WUNDFORUM 1/2021

aufwendig und als spezialisierte Pfle - gefachkraft bin ich vom Wert meiner Arbeit überzeugt“, sagt Hampel-Kalt - hoff, der als Unternehmer auch etwas verdienen möchte. Wege zur Finanzierung Drei grundsätzliche Wege für eine Vergütung nennt Hampel-Kalthoff. Da seien zum einen Verträge mit Kran- kenkassen, wie er sie mit der AOK abgeschlossen hat. Ist der Patient bei anderen Kassen versichert, besteht die Möglichkeit einer Sonder- und Einzel- fallentscheidungen, die Hampel-Kalt- hoff aber kritisch sieht, wie er offen sagt: „Ich bin es leid, lange Anträge zu stellen und Rückmeldungen mit unsin- nigen Fragen vom MDK zu erhalten.“ Bleibt Variante drei: „Der Patient bekommt eine Preisliste und wird aufgeklärt, was wie viel kostet“, sagt Hampel-Kalthoff. Er nehme für seine Hausbesuche die Beratung im Pflege- Therapie-Stützpunkt Geld und nenne den Patienten bei der Anfrage den Betrag. „Die Patienten wiegen ab, viele sagen zu“, berichtet er und ist über - zeugt: „Patienten, die gut versorgt werden, sind auch bereit, dafür zu bezahlen.“ Andere setzten dagegen auf die Betreuung durch z. B. ein Sanitäts- haus, die nichts koste. „Aber dann wird der Service eben durch die Produkte bezahlt“, erklärt Hampel-Kalthoff. „Ich habe Schränke voller Verbandstoffe gesehen. Hier wird viel Geld verbrannt, das man eigentlich für eine vernünftige Vergütung von Beratung, Service und Fall-Management einsetzen könnte.“ Richtlinie mit Wirkung? Betriebswirtschaftlich sinnvolle Ver- träge in der Regelversorgung, bundes- einheitliche Vergütungen und eine bessere Vernetzung der Kostenträger sind in seinen Augen die Zielsetzung. Kann die seit Oktober geltende neue „Häusliche Krankenpflege-Richtlinie“ die Lösung sein, die eine Vergütung für die Versorgung durch „spezialisierte Einrichtungen“ möglich macht? Carsten Hampel-Kalthoff ist davon nicht überzeugt: „Die Richtlinie gilt, aber es ist nichts geklärt. Die Ver- gütung für die Versorgung von Ver- sicherten ist mit einer zusätzlichen Vergütung zu den bisherigen Leis- tungsgruppen festgelegt. Das gilt bis zu einer endgültigen Klärung und ist mehr als die bisherige Vergütung, aber betriebswirtschaftlich weiterhin nicht kostendeckend.“ Die Zukunft kommt sicher Es gibt also genug Aufgaben – und mit der Pandemie neue Herausforderun- gen. „Wir hatten doch weniger Patien- ten und diese kamen oft in einem deut- lich schlechterem Zustand zu uns“, berichtet Carsten Hampel-Kalthoff. Zugleich gab es aber auch erfreu- liche neue Ansätze, wie mit CGM ELVI, einem sicheren System zur elektroni- schen Visite und für Videosprechstun- den. Es kann beispielsweise genutzt werden, um Patienten und Angehörige vor Ort anzuleiten, nicht zuletzt bei der Versorgung im ländlichen Raum. „Bei einem Patienten war das ein richti- ges Familienevent und die 16-jährige Tochter war die Kamerafrau“, erzählt Hampel-Kalthoff. „Vieles, was wir in den letzten 12 Monaten neu eingesetzt haben, wird bleiben“, ist Carsten Ham - pel-Kalthoff überzeugt. PRAXIS 23 HARTMANN WUND FORUM 1/2021 Herausgeber: PAUL HARTMANN AG, Postfach 1420, 89504 Heidenheim, Telefon: 0 73 21 / 36 - 0, Fax: 0 73 21 / 36 - 3637, http://www.hartmann.de , Verantwortlich i. S. d. P.: Bernhard Graf Expertenbeirat: Prof. Dr. med. Joachim Disse- mond, Prof. Dr. med. Günter Germann, Prof. Dr. med. Hans Lippert Redaktion: cmc centrum für marketing und communication gmbh, Erchenstraße 10, 89522 Heidenheim Druck: Wahl-Druck GmbH, 73431 Aalen Bildnachweise: Adobe Stock: Robert Kneschke (21); nito (1), Pixel-Shot (20); Andrey Popov (22); Prostock-studio (16), Alexander Raths (9), Bern - hard Schmerl (10); Elke Butzen-Wagner (7); Bianca Daugsch (12); Sinnika Grube (19); Carsten Ham - pel-Kalthoff (23); Jan Schmitz Werbefotografie (23); Britta Steenfatt (17/18); alle anderen PAUL HARTMANN AG Haftung: Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröf- fentlichungen können Herausgeber und Redaktion trotz sorgfältiger Prüfung nicht übernehmen. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben die Mei- nung des Verfassers wieder, die nicht mit der des Herausgebers identisch sein muss. Eine Gewähr für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann nicht übernommen wer- den. 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Seine Stützpunkte in Dortmund und Bochum wurden von der ICWmit demWundsiegel-Zertifikat als spezialisiertes pflegerisches Wund - zentrum ausgezeichnet, über das sonst nur noch ein weiteres Zentrum in ganz Deutschland verfügt.

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