vorstandsstruktur in Folge des Ausscheidens der Herren Michel Kuehn und Dr. Raymund Heinen sowie mit dem Eintritt von Herrn Stefan Grote in den Vorstand. Weiter befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Geschäftsverteilungsplan des Vorstands und der Vorstandsvergütung. Gegenstand der Erörterungen waren hierzu insbesondere die variablen Bestandteile für das Geschäftsjahr 2020 unter Berücksichtigung der Erreichung der Zielwerte für den Jahres- und Mittelfristbonus, die Überprüfung der Zielvorgaben für 2021, das Festlegen der Zielvorgaben für 2022 sowie die Fortschreibung der Mittelfristziele bis 2024. Darüber hinaus befasste sich der Präsidialausschuss mit der Umsetzung der Anforderungen aus den Insidervorgaben, die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrats fallen. In der Sitzung des Nominierungsausschusses wurde perspektivisch die Zusammensetzung des Aufsichtsrats erörtert. Die Jahres- und Investitionsplanung für 2022 sowie die entsprechende Mehrjahresplanung hat der Aufsichtsrat nach Erörterung mit dem Vorstand genehmigt. Aufgrund der durch die Corona-Pandemie anhaltend hohen Planungsunsicherheit nehmen die unterjährigen Prognosen weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Der Prüfungsausschuss legte den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Prüfung des Jahresabschlusses der PAUL HARTMANN AG und des Konzernabschlusses der HARTMANN GRUPPE, die Vorbereitung der Bilanzfeststellungssitzung sowie auf die Beratung mit dem Vorstand in Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Außerdem waren die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Rahmen der Abschlussprüfung, die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und die Überwachung von dessen Unabhängigkeit Gegenstand ausführlicher Beratungen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der erwarteten Fortentwicklungen der maßgeblichen Rechtsgrundlagen und der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Überdies waren der Risikoreduktionsbericht, die Erkenntnisse aus den im Berichtsjahr durchgeführten Revisionen und die Ergebnisse der steuerlichen Betriebsprüfung der Jahre 2012 bis 2016 Gegenstand eingehender Erörterungen. Über die Tätigkeiten der Ausschüsse wurde der gesamte Aufsichtsrat jeweils nachfolgend unterrichtet. Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 7

Jahres- und Konzernabschluss In Anwesenheit des Abschlussprüfers und zum Teil auch in Abwesenheit des Vorstands hat sich der Prüfungsausschuss zur Vorbereitung der Prüfung und Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat eingehend mit dem vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Jahresabschluss und Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns befasst. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben den Prüfungsbericht und den Bestätigungsvermerk mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Außerdem hat sich der Prüfungsausschuss mit dem vom Vorstand aufgestellten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG beschäftigt. In der Bilanzfeststellungssitzung des Plenums hat der Abschlussprüfer, teilweise auch ohne Anwesenheit des Vorstands, über die Prüfungsschwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und die Prüfungsberichte ausführlich erläutert. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, den Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Die Grundlagen dafür bildeten die Berichterstattung des Vorstands und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, die jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zugesandt wurden. Die von der Hauptversammlung gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Stuttgart hat unter Einbeziehung der Buchführung den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG sowie den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und in Anwesenheit der Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG geprüft und erörtert. Der Abschlussprüfer hat folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: „Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.“ Die Berichte des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Vorprüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zu erheben. Der Aufsichtsrat hat daher den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG und den Konzernabschluss auf der Bilanzfeststellungssitzung gebilligt. Der Jahresabschluss 2021 der PAUL HARTMANN AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns, einschließlich des Vorschlags zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 8,00 EUR pro Aktie, schließt sich der Aufsichtsrat aus den eingangs genannten Überlegungen an. Der Aufsichtsrat hat im Ergebnis seiner Prüfung den Abhängigkeitsbericht gebilligt und schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat auch keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts. Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats blieb im Berichtsjahr unverändert. Wie ausgeführt schied Herr Michel Kuehn nach 28 Jahren bei HARTMANN und 15 Jahren im Vorstand am 31. März 2021 aus dem Vorstand aus. Zu unserem großen Bedauern verstarb Herr Kuehn im Juni 2021 völlig unerwartet. Als langjährige Führungspersönlichkeit hat er die Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens maßgeblich und erfolgreich mitgestaltet. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Herr Dr. Raymund Heinen trat auf eigenen Wunsch am 30. September 2021 in den Ruhestand. Er hat im Vorstand als äußerst geschätzter Partner des Aufsichtsrats Verantwortung übernommen und wichtige Aufgaben wahrgenommen. Wir danken ihm sehr für seine Verdienste um die Entwicklung von HARTMANN und wünschen Herrn Dr. Heinen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute. Mit dem Amtsantritt von Herrn Stefan Grote, der seit dem 1. April 2021 als neues Vorstandsmitglied unter anderem das Inkontinenzmanagement verantwortet, besteht der Vorstand aus vier Mitgliedern und ist verstärkt divisional aufgestellt. Damit folgt der Vorstand stringent der 2019 aufgesetzten Strategie. Insbesondere vor dem Hintergrund der immer noch großen Herausforderungen in Folge der Corona-Pandemie und im Rahmen der konsequenten Umsetzung des Transformationsprogramms dankt der Aufsichtsrat der Unternehmensleitung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HARTMANN GRUPPE für ihr großes Engagement und ihre Leistungen im Geschäftsjahr 2021. Heidenheim, den 15. März 2022 Mit freundlichen Grüßen Für den Aufsichtsrat Fritz-Jürgen Heckmann Vorsitzender 8 HARTMANN GRUPPE | An unsere Aktionäre

AUFSICHTSRAT UND VORSTAND IM ÜBERBLICK AUFSICHTSRAT VORSTAND Fritz-Jürgen Heckmann Rechtsanwalt in der Anwalts-­ sozietät Kees Hehl Heckmann und Mitglied in Aufsichtsräten Vorsitzender des Aufsichtsrats Ralf Willeck* Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Joachim Bader* Freigestellter Konzern- und Gesamtbetriebsrats- vorsitzender Yvonne Brix* Betriebsratsmitglied der BODE Chemie GmbH Prof. Dr. Angelika C. Bullinger-Hoffmann Professorin für Arbeitswissenschaft und Innovations- management der Technischen Universität Chemnitz Christine Geppert* Freigestellte Betriebsrats- vorsitzende der KOB GmbH Gerhard Hirth Geschäftsführer der SCHWENK Zement International Geschäftsführungs GmbH Horst Mund* Gewerkschaftssekretär beim Vorstand der IG Metall Wolfgang Röhrl* Vertreter der leitenden Angestellten Joachim E. Schielke Früheres Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg und früherer Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank Eduard Schleicher Gesellschafter der SCHWENK Zement GmbH & Co. KG Prof. Dr. med. Sevgi Tercanli Selbstständige Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe * Arbeitnehmervertreter Britta Fünfstück Vorsitzende des Vorstands (CEO) und Arbeitsdirektorin François Georgelin Mitglied des Vorstands Stefan Grote Mitglied des Vorstands (seit 1. April 2021) Dr. Raymund Heinen Mitglied des Vorstands (bis 30. September 2021) Michel Kuehn † Mitglied des Vorstands (bis 31. März 2021) Stefan Müller Mitglied des Vorstands (CFO)

2019 stellte HARTMANN seine Strategie sowie das daran ausgerichtete Transformationsprogramm vor. Die Ziele: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung einer führenden Marktposition in den drei Kernsegmenten Wundversorgung, Inkontinenzmanagement und Infektionsmanagement. Mit seiner Strategie adressiert HARTMANN die Chancen und Herausforderungen in den weltweiten Gesundheitsmärkten. Dazu zählen u. a. der demografische Wandel, die Digitalisierung, der Ausbau der ambulanten Pflege sowie ein wachsender Druck auf öffentliche Gesundheitsbudgets und erhöhte regulatorische Anforderungen. Das Transformationsprogramm richtet sich an vier Hebeln aus: einer erhöhten Innovationsrate, der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, einer stärkeren Ausrichtung der Kerngeschäftsfelder auf attraktive Marktsegmente sowie der Verbesserung der Kostenposition. Entlang des Programms wurden vielfältige Projekte identifiziert, in die Umsetzung gebracht, teilweise bereits abgeschlossen, und durch ein umfassendes Projektmanagement eng verfolgt. HARTMANN erzielte auch 2021, trotz der vielfältigen Corona-Herausforderungen, in den wichtigen Projekten des Transformationsprogramms den geplanten Fortschritt. Die Corona-Pandemie verstärkte in den vergangenen zwei Jahren nochmals massiv die bestehenden Marktentwicklungen. Die Ausrichtung auf die vier Hebel des Transformationsprogramms bestätigte sich in diesem Zusammenhang. Die umgesetzten Maßnahmen hatten bereits 2021 einen sehr positiven Einfluss auf das Konzernergebnis. Ein wichtiger Erfolg für das Unternehmen und seine Beschäftigten. HARTMANN mit starken Fortschritten Transformationsprogramm

Im Kampf gegen Bakterien und Viren gehört die korrekte Desinfektion von Oberflächen in medizinischen Einrichtungen zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen. Mit Bacillol® 30 Sensitive hat HARTMANN im Januar 2022 eine neue Produktfamilie für diesen Bereich auf den Markt gebracht. Es ist das erste von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ausgezeichnete professionelle Allergiker- und Asthmatiker-freundliche Flächendesinfektionsmittel. Das Produkt führt zu 60 % weniger Rückständen, ist sehr gut haut- und materialverträglich und desinfiziert eine bis zu 30 m² größere Fläche als vergleichbare Produkte. Flächendesinfektion im Kampf gegen Bakterien und Viren Desinfektion HARTMANN gelang es im ersten Jahr der Pandemie, seine Lieferketten und Kapazitäten zu sichern und kurzfristig zu erweitern, um auf die sprunghaft gestiegene Nachfrage speziell im Desinfektionsbereich zu reagieren. Das Unternehmen nutzte die damalige Situation, um Effizienz, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit im Sinne der Kunden langfristig zu verbessern. Zudem investierte HARTMANN am Standort Hamburg in Produktionsanlagen und Infrastruktur zur Herstellung von Desinfektionsprodukten. Alle Umbau- und Aufrüstarbeiten wurden Ende 2021 abgeschlossen. Die neue, hochmoderne Produktionslinie läuft derzeit erfolgreich an und wird noch im ersten Halbjahr 2022 vollständig in den Produktionsbetrieb aufgenommen. Damit hat HARTMANN die Weichen in einem umkämpften, aber wachsenden Markt gestellt. Wettbewerbsfähigkeit in Wachstumsmarkt gestärkt Desinfektion Umfangreiche Investitionen für innovative Produkte Inkontinenzmanagement Im Segment Inkontinenzmanagement stehen die Modernisierung von Produktionsanlagen und Infrastruktur sowie innovative Produkte im Vordergrund: In Montornés, Spanien, startete eine neue Fertigungslinie für Einweghosen (Pants) der Marke LINDOR zur Stärkung des Geschäfts auf der iberischen Halbinsel. Für Herbrechtingen, Deutschland, kündigte HARTMANN ein Investitionsvolumen von rund 40 Mio. EUR an. Dies umfasst u. a. eine neue Fertigungslinie zur Steigerung der Produktionskapazität und die Umrüstung bereits bestehender Anlagen zur Fertigung neuer, innovativer Produkte. In Lièpvre, Frankreich, zeigen die Produktionsanlagen nach ihrer Modernisierung die gruppenweit besten Ergebnisse in punkto Produktivität und Abfallreduzierung. 2022 ist die Modernisierung der Werksinfrastruktur geplant. Die Anzahl chronischer Wunden nimmt weltweit rapide zu. Aufgrund des sich gleichzeitig verschärfenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen gibt es aber nicht genügend Wundexperten für die betroffenen Patienten. Als eines der führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Wundversorgung, hat es sich HARTMANN zur Aufgabe gemacht, Ärzte und Pflegekräfte bei der Analyse von Wunden noch besser zu unterstützen. Das Ergebnis: Vintens®, ein innovatives, digitales Wundmanagementsystem. Es besteht aus einem Wundscanner und einer Wundbilddatenbank, die durch künstliche Intelligenz Wundanalysen erlaubt. Das Ergebnis kann bei der Erstellung des Gesamtpflegeplans für den Patienten berücksichtigt werden. Ärzte und Pflegekräfte sparen so wertvolle Zeit, steigern die Versorgungsqualität und mindern die Kosten der Behandlung. Die Markteinführung ist 2022 in mehreren Ländern geplant, darunter auch in Deutschland. Modernste Wundanalyse nutzt künstliche Intelligenz Wundversorgung Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 11

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 600.000 Menschen an nosokomialen Infektionen – Infektionen aus Behandlungen und Eingriffen in medizinischen Einrichtungen. Eine verbesserte Prävention könnte die Anzahl deutlich verringern. Mit „Mission: Infection Prevention“ (M: IP®) unterstützt HARTMANN seine Klinikkunden dabei, Hygieneprozesse und Präventionsmaßnahmen zu optimieren und gleichzeitig Kosten, die durch Krankenhausinfektionen entstehen, zu reduzieren. Durch das neue Angebot ergänzt HARTMANN sein Produktangebot um Gesamtlösungsangebote. Unsere Mission: vom Produkt- zum Lösungsanbieter Desinfektion/Risikoprävention Neues steriles Komponentenset zur Reduzierung von Infektionen Risikoprävention Mit einem MediSet® für das Legen von peripheren Venenkathetern (PVK) bietet HARTMANN ab 2022 eine neue Anwendung zur Infektionsprävention an. 80 % aller Patienten benötigen im Laufe eines Krankenhausaufenthaltes einen PVK. Das entspricht ca. 150 Mio. Eingriffen dieser Art pro Jahr in Europa. Allerdings: Zirka 400.000 davon führen zu Infektionen. Mit geeigneten Maßnahmenpaketen, die auch die Nutzung steriler MediSets® beinhalten, können diese um bis zu 70 % reduziert werden. MediSets® bestehen aus vorkonfektionierten, sterilen und kundenspezifischen Komponenten. Sie reduzieren Zeit und Fehler (um mehr als 30 %) je Eingriff am Patienten und verbessern die Einhaltung von Prozessen. Schulungen Trainingstools zur Unterstützung bei der Implementierung neuer Arbeitsweisen DIE LEISTUNG VON M: IP® Unterstützung vor Ort Kundenbetreuung vor Ort durch unser erfahrenes Team, unterstützt durch die Expertise des HARTMANN Science Centers Richtlinien Evidenzbasierte und bewährte SOPs (Standard Operating Procedures) mit Richtlinien und Tipps für Best Practices Produktpakete Breites Angebot an bewährten und wirksamen Produkten in den Bereichen Desinfektion, persönliche Schutzausrüstung und Wundversorgung zur Vermeidung nosokomialer Infektionen Digitale Tools Moderne digitale Lösungen zur Identifizierung und Reduzierung von Risiken HARTMANN richtet seine Produktion für die Wundversorgung neu aus. Das Unternehmen investiert in Polen in einen Produktionsstandort mit moderner Infrastruktur und mehreren hocheffizienten Produktionsanlagen. Bereits 2022 sollen erste Produkte gefertigt werden. Diese Neuausrichtung wird die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern und stärken. Ebenfalls Teil der Neuausrichtung ist die schrittweise Schließung des Produktionsstandorts für Wundversorgung in Heidenheim und die Verlagerung der HydroClean®-Produktion aus Neuhausen, Schweiz. Dabei ist es das Anliegen von HARTMANN, die schwierige Situation für die Mitarbeitenden soweit möglich abzumildern und viele neue Perspektiven zu eröffnen. Neuausrichtung der Produktionsstandorte schreitet voran Wundversorgung 12 HARTMANN GRUPPE | An unsere Aktionäre

Mit HARTMANN Direct, einer modernen, digitalen Vertriebsplattform für Endverbraucher, hat das Unternehmen seine E-Commerce-Präsenz erweitert. Die Plattform spielt eine strategisch wichtige Rolle beim Ausbau des ambulanten Geschäfts, das zunehmend online stattfindet. HARTMANN Direct ermöglicht es den Kunden, jederzeit und überall bequem auf einen Großteil der HARTMANN Produkte zuzugreifen und sich schnell und gezielt mit dem Kundendienst auszutauschen. Die Vertriebsplattform wurde im Dezember 2021 erfolgreich in Frankreich eingeführt. Weitere Länder folgen 2022. hartmanndirect.com fokussiert auf Endverbraucher HARTMANN Digital Seit Januar 2021 ist das führende deutsche Online-Pflegeportal pflege.de Teil der HARTMANN GRUPPE. Die strategisch wichtige Akquisition erlaubt HARTMANN, den wachsenden Markt der ambulanten Pflege gezielt zu adressieren und seine digitalen Angebote zu erweitern. Die steigende Bedeutung von digitalen Informations- und Beratungsquellen adressiert pflege.de aktiv mit bedarfsgerechten Inhalten und digitalen Lösungen für ambulante Patienten und pflegende Angehörige. Das Portal bietet ihnen aktive Unterstützung und Orientierung. Auch das Geschäft mit Pflegehilfsmitteln, die einfach durch Patienten und pflegende Angehörige in einem praktischen Paket zusammengestellt werden können, hat sich positiv fortgesetzt. pflege.de – die führende Online- Pflegeberatung HARTMANN Digital Unser erstes Jahr mit pflege.de zeigt eine sehr positive Entwicklung und hat unsere Erwartungen mehr als übertroffen. Clemens Topp, Leiter Ambulant Deutschland und verantwortlich für pflege.de HARTMANN will im Bereich der modernen Wundversorgung eine europaweit führende Position einnehmen. Dabei setzt das Unternehmen auf Silikon als zukunftsweisende Technologie. Bereits heute basieren 30 bis 40 % aller Anwendungen der modernen Wundversorgung darauf. Seit 2019 hat HARTMANN gezielt Maßnahmen ergriffen, um dieses Potenzial zu nutzen: 2019: HARTMANN übernimmt einen der führenden und innovativsten europäischen Anbieter von Silikon-Technologien im Gesundheitswesen, Advanced Silicone Coating. Gemeinsam wird das Silikon-Portfolio seither stetig ausgebaut. Das silikonbasierte Wundprodukt Zetuvit® Plus Silicone Border kommt auf den Markt. Es setzt neue Maßstäbe in der modernen Wundversorgung. 2021 folgt der Start in zehn weiteren Ländern, u. a. den USA. 2020: Am Standort Lièpvre, Frankreich entsteht eine Produktionslinie mit neuen Standards für silikonbeschichtete Wundauflagen. Damit erweitert sich das Produktportfolio. 2022: Cosmopor® Silicone, der erste sterile post-operative Wundverband mit Silikontechnologie, wird in HARTMANNs Kernmärkten eingeführt. Zielgruppen sind professionelle Anwender genauso wie Endverbraucher. In Apotheken wird es zudem im Set mit dem Fixiervlies Omnifix® Silicone und dem Wundpflaster Cosmos® Soft Silicone angeboten. Wachstumstreiber Silikon gehört die Zukunft Wundversorgung Durch den engen Austausch lernen wir die Endverbraucher unmittelbar kennen und können unsere Entscheidungen noch stärker an ihren Bedürfnissen und Wünschen ausrichten.“ Guido Aschieri, Leiter E-Business für Endverbraucher Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 13

Das Thema Nachhaltigkeit bestimmt die Agenda von Investoren, Gesellschaft, Politik und Industrie. Dabei geht es nicht nur um ökologische, sondern auch um soziale und ökonomische Aspekte. HARTMANN hat weltweit bereits bewiesen, nachhaltig zu handeln – sei es in der Produktion, bei Baumaßnahmen oder Produkten. Dies passt zum Anspruch unserer Kunden: Sie legen Wert auf konkrete Maßnahmen zum Umweltschutz, genauso wie unsere Geschäftspartner. Zudem verabschiedet die Politik Gesetze, die Einfluss auf das Geschäft haben. Diese Entwicklungen sind richtig und wichtig – HARTMANN ist sich seiner Verantwortung als Teil der Gesellschaft und speziell gegenüber seinen Kunden und Mitarbeitern bewusst. Die HARTMANN Tochterunternehmen KNEIPP und CMC wurden bereits mehrfach für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Um seine nachhaltigkeitsrelevanten Themen und Projekte zentral zu konsolidieren und zu steuern, arbeitet HARTMANN in einem abteilungsübergreifenden Arbeitskreis unter der Leitung von Vorstand Stefan Grote. Der Arbeitskreis legt die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens fest und veröffentlicht den Nachhaltigkeitsbericht. Nachhaltigkeitsbericht bringt alle Initiativen zusammen NACHHALTIGKEIT BEI HARTMANN Nachhaltigkeits- bericht 2021 Der Nachhaltigkeitsbericht behandelt die Bereiche „Umwelt“, „Produkte“, „Mitarbeiter“ und „Gesellschaft“. Er macht transparent, welche Maßnahmen in den verschiedenen Unternehmensbereichen, Standorten und Ländern bereits umgesetzt wurden und an welchen aktuell gearbeitet wird. Feststeht: HARTMANN verfolgt einen langfristigen Ansatz, der auch zukünftige Generationen berücksichtigt. Verantwortung für die Umwelt Umweltverschmutzung (u. a. CO2-Fußabdruck, Emissionen) und Abfall werden reduziert, Ressourcen effizient eingesetzt und ihre Lebenszyklen verlängert. Verantwortung bei Produkten In Hinblick auf Rohstoffgewinn, Herstellung, Vertrieb und Wiederverwertung wird Nachhaltigkeit schon bei der Produktentwicklung berücksichtigt. Verantwortung gegenüber Mitarbeitern Für Mitarbeiter wird eine gesunde Arbeitsumgebung geschaffen, damit sie langfristig motiviert und gesund bleiben. Verantwortung für die Gesellschaft Die Lebensqualität von Verbrauchern und den Menschen an den Unternehmensstandorten soll gesteigert werden. Alle Divisionen sind nun vereint in einem Gebäude (im Bild rechts) in Heidenheim tätig. Die Mission von HARTMANN ist es zu helfen, zu pflegen und zu schützen. Als Unternehmen wollen wir der Gesellschaft dienen und Menschen mit unseren Produkten ein gutes und würdevolles Leben ermöglichen. Das beinhaltet auch den verantwortungsvollen Umgang mit verfügbaren Ressourcen. Stefan Grote, Mitglied des Vorstands, verantwortet den Arbeitskreis Sustainability 14 HARTMANN GRUPPE | An unsere Aktionäre

Die COVID-19-Pandemie erfordert ein besonderes Maß an Sicherheit für die Mitarbeiter. HARTMANN reagierte sofort mit Schutzmaßnahmen, stieg auf hybrides Arbeiten um, passte Schichtmodelle an, richtete Corona-Testzentren ein und erweiterte das bestehende Corona-Impfangebot. HARTMANN engagiert sich zudem generell für eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter. Neben der selbstverständlichen Minimierung des Risikos von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen, stärkt das Unternehmen mit einem breiten Angebot die physische und mentale Gesundheit der Belegschaft. Ein Beispiel dafür sind die neuen Gebäude an der Zentrale in Heidenheim: Die Arbeitsräume bieten eine hohe Flexibilität für Einzel- und Gemeinschaftsarbeit sowie Raum für Kommunikation. Das prämierte architektonische Konzept bezieht die Natur ein, so dass Mitarbeiter ihre Pausen in einer grünen Umgebung an der Brenz verbringen können. HARTMANN setzt sich darüber hinaus für eine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatleben ein – etwa durch unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder Pflege. Auch nach der Pandemie können HARTMANN Mitarbeiter aus vielen Bereichen bis zu 40 % mobil arbeiten. Erfolgreich durch Mitsprache und Entwicklung Angesichts der Herausforderungen des Transformationsprogramms und der Corona-Pandemie setzt HARTMANN auf das hohe Engagement seiner Mitarbeiter. Konstruktives Feedback und eine positive Unternehmenskultur sind dabei essenziell und werden gefördert. Ein Beispiel ist die Mitarbeiterbefragung „VOICES of HARTMANN“, die 2021 stattfand. An der hohen Teilnehmeranzahl und den im Vergleich zu 2019 in allen Bereichen deutlich verbesserten Ergebnissen zeigt sich, dass sich die Unternehmenskultur positiv weiterentwickelt. Unterstützt wird die dialogorientierte Kultur durch eine potenzialgerechte Förderung. Im Rahmen der sogenannten Performance Development Practices (PDP) wurde 2021 ein einheitlicher Standard für Zielvereinbarungen, Leistungsbewertungen und Entwicklungsgespräche eingeführt. Innovative Lernangebote und der nötige Freiraum zum Erwerb neuer Kompetenzen unterstützen Mitarbeiter dabei, ihre Potenziale voll auszuschöpfen und Verantwortung zu übernehmen. Gesunde Arbeitsumgebung und gezielte Mitarbeiterentwicklung HARTMANN KONZERN Das neue Betriebs- restaurant in Heidenheim bietet Raum für den kollegialen Austausch. HARTMANN bietet attraktive Arbeitsbedingungen und schafft eine Atmosphäre, die das ‚Wir’ in den Vordergrund rückt, ohne auf individuell passende Entwicklungsmöglichkeiten zu verzichten. Gemeinsam mit allen Mitarbeitern gestalten wir die Zukunft und den Erfolg von HARTMANN. Maximilian d’Huc, Leiter Human Resources Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 15

HARTMANN GRUPPE | An unsere Aktionäre 16 HARTMANN hält Dividendenkontinuität Der Vorstand und der Aufsichtsrat der PAUL HARTMANN AG werden der 108. Hauptversammlung am 29. April 2022 eine unveränderte Dividende von 8,00 EUR je Aktie vorschlagen. Damit ergibt sich eine Ausschüttung der Gesellschaft an die Aktionäre in Höhe von 28,4 Mio. EUR. Dieser Vorschlag orientiert sich an dem langjährigen Grundsatz der auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik in Bezug auf das Konzernergebnis. HARTMANN hat diese Entscheidung auf der Basis einer Mehrjahresbetrachtung getroffen. Das Unternehmen hält damit trotz des im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Ergebnisses an der seit gut 25 Jahren verfolgten Linie fest, die Aktionäre mit gleichbleibenden oder gesteigerten Dividenden kontinuierlich am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Durchschnittlich stieg die Dividende in den vergangenen 25 Jahren um ca. 5 % pro Jahr. Bezogen auf den Jahresendkurs 2021 ergibt sich für den Beschlussvorschlag eine Dividendenrendite von 2,4 % (Vj. 2,2 %). Anteilseigner können die Entwicklung ihrer Kapitalanlage mit dem Renditerechner auf der HARTMANN-Website verfolgen: hartmann.de/aktie Entwicklung der HARTMANN-Aktie Nach einem Jahresendkurs von 356 EUR in 2020 stieg der Wert der HARTMANN-Aktie bis zum Jahreshöchstkurs am 14. Januar auf 416 EUR. Im weiteren Jahresverlauf fiel der Kurs mit zwischenzeitlichen Erholungsphasen im April, Juli und August, bis er ab Mitte November unter dem Niveau des Jahresanfangs lag. Das Jahrestief erreichte die Aktie mit einem Schlusskurs von 330 EUR am 27., 28. und 29. Dezember. Der Jahresendkurs 2021 lag mit 337 EUR um 19 EUR unter dem Jahresendkurs 2020, jedoch deutlich über demjenigen von 2018 und 2019. Die Entwicklung der HARTMANN-Aktie ist vor dem Hintergrund der negativen Effekte der Pandemie und der abgeebbten coronabedingten Sonderkonjunktur des Vorjahres zu betrachten. Die in Relation zum Vergleichsindex EURO STOXX 50 schwächere Kursentwicklung spiegelt die prognostizierte rückläufige Geschäftsentwicklung des Jahres 2021 sowie den bereits kommunizierten Ausblick für das Jahr 2022 wider. Das Handelsvolumen des Berichtsjahres war gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert und im Verhältnis zum Grundkapital der PAUL HARTMANN AG auf niedrigem Niveau. Darin sieht das Unternehmen einen Beleg für einen stabilen Aktionärskreis mit langfristigem Anlagehorizont. Auch 2021 lag das Handelsvolumen der HARTMANN-Aktie an der auf Privatanleger spezialisierten Wertpapierbörse Tradegate Exchange über dem der an der Wertpapierbörse Frankfurt gehandelten Papiere. HARTMANN-AKTIE

Geschäftsbericht 2021 | An unsere Aktionäre 17 Virtuelle Hauptversammlung und Online-Services Die PAUL HARTMANN AG hielt ihre 107. ordentliche Hauptversammlung am 30. April 2021 erneut virtuell ab. Die gesetzliche Möglichkeit dafür wurde aufgrund der anhaltenden Pandemie verlängert. Mehr als 200 Teilnehmer verfolgten die Live-Übertragung der zweiten virtuellen Hauptversammlung im Aktionärsportal. Zum Zeitpunkt der Abstimmung waren unter Berücksichtigung der Briefwahlstimmen rund 2,8 Mio. Aktien und damit rund 79 % des eingetragenen Grundkapitals in der Versammlung vertreten. Die Aktionäre haben allen zur Beschlussfassung vorgelegten Tagesordnungspunkten mit beeindruckenden Mehrheiten von rund 99 % zugestimmt. Das eindeutige Abstimmungsverhalten unterstreicht das Vertrauen der Aktionäre in die Unternehmensführung und den mit dem strategischen Transformationsprogramm eingeschlagenen Weg. Auch in diesem Jahr dient das Aktionärsportal als elektronische Plattform zur Durchführung der Hauptversammlung. Aktionäre haben im Aktionärsportal u. a. die Möglichkeit, sich zur Hauptversammlung anzumelden und ihre Stimme digital abzugeben. Eine Registrierung für den elektronischen Hauptversammlungs-Einladungsprozess und die elektronische Quartalskommunikation erfolgt ebenfalls über das Portal. Das Aktionärsportal ist direkt über folgenden Link erreichbar: hartmann.de/portal PAUL HARTMANN AG ist keine börsennotierte Gesellschaft im Sinne des Aktiengesetzes Die HARTMANN-Aktie ist in den Handel des Open Market an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen. Die PAUL HARTMANN AG ist keine börsennotierte Gesellschaft im Sinne von § 3 Absatz 2 Aktiengesetz und die HARTMANNAktie wird nicht an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Absatz 11 Wertpapierhandelsgesetz gehandelt. BASISINFORMATIONEN ZUR HARTMANN-AKTIE WKN 747404 ISIN DE0007474041 Handelsplatz Wertpapierbörse Frankfurt Segment Open Market Aktienart Girosammelverwahrte Namensstückaktien Grundkapital 91,3 Mio. EUR Anzahl Aktien 3.572.424 Stück, davon 20.682 Stück eigene Aktien WERTENTWICKLUNG UND KENNZAHLEN DER HARTMANN-AKTIE in EUR 2017 2018 2019 2020 2021 Jahresendkurs 415,00 292,00 282,00 356,00 337,00 Kursentwicklung 24,00 –123,00 –10,00 74,00 –19,00 Dividendenzufluss 7,00 7,00 7,00 7,00 8,00 Wertentwicklung 1 31,00 –116,00 –3,00 81,00 –11,00 Gesamtrendite in % 2 7,9 –28,0 –1,0 28,7 –3,1 Dividende je Aktie 7,00 7,00 7,00 8,00 8,00 3 Ergebnis je Aktie 24,86 22,25 16,41 29,98 26,66 Cash-Flow je Aktie 47,43 43,86 53,46 76,87 49,18 Eigenkapital je Aktie 239,33 258,41 261,00 272,46 305,95 Höchster Börsenkurs 4 451,90 414,00 336,00 360,00 416,00 Niedrigster Börsenkurs 4 391,25 292,00 282,00 268,00 330,00 Anzahl Aktien (Jahresende) in Mio. Stück 3,572 3,572 3,572 3,572 3,572 Marktkapitalisierung in Mio. EUR 1.482,6 1.043,1 1.007,4 1.271,8 1.203,9 Ausschüttungssumme in Mio. EUR 24,9 24,9 24,9 28,4 28,4 3 Kurs-Gewinn-Verhältnis 16,7 13,1 17,2 11,9 12,6 Dividendenrendite in % 1,7 2,4 2,5 2,2 2,4 3 1 Summe aus Dividendenzufluss und Kursentwicklung 3 Entspricht dem Dividendenvorschlag 2 Bezogen auf den Vorjahresendkurs 4 Schlusskurse im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse

DIE HARTMANN GRUPPE WELTWEIT Sitz einer HARTMANN-Konzerngesellschaft Hauptsitz der PAUL HARTMANN AG, Paul-Hartmann-Straße 12, 89522 Heidenheim EUROPA& AFRIKA AMERIKA ASIEN& AUSTRALIEN 18 HARTMANN GRUPPE | An unsere Aktionäre

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

HARTMANN GRUPPE | Lagebericht | Grundlagen des Konzerns 20 Geschäftsaktivitäten im Überblick Die HARTMANN GRUPPE ist einer der führenden europäischen Anbieter von Systemlösungen für Medizin und Pflege sowie unterstützenden Dienstleistungen. Konsumentennahe medizinische Sortimente sowie Pflege- und Kosmetikprodukte ergänzen das Kernportfolio. Entsprechend der internen Steuerung weist HARTMANN seine Aktivitäten in Geschäftssegmenten und Divisionen aus. Deren Benennung wurde zum 1. Januar 2022 teilweise angepasst. Die übergeordneten Segmente sind nach den Schwerpunkten in „Wundversorgung“, „Inkontinenzmanagement“, „Infektionsmanagement“ und „Komplementäre Divisionen der Gruppe“ gegliedert. Im Segment Wundversorgung konzentriert sich HARTMANN auf Verbandsmaterialien und Lösungen zur Wundheilung. Dabei bietet HARTMANN ein breites Spektrum an traditionellen und modernen Wundauflagen. Letztere beinhalten u. a. eine neue Reihe silikonbeschichteter, hautschonender Wundauflagen, die superabsorbierenden Kompressen der Zetuvit® Plus-Familie, die postoperativen Wundverbände von Cosmopor® sowie das etablierte Behandlungskonzept HydroTherapy. Im Bereich der traditionellen Wundversorgung ist HARTMANN marktführend in Europa. Im Segment Inkontinenzmanagement liegt der Schwerpunkt auf körpernahen aufsaugenden Produkten für unterschiedliche Schweregrade der Inkontinenz. Hierzu zählen u. a. MoliCare® Mobile und MoliCare® Elastic. In dieses Segment fallen außerdem Produkte für Patientenhygiene und speziell auf Inkontinenz abgestimmte Hautpflege. Das Segment Infektionsmanagement umfasst die Divisionen Risikoprävention und Desinfektion. In der Risikoprävention führt das Unternehmen neben kundenspezifischen, sterilen Komponenten-Sets und Untersuchungshandschuhen ein breites Produktportfolio für den OP-Bedarf. Letzteres beinhaltet u. a. Einweginstrumente, Bekleidungs- und Abdeckmaterialien. In der Division Desinfektion entwickelt und produziert HARTMANN Produkte zur Hände- und Flächendesinfektion zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Hierzu zählt das mehrfach als Marke des Jahrhunderts ausgezeichnete Desinfektionsmittel Sterillium®. Sterillium® Protect & Care ist auch für Endverbraucher erhältlich. Zum Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe gehören die Konzerngesellschaften KNEIPP, CMC und KOB. Unter dem Markenkern „Glück, das wirkt“ vermarktet die KNEIPP-Gruppe Körperpflegeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel. Über die CMC-Gruppe werden hauptsächlich Handelsmarken in den Bereichen Cotton/Cosmetic, Medical, Baby und Home Care vertrieben. Die KOB-Gruppe ist Experte für medizinische Textilien und Binden. HARTMANN GRUPPE weltweit Die Firmengeschichte von HARTMANN reicht mehr als 200 Jahre zurück. Heute ist das Unternehmen, wesentlich im europäischen Markt, einer der führenden Anbieter. Weltweit verfügt HARTMANN in 36 Ländern über eigene Gesellschaften. HARTMANN produziert und vertreibt sein vielfältiges Produkt- und Serviceportfolio an Dienstleister inmehr als 130 Ländern. Die 2021 neu strukturierten Vertriebsregionen sind in der Finanzberichterstattung gegliedert in den Heimatmarkt Deutschland, EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika), Americas und APAC (Asien, pazifischer Raum). Die bedeutendsten Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Frankreich, Spanien, Tschechien und der Schweiz sowie in Russland, Indien und der Türkei. Darüber hinaus errichtet HARTMANN seit Oktober 2021 ein neuesWerk für Wundversorgungsprodukte in Polen. Kundenzentrierte globale Organisationsstruktur Die Organisationsstruktur von HARTMANN ermöglicht eine zielgruppenspezifische und kundennahe Gestaltung des Produkt- und Serviceportfolios. Dies fördert nachhaltiges Wachstum. Die Konzernaktivitäten werden durch die PAUL HARTMANN AG und deren Funktionsbereiche gesteuert. Der Vorstand bestimmt die Konzernstrategie und übernimmt die Steuerung der Divisionen, Funktionen, Regionen und Gesellschaften. Die Divisionen legen das Produkt- und Dienstleistungsportfolio fest. Seit 2021 koordinieren sie zudem die Produktionsaktivitäten ihres Bereiches. Generell wurden geschäftsnahe Funktionsbereiche strukturell noch stärker an den Divisionen ausgerichtet. Kundensegmente und Vertriebskanäle Den Schwerpunkt der medizinischen Sortimente bilden zum einen Systemangebote für professionelle Anwender in Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Pflege- und Altenheimen und im Sanitätsfachhandel, zum anderen Produkte für die häusliche Pflege. Das Portfolio von HARTMANN basiert auf fundiertem medizinischem Wissen, langjähriger Erfahrung und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse, Anforderungen und Arbeitsabläufe der unterschiedlichen Kunden. Um die umfassende und kostengünstige Versorgung mit Medizin- und Pflegeprodukten sicherzustellen, kooperiert HARTMANN mit den Trägern der Gesundheitssysteme, dem Sanitätsfachhandel und Apotheken. Zusätzlich zu den medizinischen Sortimenten für professionelle Zielgruppen führt HARTMANN Medizin- und Pflegesortimente für Endverbraucher, die das Unternehmen vorrangig über Apotheken, den Sanitätsfachhandel, Online-Kanäle und vereinzelt über Drogerien vertreibt. Damit trägt HARTMANN der gestiegenen Bedeutung des Markts für Selbstzahler Rechnung. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

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